Felix Zulauf „Es wird unendliches Leid über Europa gebracht“

Griechenland wird nicht das einzige Land sein, das wegen der wirtschaftlichen Depression den Euro bald aufgeben muss, sagt der Finanzmarktexperte Felix Zulauf. Wie Anleger ihr Kapital in dem drohenden Chaos retten.
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Zulauf, Jahrgang 1950, zählt zu den weltweit renommiertesten Vermögensmanagern. Seit 1986 nimmt er alljährlich mit anderen Investmentlegenden Platz am berühmten Börsen-Roundtable des US-Anlegermagazins Barron’s. Zulauf war der erste Ausländer, dem diese Ehre zuteil wurde. Quelle: Pressebild

Zulauf, Jahrgang 1950, zählt zu den weltweit renommiertesten Vermögensmanagern. Seit 1986 nimmt er alljährlich mit anderen Investmentlegenden Platz am berühmten Börsen-Roundtable des US-Anlegermagazins Barron’s. Zulauf war der erste Ausländer, dem diese Ehre zuteil wurde.

(Foto: Pressebild)

Herr Zulauf, welcher europäischen Großbank geht bald die Luft aus?

Felix Zulauf: Im Prinzip sind in Europa schon mehrere Banken pleite, vermutlich auch einige in den USA. Aber die Regierungen werden keine große Bank bankrott gehen lassen.

Warum eigentlich nicht?

Der Ausfall einer großen Bank würde Ausfälle bei anderen nach sich ziehen, die der Pleitebank Kredit gegeben oder von dieser Derivate gekauft haben. Es würde also zu einer Kettenreaktion und letztlich zum Zusammenbruch des Finanzsystems kommen. Um den zu verhindern, werden im Lauf der nächsten zwei bis drei Jahre weitere Banken verstaatlicht werden, in den Peripherieländern, aber auch darüber hinaus.

Griechenland könnte nicht das einzige Land bleiben, das aus dem Euro austreten muss, meint Geldexperte Felix Zulauf. Quelle: dpa

Griechenland könnte nicht das einzige Land bleiben, das aus dem Euro austreten muss, meint Geldexperte Felix Zulauf.

(Foto: dpa)

Große Verstaatlichungen wären vor drei bis vier Jahren billiger gewesen.

Richtig. Schon während der damaligen Krise hätten alle systemrelevanten Banken sofort verstaatlicht werden müssen – zu Tiefstkursen. Danach hätte man Bonuszahlungen aussetzen und die Banken sukzessive auf eine stärkere Eigenkapitalbasis stellen können. Nach sieben bis zehn Jahren wären die überlebensfähigen Banken wieder reif für den Markt gewesen. In der jetzigen Form werden viele Banken nicht überleben.

Warum nicht?

Sie sind zu stark verschuldet, und nicht nur die Banken allein. In den letzten Jahrzehnten haben wir alle, im staatlichen und im privaten Bereich, in einem Ausmaß Schulden aufgebaut, dass das System nicht mehr funktionieren kann. Wir können nicht mehr wachsen, weil wir zu viele Schulden am Hals haben.

Die US-Großbank JP Morgan hat mit Derivate-Geschäften zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt. Ist es denkbar, dass sich dieser Verlust im Bankensystem potenziert?

Zwei Milliarden Dollar sind für JP Morgan ein Klacks. Den Verlust stecken die relativ schnell weg. Aber es könnte auch zehnmal mehr werden. Das Problem ist ein anderes: Es gibt in Amerika nur fünf Banken, die etwa 95 Prozent der ausstehenden US-Derivate auf ihren Büchern haben. JP Morgan ist eine davon. In Europa ist das Geschäft etwas breiter verteilt. Global bewegt sich der Derivate-Markt irgendwo zwischen 400 und 700 Billionen Dollar. Das sind enorme Summen.

Wenn realwirtschaftliche Trends dann auf einmal die Märkte heftig bewegen, kann es große Ausschläge geben. Dann besteht die Gefahr, dass sich eine Bank nicht richtig abgesichert oder sich schlicht verspekuliert hat. Auch dann droht ein Systemkollaps, der wiederum nur durch Verstaatlichungen verhindert würde. Ich sehe da keinen anderen Ausweg.

Die Regulierungsbehörden schreiben den Banken vor, riskante Geschäfte künftig mit mehr Kapital abzusichern. Können die Banken die höheren Kapitalanforderungen überhaupt umsetzen?

Man hat ihnen da ja recht viel Zeit gegeben. Die schärferen Eigenkapital-Vorschriften nach dem Basel III-Abkommen greifen erst von 2019 an.

Einzelne Länder wollen die Vorschriften verschärfen und drängen auf eine frühere Umsetzung.

Im Prinzip zu Recht, zur Gesundung des Finanzsystems brauchen wir besser kapitalisierte Banken. Zum heutigen Zeitpunkt aber schwächen die Eigenkapitalregeln das Finanzsystem massiv und schaden der Konjunktur. Wenn fällig gewordene Kredite nicht mehr erneuert werden, weil die Bankbilanzen wegen fehlendem Eigenkapital schrumpfen müssen, wird die wirtschaftliche Aktivität zwangsläufig zurückgehen. Das Problem reicht bis in die Schwellenländer hinein. Betroffen wären dort vor allem die Länder in Zentral- und Osteuropa.

Der Prozess ist noch lange nicht beendet
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103 Kommentare zu "Felix Zulauf: „Es wird unendliches Leid über Europa gebracht“"

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  • kaufen sie sich auf dem Schwarzmarkt in Berlin eine Walther PPK

  • alfred sie sind ein unbelehrbarer Nachplapperer.
    Scheitert der Euro dann scheitert Europa.

    Schön wiedergekeut von Mutti.

    Zur Info, der Euro ist lediglich eine Währung, mehr nicht.
    Europa gibt es seit einigen Hundert Jahren und Europa ging es ohne die Zwangsjacke deutlich besser.
    Auch das Märchen vom tollen Export und der Stabilität des Euros ist völliger Quatsch und wird nur von den Euro-Faschisten immer wiederholt.

    Der Euro hat über 60% an Wert verloren, oder warum bezahlen sie für jeden Mist soviel. Wann haben sie das letzte Mal ein Bier in der Kneipe bestellt, oder getankt?

    Zurück zum Europa der Nnationalstaaten, zurück zur EWG.

    Alles andere ist diktatorischer Blödsinn.

  • Die sogenannte Deutsch/Französische Freundschaft gab es noch nie, eher passt der Begriff meines Opas..

    der Erzfeind!

    Seit Jahrhunderten versuchen die Franzosen auf Kosten der Deutschen, damals noch die einzelnen Königreiche, sich ein gutes Leben zu genehmigen.

    Erst Bismarck hatte die Sache beendet!

  • wissen Sie was dann mal in den geschichtsbüchern stehen wird, natürlich NACH einer Verdrehung der Tatsachen??

    DEUTSCHLAND war wieder einmal alleine Schuld, dass die Euro Zone zerbrach und deshalb muss DE auch dafür bezahlen.
    Kollektivschuld sind wir ja gewohnt.

    Es heisst dann nicht mehr Holocaust sondern Euro und alle werden zucken und den Geldbeutel weit öffnen.

    Hören Sie mal genau hin was diese Europsychos Soros,Steinbrück, Schmid und Schäuble öffentlich in den letzten Wochen dazu gesagt hatten!

    Ich wette alles darauf das es so kommen wird.

  • WOW selten so wahre und klare Worte gehört, kann dieser mensch nicht unser neuer "Technokrat" Finanzminister werden???

  • ¨Meine Vision¨ Ich sehe, dass alle auf einen Crash beziehungsweise einen Krieg warten um die Schulden los zu werden! Im Krieg hat nichts und niemand mehr einen grossen Wert! Die Reichen kaufen unter Preis! Der Dollar ist auch nichts mehr Wert! Die USA zettelt diesen Krieg in Europa an und greift dann als Retter ein! Der Massenmörder-Konzern Monsanto(USA), der das Entlaubungs-Gift produziert hat, für den Vietnamkrieg, der später in Indien mit dem selben Gift Genmanipulierte Pflanzen spritzte, die Resistent waren gegen das Gift aber nicht gegen Krankheiten und 10'000ende Menschen krank machten, die später starben! Einige Zeit danach gebahren schwangere Frauen schwer missgebildete Kinder! Monsanto von der USA unterstützt, hat Agressivität, Abhängigkeit nach Europa gebracht! Die USA ein unheimlich gefährlicher Staatenbund der im höchsten Sinn falsch war!

    Alle Nicht National-Banken werden in Europa sterben, der von Idioten geschaffene Euro und die asoziale, völlig undemokratische Monster-EU die mit Schuld ist am Untergang Europas wird sterben! Kapitalisten werden auf brutalste Art enteignet! 10 Jahre danach kann alles wieder von vorne beginnen!vonRF,Schweiz

  • Ich habe mein Festgeldkonto gegen einen Rotwein-Bestand eingetauscht. Das einzige was mir jetzt noch Sorgen machen könnte ist die Leber, hicks.

  • "Global bewegt sich der Derivate-Markt irgendwo zwischen 400 und 700 Billionen Dollar. Das sind enorme Summen." Also der Handel mit auf Geld lautenden Papieren, zu denen insbesondere "Staatsanleihen" gehören, die auch als "Wertpapiere" verstanden werden.
    "Wenn realwirtschaftliche Trends dann auf einmal die Märkte heftig bewegen, kann es große Ausschläge geben." Also der "Wert" dieser Papiere geht verloren. Diese Papiere können nicht mehr in Höhe deren darin ausgewiesenen Werte gegen Geld getauscht werden, weil es dann offensichtlich ist, dass dieser "Wert" nicht dem Wert der "Realwirtschaft" entspricht. Dass diese Papiere nur für den "Wert" habe, der mit ihrem Verkauf mehr Geld realisiert als er Geld für deren Erwerb bezahlt hat.
    Und doch herrscht (noch) das ideologisch geprägte Verständnis dieser Profiteure, dass "realwirtschaftliche Trends" durch "nationale Währungen" ("Währungsreformen") beeinflussbar seien, "Wettbewerbsfähigkeit" dadurch gesichert oder wiedererlangt werde. Zu diesem Verständnis gehört auch, dass Banken dafür Kredite geben müssten, aber auch gleichzeitig mehr Geld behalten sollten, um bei Nichttilgung von Krediten nicht pleitegehen zu müssen. Also alles, was globale an ("realen") Gütern und Leistungen produziert werde, ob mit oder ohne Kredite, dafür gebe es Bedarf, könne also auch verkauft werden. Mit diesem Verständnis sollen "die Märkte" beruhigt werden, also die "Finanzmarktakteure", damit nicht alle gleichzeitig ihre "Wertpapiere" gegen Geld tauschen wollen, der profitable Handel mit diesen Papieren weiterhin und auf noch größerem Niveau gesichert werde.
    Ein Artikel (auch als Interview) mit einer diffenzierten Analyse der "Realwirtschaft" mit deren Folgen für die Menschen wir wohl deshalb nicht bezahlt und veröffentlicht.

  • wenn nach den Franzosen geht. nicht fuer uns.

    Nie vergessen wer uns diesen Bockmist eingebrockt hat: unsere Politiker und Frankreich

    PS stehe eigentlich nicht "rechts"

  • hier wird von einer Billion und mehr kosten gesprochen
    Teilen wir doch mal 1 Billion durch 80 Mill Einwohner
    12 Nullen minus 7 NUllen, das sind so ca. mindestens 10.000 für jeden Bundesbürger. Ziehen wir mal die Babies und die Alten ab und die 1€ Jobber und und und, so sind das für jeden noch einigermaßen verdienenden locker 50.000
    Und die werden die Politiker - und nun sag ich Drecksäcke - von uns eintreiben
    Ich trinke auf die Zukunft, Prost (Mahlzeit)

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