Exxon, Standard Oil & Co.
Rockefellers verlieren die Lust am Öl

Einst ist John D. Rockefeller dank Öl zum reichsten Menschen der Welt aufgestiegen. Jetzt will ein Stiftungsfonds seiner Nachfahren nichts mehr von fossilen Brennstoffen wissen – und folgt damit einem globalen Trend.
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DüsseldorfEs ist nicht irgendeine Familie, die sich am Mittwoch öffentlichkeitswirksam von ihren Investments in Öl und Kohle verabschiedet hat. Es sind die Rockefellers. Der gigantische Reichtum dieser Dynastie fußt auf der Ölindustrie. Das von John D. Rockefeller gegründete Unternehmen Standard Oil und der Nachfolgekonzern Exxon Mobil waren lange die größten Konzerne der USA und auch der Welt. Der Erfolg der Rockefellers hat selbst Eingang in den deutsche Sprachgebrauch gefunden: „Ich bin doch nicht Rockefeller“, sagt, wer vermeintlich verschwenderische Ausgaben ablehnt.

Doch jetzt bricht ein Teil der Familie mit der Branche. Genauer genommen, der von der vierten Nachfahren-Generation gegründete Rockefeller Family Fund. Dieser stößt seine Anlagen in fossilen Brennstoffen ab – und damit auch die an Exxon. Das Ganze solle so schnell wie möglich umgesetzt werden, heißt es auf der Homepage des Fonds. Der Rockefeller Family Fund verwaltet 130 Millionen Dollar, die er vor allem in Werte steckt, die sich auf die Umwelt, Frauenrechte und Zivilrechtsorganisationen spezialisiert haben. Sechs Prozent der Summe seien bislang in fossilen Brennstoffen angelegt. Künftig soll es weniger als ein Prozent sein.

Frei übersetzt lautet die Begründung: „Wir können diese Investments mit unserem Gewissen nicht mehr vereinbaren.“ Offiziell liest sich das etwas ausführlicher: „Wir müssen den Großteil der bereits erkundeten Reserven im Boden lassen, wenn wir auch nur irgendeine Hoffnung für das Überleben und Gedeihen der Menschheit sowie der natürliche Ökosysteme in den kommenden Jahrzehnten erhalten wollen“. Deswegen sei der Family Fund „stolz“ auf seine Entscheidung. Es gebe weder aus ethischer noch aus finanzieller Sicht einen „vernünftigen Grund, weiter nach neuen Kohlenwasserstoff-Quellen zu suchen“.

Die Entscheidung der Rockefellers ist ein Paukenschlag in einer Entwicklung, die unter dem sperrigen Begriff „Dekarbonisierung“ in der Welt professioneller Geldanleger diskutiert wird. Die Idee: Wenn Investoren nicht in klimaschädliche Industriezweige investieren, wächst der Druck, einen CO2-neutralen Wirtschaftskreislauf zu schaffen.

So steckt etwa die Allianz, Deutschlands größter Versicherungskonzern, bereits kein Geld mehr in Kohle. Weltweit verwalten die Münchner ein Vermögen von mehr als 1,7 Billionen Euro.

Mit ihrer Entscheidung folgte die Allianz wiederum einem Beispiel aus Skandinavien, wo der größten Staatsfonds der Welt beheimatet ist: der norwegische Ölfonds mit einem Volumen von aktuell 760 Milliarden Euro. Ausgerechnet jener Fonds, der es überhaupt erst mit fossilen Brennstoffen zu Größe gebracht hat, hält Kurs auf die Dekarbonisierung – und will ebenfalls nichts mehr von Kohle wissen. Kurios ist das schon. Schließlich soll der „Statens pensjonsfond utland“ (Staatlicher Rentenfonds Ausland), wie der Staatsfonds offiziell heißt, den Reichtum aus der Ölbranche für zukünftige Generationen sichern.

Kohle sehen die Norweger aber seit Juni 2015 nicht mehr als Zukunftsgeschäft. Deshalb veräußern sie ihre Beteiligungen an Unternehmen, die ihre Einnahmen zu mehr als 30 Prozent mit Kohle erwirtschaften. Das Investment in Öl, dem Hauptquell seiner Einnahmen steht übrigens nicht in Frage. Doch wegen der fallenden Ölpreise steht der Fonds derzeit ohnehin schwer unter Druck. Da kann er sich Kapitalvernichtung durch leidende Kohleinvestments nicht auch noch leisten.

Grundlegend für die Entscheidungen, ob Investments abgestoßen werden, ist ein sogenannter „Ethikrat“. Der hat unlängst auch die brasilianische Ölfirma „Petrobras“ auf die Beobachtungsliste gestellt – allerdings nicht wegen seiner Petroleum-Aktivität, sondern aufgrund des Korruptionsskandals, der dem Konzern aktuell anhaftet.

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  • hihi, das machen alle Unternehmen schon so seit Jahren, also dort einen VV ein zu reichen, bringt eh nix. "Eulen nach Athen tragen".

  • Frau ke Schludewig,

    dass ist ja eine tolle Idee. Sollten Sie als Verbesserungsvorschlag an die relevanten Unternehmen einreichen. Wäre interessant zu hören, wie hoch die Prämie ausfällt.

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