Experten warnen trotz Wirtschaftsboom und Marktöffnung vor Intransparenz bei Unternehmensgewinnen
China-Aktien sind riskantes Investment

Für viele Anleger sind Chinas Börsen nach wie vor ein Rätsel. Nicht nur die eigentümliche Unterscheidung in fünf verschiedene Aktienklassen, die nur zum Teil von Ausländern gekauft werden können, verunsichert die Investoren. Auch die wenig transparenten Daten zum Wirtschaftswachstum und den Unternehmensgewinnen erschweren eine Analyse von Chancen und Risiken an Chinas Börsen.

DÜSSELDORF. Dabei locken die Aktienmärkte in Schanghai, Shenzhen und Hongkong unverändert mit attraktiveren Renditen. Seit Jahresbeginn legte etwa der H-Aktien-Index um rund 90 % zu. H-Aktien sind Titel chinesischer Konzerne, die in Hongkong gehandelt werden und damit gerade für ausländische Anleger gut zugänglich sind. Die überproportionale Entwicklung an den Börsen zeigt sich auch in der Kursentwicklung diverser Investmentfonds mit Schwerpunkt China. In den vergangenen sechs Monaten zählten viele von ihnen zu den größten Ertragsbringern im Fondsmarkt.

Zuletzt legten die Kurse eine Pause ein. Dies liege aber weniger an der Scheu vor Anlagen im Reich der Mitte als an den Diskussionen um Chinas Währungspolitik, sagt Gerd Kirsten, Fondsmanager bei der Dekabank. Seit dem G7-Gipfel in Dubai fordern vor allem die USA vehement, dass China die feste Bindung der Landeswährung Renminbi an den US-Dollar aufgibt bzw. lockert. Die Folge dieses Schrittes wäre wohl eine deutliche Aufwertung des Renminbis. „Vor allem den Exportsektor würde ein höherer Wechselkurs belasten“, glaubt Kirsten. Er setzt daher auf Anlagen, denen von der Währungsseite wenig Gefahren drohen. „Unsere Favoriten sind Sektoren, die von der Binnennachfrage profitieren, besonders Telekomaktien wie China Mobile und China Telecom.“

Grundsätzlich bewertet Kirsten die Chancen in China weiter positiv: „Die Wachstumsdynamik ist ungebrochen und mittlerweile auch gesund, weil sie immer stärker durch eine anziehende Binnennachfrage gestützt wird“, meint er. Solange dieser Trend anhalte, seien auch die Auswirkungen auf den Aktienmarkt positiv. Kirsten hofft auf eine weitere Öffnung der Märkte für ausländische Investoren: „Mit fortschreitender Liberalisierung werden auch mehr Gelder an die chinesische Börse fließen.“ Noch seien viele globale Fonds in China unterinvestiert. Wenn diese ihre Scheu ablegten, habe der Markt noch viel Potenzial.

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