Experten sehen Gefahren durch politische Abhängigkeit der Branche und enorm gestiegene Kurse
Run auf Solaraktien birgt Risiken

Der Ansturm auf Solaraktien lässt nicht nach. Zunehmend setzen Anleger Hoffnungen auf das Geschäft mit der Sonnenenergie. Die technische Entwicklung, die Gewinne der Unternehmen und nicht zuletzt der hohe Ölpreis sprechen für die Titel. Die Kurssprünge der Anteile von Photovoltaik-Unternehmen erinnern an die Zeit der New Economy – die im Crash endete. Dabei sind Solaraktien auch eine Wette auf politische Konstellationen: Die Hersteller von Solarzellen und -anlagen werden noch auf Jahrzehnte von staatlicher Förderung abhängig sein.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Wie stark Anleger weltweit auf die Stromerzeugung durch Sonnenstrahlen setzen, zeigt der Anstieg des Solaraktien-Indexes PPVX, den die Magazine „Photon“ und „Öko-Invest“ gemeinsam berechnen. Seit seiner Auflage vor vier Jahren hat sich der Index mehr als verdoppelt. Der beste Wert in dem Aktienkorb ist in diesem Jahr der US-Solarzellenentwickler DayStar Technologies mit einem Kursplus von 366 Prozent seit 1. Januar.

Obwohl solche astronomischen Kurssteigerungen schlechte Erinnerungen an die Spekulationsblase im Jahr 2001 wecken, halten Experten die Bewertung der Solarbranche für gerechtfertigt. „Der Aufwärtstrend ist ungebrochen, weil die Unternehmen enorme Umsatz- und Gewinnzuwächse verzeichnen“, sagt Max Deml, Chefredakteur von „Öko-Invest“. Die deutsche Solarworld verdoppelte im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz auf rund 200 Mill. Euro; im ersten Halbjahr 2005 überstieg der Konzerngewinn bereits den Wert des Vorjahres von 18,1 Mill. Euro. Das Bonner Unternehmen, das seit 1999 an der Börse ist, ist mit mehr als 1,4 Mrd. Euro Marktkapitalisierung das viertgrößte Unternehmen im Technologiewerte-Index TecDax.

Doch die Unternehmen sind von politischer Unterstützung abhängig. Gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütungen ermöglichen den Einsatz der vergleichsweise unrentablen Technik erst. Der Solarstrom wird über feste Abnahmepreise von den Verbrauchern bezahlt. „Die Branche birgt politische Risiken“, sagt Dieter Küffer, Fondsmanager bei Sustainable Asset Management (SAM) in Zürich. Sollten die Einspeisgesetze wegfallen, dann drohten Kursstürze. „Trotzdem sollte man Photovoltaik-Aktien im Portfolio haben“, sagt Küffer. Im SAM Smart Energy Fund sind die Werte mit zehn Prozent gewichtet.

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