Fachleute sagen Fusionswelle voraus
Windkraftaktien stecken in der Flaute

Svend Sigaards Rücktritt versetzte die Fans von Windkraftaktien in Alarmstimmung. Unmittelbar nachdem der Münchener Siemens-Konzern im vorigen Oktober die dänische Bonus Energy übernommen hatte, legte Sigaard sein Amt als Vorstandschef bei der ebenfalls in Dänemark beheimateten Vestas nieder.

HB DÜSSELDORF. Aus Furcht, der Weltmarktführer könne seine Spitzenstellung an den durch den Einstieg von Siemens vor allem finanziell gestärkten Konkurrenten Bonus verlieren, bliesen viele Anleger zum Rückzug aus der Aktie. Erst nach einem Kursrutsch von mehr als 20 Prozent ebbte der Verkaufsdruck endlich ab. Aus heutiger Sicht war das eine Überreaktion. Denn inzwischen sind alle Kursverluste wieder aufgeholt. Und erst an diesem Montag flatterte Vestas ein neuer Großauftrag aus den USA ins Haus. Das zeigt: Die Aussichten für die Windkraftbranche sind günstig. Schätzungen von Experten zufolge hat der Markt gegenwärtig ein Volumen von sechs Milliarden Dollar; er dürfte aber künftig jährlich um mindestens zehn Prozent wachsen.

Von diesem Kuchen will sich der Siemens-Konzern, der mit der Bonus-Übernahmen neu in den Windkraftmarkt eingestiegen ist, ein großes Stück abschneiden. „Wir sehen Chancen vor allem in Großbritannien, den USA und Asien und wollen schneller als der Markt wachsen“, sagt Klaus Voges, Chef des Siemens-Bereichs Energieerzeugung. Der Bonus-Umsatz von aktuell 300 Mill. Euro soll sich in den kommenden fünf Jahren mehr als verdoppeln. Die Münchener folgen damit dem Beispiel ihres weltweit ärgsten Konkurrenten General Electric (GE). Der US-Konzern, seit der Pleite des Energiehändlers Enron in der Windkraft engagiert, forciert das Geschäft mit erneuerbaren Energien ebenfalls.

Auch wenn Großkonzerne wie Siemens und GE die Windkraft als lukrative Wachstumsnische entdeckt haben, sollten private Anleger auf der Hut sein. Viele der an der Börse notierten Anbieter schreiben Verluste. Es besteht eine auffällige Parallele zur Computerindustrie in den frühen 80er-Jahren, „als niemand wusste, wer die künftigen Gewinner sein werden“, sagt Carsten Hennigsen, Verwaltungsratschef des auf erneuerbare Energien spezialisierten US-Fonds Portfolio 21.

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