Family Offices
Familien lassen Vermögen managen

Oft sind ganze Familien über Generationen an wachsende Vermögen gekommen. Nicht immer läuft dies problemlos. Profis – so genannte Family Offices – lösen Konflikte zwischen den Generationen.

HB LAUSANNE. Family Offices sind meistens gut informierte Investoren mit hohen Anforderungen und interessieren sich im Rahmen ihres definierten Portfolios auch für gut positionierte Investmentfonds. Das International Institute for Management Development (IMD) hat nun eine verbreiterte Fünf-Stufen-Typologie definiert, die der zunehmenden Komplexität der Family Offices gerecht werden soll.

Eine einzelne Person gründet ein Single Member Family Office und bestimmt dessen Struktur. Typischerweise handelt es sich um einen Investor oder Unternehmer, der durch einen Liquidity Event (Verkauf) kurzfristig zu liquidem Vermögen gelangt ist. Der Eigentümer ist oft tief verankert in den neuen Aktivitäten und trifft Kernentscheidungen selbst. Meist leiten vertraute Personen, mit denen der Gründer in vorherigen Strukturen langjährig zusammen gearbeitet hat, das Family Office.

Bei einem Limited Membership Single Family Office teilt sich eine begrenzte Anzahl von Familienmitgliedern die Vermögensansprüche. Typischerweise ist dies die Nachfolgegeneration des Gründers eines Unternehmens. Der Bedarf für ein Family Office entsteht durch die Beteiligung verschiedener Personen an einem Vermögen. Unterschiedliche Voraussetzungen, Ausbildungen und Interessen bedingen eine erhöhte Formalisierung und Schaffung von Entscheidungsrichtlinien und -strukturen. Die relative Nähe zur Gründergeneration führt typischerweise zu Vermögensanlagen, welche von einer unternehmerischen Kultur und Risikobereitschaft geprägt sind.

Wenn sich mehrere Generationen einer Familie das gemeinsame Vermögen teilen, handelt es sich um Multi-Generation Single Family Offices. Die größere Anzahl der Familienmitglieder erfordert eine nahezu institutionalisierte Organisationsstruktur mit hoher Transparenz und professionellem Management. Unterschiedliche Risikoprofile sind bedingt durch den Bedarf nach einerseits Vermögenswahrung und Absicherung in höherem Lebensalter gegenüber jüngeren Familienmitgliedern, die vermehrt an Vermögenswachstum interessiert sind.

Multi Family Offices teilen sich nicht verwandte Familien. Die Grundüberlegung ist die Kombination des Vermögens bei gleichzeitiger Verteilung der Kosten. Beim Family Office Service kümmern sich externe Dienstleistungsunternehmen, typischerweise Privatbanken, im Outsourcing um einen Teil oder die gesamten Anforderungen der Einzelpersonen oder Familien.

Joachim Schwass ist Professor für Family Business am International Institute for Management Development.

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