Finanzen persönlich – Thomas Hitzlsperger
„Aktien? Eine zeitraubende Beschäftigung“

Der ehemalige Fußballprofi und heutige TV-Kommentator hält wenig von spekulativen Anlageformen. Doch auch seine konservativen Investments gingen nicht alle auf. Thomas Hitzlsperger im Finanz-Check.
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FrankfurtNach seinem ersten selbst bezahlten Urlaub war er monatelang praktisch bettelarm. Aber eigentlich geht Thomas Hitzlsperger eher vorsichtig mit Geld um und legt es sehr konservativ an. Von Aktien lässt der ehemalige Fußballprofi und heutige Fernsehkommentator lieber die Finger und investiert in sich selbst, sprich in Gesundheit, Sprachen und Reisen. Die Finanzbranche sieht der 34-Jährige eher kritisch, auch wenn er mit seinen Beratern viel Glück gehabt hat.

Name: Thomas Hitzlsperger

Geburtstag: 5. April 1982

Beruf: Fußballexperte beim Bayerischen Rundfunk, Vorstandsberater beim VfB-Stuttgart, Ex-Fußballprofi

Was bedeutet Ihnen Geld?
Fußballprofis lernen noch vor dem ersten Elfmeter: 20 Jahre musst du Geld verdienen, damit du dir danach einen guten Beruf leisten kannst. Geld ist für mich ein flüchtiger Segen zu einem noch unbekannten Zweck.

Wann ist ein Mensch reich?
Wenn er mit all dem zurechtkommt, was er hat und haben wird.

Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Jetzt wird es aber schwer philosophisch. Ich entscheide mich für die Erinnerungen an meine fußballerische Karriere.

Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien?
Das war mein erster, selbst bezahlter Urlaub. Danach war ich für ein paar Wochen praktisch bettelarm

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Mit meiner Unterschrift unter den ersten Spielervertrag.

Wie haben Sie gelernt, mit Geld umzugehen?
Wenn ich richtig gelesen habe, kann man das wahrscheinlich nicht wirklich lernen. In den letzten Jahren haben sich fast alle gefeierten Banker entzaubert.

Was war Ihre erste Geldanlage?
Nichts Spekulatives, eher grundsolide. Der Hang für Zockereien ist bei mir nicht stark ausgeprägt.

Wann haben Sie Ihre erste Aktie gekauft und welche?
Ich hatte Glück mit meinen Beratern und Freunden. Deswegen ging der Kelch der Bankenkrise an mir vorüber.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Aktien gemacht?
Das ist eine zeitraubende Beschäftigung, die man nicht einfach mal so nebenbei betreiben kann.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an?
Ich investiere ganz überwiegend in mich selber: Gesundheit, Sprachen, Reisen. Die Zinsen sind überzeugend.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie?
Am wichtigsten für mich ist die Weiterbildung sowie kritische Überprüfung dessen, was ich tue. Im Laufe der Zeit gab es wiederkehrende Ratschläge, die ich erfreulicherweise befolgt habe.

Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum?
Der Kreis der Berater ist sehr klein. Das spart Zeit und Ärger.

Was war Ihre erfolgreichste Investition?
Nicht jedes folgenreiche Vorhaben war bisher erfolgreich. Manchmal versteht man erst nach langer Zeit, was ein Schuss in den Ofen war und was ein Glücksfall.

Welche „Wette“ ging nicht auf und warum?
Für systematische Spieler ist das eine herausfordernde Frage. Ich habe gut 25 Jahre im Fußball hart gearbeitet. Da blieb zum Wetten praktisch keine Zeit.

Ihre liebste Börsenweisheit?
Auch wenn das jetzt ein bisschen nach Oma klingt: „Großes Geld und großes Glück gibt es meistens nur am Stück. Ist dein Geld fürs Glück zu klein, lass die Börse Börse sein.“

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

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