Experten warnen vor Konjunkturgefahren in den USA – Investoren machen Kasse
Analysten stimmen auf Kursverluste ein

Die Anleger haben die guten Quartalszahlen der deutschen Top-Unternehmen gerade verdaut und mit steigenden Kursen honoriert, da drohen dem Deutschen Aktienindex (Dax) in den kommenden Wochen sinkende Notierungen. Die Gründe liegen für Analysten auf der Hand: Nach dem Ende der Bilanzsaison fehlen gute Nachrichten, und daher wenden sich die Anleger anderen Themen zu, etwa Konjunkturgefahren, die in den USA lauern. Zudem dürften viele Investoren Kasse machen, um ihre Kursgewinne zu sichern.

DÜSSELDORF. Im Sog der Bilanzsaison zum zweiten Quartal, die in den USA Anfang Juli begann, hat der Dax knapp zehn Prozent zugelegt. Die robuste Weltkonjunktur und die Neuwahl-Euphorie kamen den Kursen zu Hilfe – ebenso wie überwiegend gute Ergebnisse in den USA und Deutschland. Mit Eon und Allianz verdienten zwei Unternehmen unter dem Strich mehr als eine Mrd. Euro; im operativen Geschäft, also vor Abzug von Zinsen und Steuern, schafften diese Marke sogar noch mehr Konzerne (siehe „Viele Überraschungen“). Verlust machte einzig der sorgengeplagte Chiphersteller Infineon. „Entscheidend ist, dass die Unternehmen nicht nur die Gewinnschätzungen, sondern auch die Umsatzprognosen um zwei Prozent übertroffen haben“, sagt Christian Kahler von der DZ-Bank. Überproportional steigende Umsätze zeigen, dass bei den Unternehmen nach langer Durststrecke die Produktion anspringt.

Doch nachdem am Freitag mit Thyssen-Krupp und Allianz die letzten Konzerne ihre Ergebnisse vorgelegt haben, beginnt für die Börsen eine nachrichtenarme (Urlaubs-) Zeit. „Deshalb und weil die Kurse zuletzt sehr stark gestiegen sind, stehen Aktien in den nächsten Wochen vor einer Konsolidierung“, sagt DZ-Bank-Experte Kahler.

Auch der saisonale Effekt spricht kurzfristig gegen die Börse. Im August und September verlor der Dax seit seinem Bestehen im Jahr 1988 durchschnittlich acht Prozent an Wert. Und es gibt weitere Hindernisse, die einer Fortsetzung der Rally im Wege stehen. Zwar schlugen nach Berechnungen der DZ-Bank 16 Dax-Firmen die Erwartungen der Analysten. Demnach verfehlten mit BMW, Deutsche Post, Infineon und Siemens nur vier Unternehmen die Erwartungen deutlich. Doch in den USA – dort läuft die Konjunktur der in Euroland üblicherweise mehrere Quartale voraus– gibt es Alarmzeichen. So veröffentlichten der Netzwerkgigant Cisco und der Computerspezialist Dell ernüchternde Ausblicke. Frühindikatoren im Chipmarkt – er läuft der Gesamtkonjunktur voraus – zeigen ebenfalls nach unten.

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