Felix Magath im Interview
„Geld gibt mir Sicherheit“

Felix Magath ist nicht nur einer der erfolgreichsten Fußballtrainer. Er kennt sich auch an der Börse aus. Im Interview erzählt Magath, was Geld für ihn bedeutet, wie er es anlegt und wieso er sich darum Sorgen macht.
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Handelsblatt: Herr Magath, es heißt, Sie seien stets informiert, was an der Börse läuft. Haben Sie heute schon auf die Kurse geschaut?

Felix Magath: Ja. Ich habe mich informiert, ob etwas Außergewöhnliches passiert ist oder nicht.

Das wollen wir testen: Wo steht der Dax aktuell?

Bei etwa 6100 Punkten.

Gute Antwort, vorhin waren es genau 6114 Punkte. Die Schuldenkrise droht erneut zu eskalieren. Macht Ihnen das Sorgen?

Allerdings. Bei der letzten großen Finanzkrise, im Jahr 2008, war ich noch nicht besorgt, jetzt bin ich es. Ich stelle fest, dass die Fachleute sehr ratlos sind. Ich befürchte, dass niemand mehr die Situation im Griff hat. Alles ist nur noch von politischen Stimmungen abhängig.

Heißt das, dass Sie ihre Geldstrategie überdenken?

Wenn es so weitergeht an den Finanzmärkten, muss ich mir Gedanken machen. Das habe ich noch nicht entschieden.

Kaufen Sie Gold?

Nein. Den Ratschlag, man solle Edelmetalle kaufen, habe ich so oft in den letzten Monaten gehört. Dabei hat die Absicherung mit Edelmetallen schon während der vergangenen Finanzkrise 2008 nicht funktioniert. Denn zu der Zeit sind auch die Edelmetalle in den Keller gerauscht. Von damals habe ich noch kleine Bestände.

Wie haben Sie Ihr Vermögen aufgeteilt?

Ungefähr 60 Prozent in Aktien. Außerdem habe ich noch ein paar Immobilien.

Bei einem so hohen Aktienanteil wäre jeder Bankberater entsetzt. Jemandem in Ihrem Alter würde er raten, mehr in Rentenpapiere umzuschichten.

Das mag sein. Aber wenn ich Anleihen von Griechenland gekauft hätte, wäre ich damit nicht sehr glücklich geworden. Dann schon lieber Aktien. Bei einem Unternehmen wie Volkswagen sehe ich kein großes Risiko.

Sagen Sie das, weil VW der Hauptsponsor Ihres derzeitigen Arbeitgebers ist - oder haben Sie die Aktie auch im Depot?

Die habe ich auch im Depot.

Kommentare zu " Felix Magath im Interview: „Geld gibt mir Sicherheit“"

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  • Dax Anfang 2009 ca 5000 Punkte - heute um die 6000 Punkte. Das sind nicht wirklich die genannten 50% Steigerung.

    WENN man auf die richtigen Aktien gesetzt hat, dann KANN man evtl. dabei auch was verdient haben. Wenn es die falschen Aktien waren ist man heute sein Geld los.

    Bei Gold hat sich der Preis verdoppelt, ich habe null Betreuungsaufwand, es kostet mich keine Nerven, es ist einfach DA. Und das wird es auch noch sein, wenn all die anderen Anlagen und Firmen schon längst Geschichte sind.

    Es ist da für den Notfall und kein Spekulationsobjekt. SO wird Geld von Generation zu Generation weitergegeben. Von den Reichsmark meiner Großeltern hätte ich heute nichts mehr und von den meisten Firmen die damals existierten bestehen auch nicht mehr allzu viele. Von den Goldstücken meiner Großeltern habe ich heute noch was.

    Wer seine Vermögensanlage aber nur über den Preis einer Sache plant, der hat das Wort WERT nicht verstanden.

  • Seit Ende 2008 hat sich Gold ungefähr verdoppelt. Die meisten Aktienmärkte sind im Vergleich "nur" um rund 50 Prozent gestiegen. Rechnen Sie noch die jährliche Dividenrendite bei Aktien hinzu, die es bei Gold nicht gibt, so ist der Abstand nicht so riesig. Und zweifelsohne ist Gold im Vergleich zu Substanzaktien derzeit das weitaus spekulativere Investment. Die echte Industrienachfrage nach Gold ist nicht signifikant gestiegen. Der Kursanstieg beruht vor allem auf Psychologie und Herdentrieb ("sicheres Investment in Krisenzeiten").

    Das kann und wird irgendwann kippen und dann wird der Goldkurs fallen wie ein Stein. Ob in 6 Monaten oder 6 Jahren kann niemand seriös vorhersagen. Selbstverständlich ist es möglich, dass Sie dann bei rechtzeitigem Ausstieg mit Gold trotzdem ein weitaus besseres Geschäft gemacht haben, als mit Aktien. Nur garantiert ist es nicht - auch wenn einige Goldfetischisten gern so tun.

    Ich erinnere gern an den Ölpreis. Mitte 2008 war der bei 150 USD und alle Welt hat nur noch darüber diskutiert, wenn denn die Marken von 200 USD und 250 USD fallen. 5 Monate später war der Ölpreis bei 40 USD.

  • "Kaufen Sie Gold?
    Nein. Den Ratschlag, man solle Edelmetalle kaufen, habe ich so oft in den letzten Monaten gehört. Dabei hat die Absicherung mit Edelmetallen schon während der vergangenen Finanzkrise 2008 nicht funktioniert. Denn zu der Zeit sind auch die Edelmetalle in den Keller gerauscht"

    .... und WO stehen die Edelmetalle heute? Sie sind ein wenig wie Phoenix aus der Asche, oder?

    .... und wieviel ist das Geld von damals noch Wert (Kaufkraft)?

    Als Fussballer und Fussballtrainer sollte man doch auch mal über den Platz hinausgucken.

    Vielleicht sagen Sie in ein paar Jahren:
    "GOLD hätte mir Sicherheit gegeben."

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