Fakten zum Aktiencrash Kommt eine neue Finanzkrise?

Wirtschaftsprobleme in China und den USA, rasant fallende Ölpreise und die Probleme der Banken sind die meistgenannten Gründe für die derzeitigen Marktturbulenzen. Doch sind sie gerechtfertigt? Eine Bestandsaufnahme.
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Wird das Börsenjahr 2016 so dramatisch wie 2008?

DüsseldorfWenn man die Märkte 2016 in einem Wort zusammenfassen will, fällt das eigentlich gar nicht so schwer: Volatilität. Beispiele gefällig? Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent schwankt in den ersten sechs Wochen dieses Jahres zwischen 37 und 27 Dollar. Oder schauen Sie auf die Bankenaktien. Der Stoxx Europe 600 Banks, der die 45 größten Banken Europas listet, verlor seit Jahresbeginn ein Drittel seines Wertes. Allein in dieser Woche schwankt der Kurs der Deutschen Bank kräftig. Die Ausschläge reichen von zeitweisen Tagesgewinnen bis zu 16 Prozent bis hin zu Verlusten im zweistelligen Bereich. Welche Fragen und Antworten in diesem Umfeld jetzt wichtig sind.

Wie entwickelten sich Jahresbeginn die Finanzmärkte?
Zum ersten Mail seit der Finanzkrise 2008 flüchten Anleger wieder in die Staatsanleihen. Aufgrund der sinkenden Renditen stiegen die Kurse der Bonds – seit Jahresanfang weisen diese Anleihen dadurch ein Plus von 4,9 Prozent auf. Im Gegenzug fielen die Aktienmärkte deutlich. Dieser Run auf die Staatsanleihen signalisiert: Investoren wollen kein Risiko im Depot, sondern suchen vermeintlich sichere Anlageformen. Ihr Nerven sind angespannt, weil sie mit schlimmen Entwicklungen rechnen - wie zum Beispiel einer weltweiten Rezession.

Droht eine weltweite Rezession?
Nein, zumindest nicht wenn dem dafür wohl wichtigsten Vorlaufindikator traut, dem Einkaufsmanagerindex. Dieser globale Index liegt im Januar 2016 bei 50,9. Werte über 50 signalisieren eine wachsende Wirtschaft und umgekehrt. Die Idee dahinter – vereinfacht formuliert: Wer produzieren oder verkaufen will, der muss vorher einkaufen. Dieses Wachstum dürfte vor allem von den Industrieländern mit einem Wert von 52,1 kommen, während die Schwellenländer mit 49,3 etwas schwächeln. Auf Länderebene heruntergebrochen, zeigt dieser Indikator aber auch: Staaten wie Russland (48,7) und Brasilien (45,6) stehen 2016 noch schwere Zeiten bevor.

Wird denn die USA als führende Wirtschaftsmacht Probleme bekommen?
Der Einkaufsmanagerindex geht zwar leicht zurück, liegt aber mit 52,1 noch im positiven Bereich. Auch die Großbank JP Morgan erwartet, dass die USA nach einem Plus von mehr als drei Prozent im Jahr 2015 nun in ein sogenanntes Trendwachstum zurückkehrt, das in diesem Jahr 1,6 bis 1,8 Prozent betragen soll.

Schmiert der Ölpreis weiter ab?
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27 Kommentare zu "Fakten zum Aktiencrash: Kommt eine neue Finanzkrise?"

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  • Ich finde ein Treffen mit Freunden am Freitag Abend wird völlig überschätzt, da kommentier ich doch lieber.

    Nur Schade das hier um 20 Uhr Schluss ist.

    Bitte HBO, lassen Sie die Kommentarfunktion bis Mitternacht auf.

  • Während wir die FANG-Gemeinde begutachten, das Apple-Auto abwarten und das Wachstum von Cloud-Portalen mitansehen, hat die gute alte IKEA den Treffer gelandet: Der entwickelte Westen ist beim "Peak Stuff" angelangt.
    Einfach mal aufatmen und sagen: Hat was.
    Als Mitglieder einer Volkswirtschaft müssen wir uns tatsächlich überlegen, was wir überhaupt kaufen wollen. Es geht nicht nur um Investments und billigste Schnäppchen. Und vor allen Dingen offenbar nicht mehr so sehr um Dinge: Sind es Erlebnisse, sind es Lernerfahrungen, was ist es?

  • @Dannenberg

    Da kann ich nachhelfen:

    Fracking in den USA ist nur rentabel ab 80$ /barrel. Die ganze show wurde mit Krediten (kostet ja fast nichts) finanziert. Diese Kreditsumme ist bereits höher als die subrime-Schieflage in 2007!

    Der Ölpreis ist bei 30$. Damit ist fracking nicht mehr rentabel (die Absicht der Saudis). Die Kredite sind weder gedeckt noch werden sie bedient. Die Kreditgeber (Wallstreet) sammeln weltweit ihr restliches Geld ein, um diese Löcher zu stopfen.

    Der DAX ist nur mehr zu 15% in deutscher Hand, rd. 50% wird im $-Raum gehalten und nun ohne Rücksicht verkauft, um nicht zuhause die Hosen zu verlieren. Klar?

    Eine Pointe ist, daß die Ölförderung aus fracking steigt trotz des weltweiten Überangebots und nicht kostendeckender Preise! Die noch überlebenden Firmen pumpen wie Seeleute, denen das Schiff unter dem Hintern versinkt.

    Es braucht noch einige Monate, bis diese Katastrophe so richtig weltweit überschwappt. Ziehen Sie sich warm an.

  • Einfach mal in den Spiegel schauen."
    Fehlanzeige, ich schau einfach zu gut aus, was ist zu tun ?

  • die Ex-DDRler haben auch geglaubt, sie kommen ins Paradies, weil sie das Westfernsehen für bare Münze genommen haben. Die Flüchtlinge gehen auch von falschen Annahmen aus. Allerdings geht es ihnen hier allemal besser, als in den Flüchtlingslagern.

  • die wird derzeit von den Abermilliarden der Notenbanken überdeckt. Solange, bis nichts mehr geht.

  • "Kann mir einer sagen, wo die Krise ist ?"
    Einfach mal in den Spiegel schauen.

  • Ist ja wieder mal typisch!
    Es werden Themen beschrieben, ohne eine einzige Bedingung, Kondition, anzugeben. Das Resultat liest man dann im Forum.
    In der Überschrift kann man getrost das Fragezeichen durch ein Ausrufezeichen ersetzen. Was sollen denn die Finanzmärkte hinsichtlich der Realwirtschaft aussagen? Falls die Fed die Zinsen weiter erhöhen sollte, müssen nach der Erfahrung der letzten Monate die Finanzmärkte, besonders die Börsen, verlieren.
    Wie hoch müsste der Ölpreis steigen, damit die Finanzmarktakteure wieder an starkes Wachstum der Weltwirtschaft und nicht nur der Finanzmarktprodukte glauben?
    Wann sind sich die Analysten denn wieder sicher, dass China sein Wachstumsziel von 6,5 Prozent erreicht? Im Dezember?
    Werden die selben Analysten von der Steigerung des Wachstums in der Eurozone überrascht? Wann wird diese Überraschung sichtbar? Im August?
    Was werden sich Finanzmärkte wünschen, wenn die Fed die Zinsen im Wahljahr nicht mehr erhöht? Ist das Ausdruck einer starken oder schwachen Wirtschaft in den USA? Wie würden die Finanzmärkte wohl reagieren, wenn Sanders die Präsidentschaft gewinnt? Die Wahl ist im November. Gilt bis dahin Unsicherheit?
    Was werden Medien und Nachrichtenagenturen zu mehr Klarheit und weniger Unsicherheit beitragen? Das ist doch kein Geschäftsmodell! Medien werden also weiter verunsichern.

  • Rainer von Horn@
    Die Alte war nie weg. Sie Unglücklicher, keine Gütertrennung ?

  • Die Alte war nie weg. (Ich meine die alte Finanzkrise).

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