Fidelity zeigt mit dem European Growth Fund gutes Gespür
Fondsmanager favorisieren Versorger und Ölmultis

Graham Clapp, Star-Manager der US-Gesellschaft Fidelity, feiert in diesen Wochen gleich zwei Erfolge. Mit einem Volumen von mittlerweile über 16 Mrd. Euro festigte der von ihm betreute Fidelity European Growth seinen Status als größter Fonds für europäische Aktien auf dem deutschen Markt.

HB HAMBURG. Und auch die Performance stimmt: Zwischen Anfang August 2004 und Ende Juli 2005 schaffte Clapp ein Plus von 29,81 Prozent und holte damit fünf Prozentpunkte mehr heraus als der Vergleichsindex MSCI Europe. Das schaffte von den der Größe nach nächstfolgenden Fonds kein anderer . „Noch hat Clapp offenbar wenig Schwierigkeiten, die von ihm verwalteten Milliarden anzulegen“, kommentiert Ingo Klamroth von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust dieses Ergebnis. Auffällig sei jedoch, dass Clapp wie Vorgänger Anthony Bolton gerne in Randmärkte investiere und immer wieder kleine Positionen in Ländern wie Norwegen, Griechenland, der Türkei oder Russland ins Portfolio aufnehme. „Dabei liefert das zahlenmäßig sehr große Research-Team von Fidelity natürlich eine wesentliche Unterstützung“, sagt Klamroth weiter.

Den größten Anteil des Portfolios stellen mit knapp 33 Prozent nach wie vor britische Aktien; Länder- und Branchenzugehörigkeit sind für Clapp, der den Fonds Ende 2002 übernommen hat, jedoch zweitrangig. Wie zuvor auch Bolton konzentriert er sich darauf, an den europäischen Aktienmärkten unterbewertete Unternehmen aufzuspüren. Dabei setzt er auf eine breite Streuung: Lediglich vier Titel (Vodafone, BP, Eni, Credit Suisse) sind mit einem Anteil von mehr als zwei Prozent gewichtet; insgesamt finden sich im Fidelity European Growth derzeit 236 Positionen.

Mit 60 bis 80 Einzelwerten deutlich schlanker aufgestellt ist der European Research Fund der Unicredito-Tochter Pioneer. Und auch die Strategie weicht von der des Fidelity European Growth ab: So bildet der Fonds, der offiziell keinem Manager zugeordnet ist, die Länder- und Branchengewichtung des MSCI Europe nach. Die Sektoren werden dann mit den besten Investment-Ideen des europäischen Analystenteams aufgefüllt – bislang allerdings wenig erfolgreich: Aktuell hinkt der Pioneer European Research dem Vergleichsindex sowohl über zwölf Monate als auch über drei Jahre hinterher. Dasselbe gilt für den Pioneer Core European Equity. Dort greift Fondsmanager Stan Pearson ebenfalls auf die Vorschläge des hauseigenen Researchteams zurück, darf aber einzelne Sektoren deutlich über- oder untergewichten.

Zumindest auf Sicht von drei Jahren ging dagegen die hinter dem Pioneer Top European Players stehende Idee auf. Dessen Manager Andrew Arbuthnott filtert die vom Research vorgeschlagene Titelliste so stark, bis am Ende nur noch 30 bis 40 Aktien übrig bleiben. Mit BP, Vodafone und Eni finden sich dabei unter den fünf größten Positionen aktuell gleich drei Unternehmen, die auch bei Fidelity-Manager Clapp zu den Top Five gehören.

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