Extreme Prognose
Der Dow steigt auf 38 820 Punkte – der Dax auf 19 956

Extremer geht es wohl nicht mehr. Jeffrey Hirsch, Guru für Börsenzyklen, prognostiziert einen Dow Jones von 38 820 Punkten im Jahr 2025. Der Herausgeber des Stock Trader?s Almanac ist ein angesehener Experte für saisonales Timing. Aktuell liegt der amerikanische Standardwerte-Index bei rund 11 000 Punkten.
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HB NEW YORK. Alle früheren, größeren Konjunkturbooms und anhaltenden Bullenmärkte wurden angetrieben durch Frieden, kriegsbedingte Inflation und Krisenausgaben sowie auch durch weltweit einsetzbare Technologien, welche größere kulturelle Veränderungen hervorgerufen und Wohlstand aufrecht erhalten haben", schreibt Hirsch in einer Mitteilung zu seinem neuen Buch, das in Deutschland derzeit noch nicht lieferbar ist. Weitere, stichhaltige Argumente gibt er nicht zum Besten. Nur 2017 solle ein acht Jahre anhaltender Super-Boom einsetzen.

Doch in der Finanzszene sorgt die Vorhersage für Aufsehen. Ihr Eintreffen ist dabei gar nicht so unrealistisch, wie die Indexstand von 38 820 und die Aufregung meinen lässt. Der Dow müsste dazu im Schnitt nur rund 8,9 Prozent pro Jahr zu legen. Wenngleich er in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr verlor - in einer besonders schlechten Dekade.

Hirsch ist nicht allein mit seiner Bullenmarkt-Prognose. Auch der deutsche Börsenexperte Uwe Lang erwartet einen Deutschen Aktien Index (Dax) im Jahr 2030 von 19 956 Punkten. Auf diesem Niveau sei er fair bewertet. "Pro Jahr müsste der Dax 5,1 Prozent zulegen, um im bisherigen langfristigen Durchschnittswachstum zu bleiben", begründet Lang. 5,1 Prozent - das klingt nicht viel.

Wie Hirsch benutzt auch Lang Daten aus der Historie, um damit Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Beiden zur Seite springt der bekannte Börsenguru Ken Fisher. Er sagt ein tolles Jahrzehnt voraus. "Die nächsten zehn Jahre werden ebenso gut sein wie die Neunziger Jahre", so Fisher gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Finanzakteure würden das aktuelle Umfeld als so andersartig, neu und einzigartig halten. Dabei sei es so langweilig und normal wie alle vorherigen.

Vielleicht behalten Hirsch, Lang und Fisher Recht, denn zur Aktie gibt es wenig Alternativen. Ein anderer bekannter Investor, Robert Prechter, Chefanalyst von Elliott Wave International, schließt dagegen nicht aus, dass der Dow auf 1000 Punkte fallen könnte.

Bereits 1999 gaben James Glassman und Kevin Hassett ein Buch mit dem Titel "Dow 36 000" heraus, in dem sie prophezeiten, dass der Index diesen Stand im Jahr 2005 erreichen sollte. Allerdings waren die beiden Autoren seinerzeit von der Sinne benebelnden Dotcom-Blase inspiriert worden, eine solche These aufzustellen. Eine Blase beeinflusst Jeffrey Hirsch nicht. Er durchleuchtet lediglich die Muster der Vergangenheit und schreibt sie fort. Und natürlich will er auch den Verkauf seines Buch ankurbeln: Wie sexy klingt schon, der Dow steigt in den nächsten 15 Jahren im Schnitt jährlich um 8,9 Prozent?

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  • Schlimm daran ist, dass ein HANDELSbLATT Redakteur meint, dass dies eine Nachricht ist, die verbreitet werden muss. Er merkt zwar noch die PR-intention fürs buch an, aber nimmt an diesem hohlen Gewäsch teil. Grauenhaft!

  • Er hat vergessen zu sagen, daß der Goldpreis pro Unze dann auf über 100.000 Euro steht, also der Euro praktisch nichts mehr wert ist.

  • Hirsch und Lang prognostizieren eine wirklich wunderbar absehbare inflation, das ist in diesem Sinne wahrscheinlich. Wahrscheinlich war auch ein bevölkerungswachstum in Deutschland von 1910 - 2010 auf eine Menge von über 200 Mio. Einwohnern. Dann kamen zwei Weltkriege, moderne Verhütung und ein verändertes Familienmodell.

    Gegen 15 Jahre in einem so volatilen System wie der börse im Rahmen globalisierter Finanzmärkte ist die bevölkerungswachstum fast so präzise absehbar wie das Wachstum von bakterien.

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