Finanzexperte einmal anders
„Beim Gitarrespielen kann ich die Sau rauslassen“

Als Crashprophet wurde er bekannt, doch Max Otte liebt nicht nur Aktienkurse, sondern auch seine E-Gitarren. Im Interview erklärt er, warum Gelassenheit so wichtig ist und Anleger genau jetzt auf Aktien setzen sollten.
  • 8

Warten aufs Christkind einmal anders, ohne Krippenspiel, ohne Plätzchenbacken, ohne Knabenchor – dafür aber mit einem aktuellen Blick auf den Politikzirkus, heißen Tipps für das Aktienjahr 2014 und Crash-Prophet Max Otte an der E-Gitarre. In seinem Büro in Köln-Lindenthal fehlt es auch kurz vor den Festtagen an Weihnachtsschmuck, doch der Professor stimmt ein paar weihnachtliche Akkorde an. „We wish you a merry Christmas“

Herr Otte, als Wirtschaftsprofessor und Vermögensverwalter kennt man Sie. Aber was bedeutet Ihnen das Gitarre spielen?
Gitarre spielen ist für mich eine echte Entspannung, ich habe früher in einer Band gespielt. Im Moment geht es nicht, aber dabei kann man so richtig die Sau rauslassen, kann sich austoben und da ist man ein Team. Sport mach ich auch ganz gerne – wenn auch im Moment nicht genug. Aber mit anderen Musik zu machen ist wirklich was Tolles.

Wie kamen Sie zu diesem Hobby?
Ich spiele seit ich etwa zehn war. Meine Eltern haben viel Wert auf musikalische Erziehung gelegt. Für ein Klavier hat das Geld nicht gereicht, deshalb ist es die Gitarre geworden, zunächst musste ich an der klassischen Gitarre lernen. Später konnte ich dann meiner Leidenschaft frönen und habe mir eine E-Gitarre gekauft. Mein Liebling ist die Telecaster, die erste E-Gitarre, die jemals gebaut wurde. Sie ist sehr brillant, ehrlich, sehr direkt, eine Bluesgitarre, die beispielsweise auch Keith Richards, Andy Summers und Bruce Springsteen spielen.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise blieb Ihnen für Musik wahrscheinlich besonders wenig Zeit. Wie sieht es aktuell aus, sind wir aus dem Schlimmsten raus und gründen Sie bald eine neue Band?
Wir sind nicht aus dem Schlimmsten raus, wir haben zwar die Panik vermieden, aber, durch die ganzen Maßnahmen, die wir getroffen haben, rutschen wir in einen Kontrollstaat, die Märkte werden überwacht, die Bürgerinnen und Bürger werden überwacht, wir rutschen so in einen schleichenden Systemwandel. Das macht mir Sorgen und deswegen werde ich tatsächlich hoffentlich bald wieder Musik machen, um mir die Sorgen von der Seele zu spielen.

Um ein Instrument zu beherrschen, muss man viel üben, gibt es da aus Ihrer Sicht Parallelen zur Börse?
Wie in der Musik gibt es auch an der Börse ein paar geniale Autodidakten, aber es hilft sehr, wenn man Unterricht gehabt hat und das Handwerkszeug beherrscht. Und dann heißt es üben, üben, üben.

Was genau sollten Anleger können?
Es klingt banal, ist aber wichtig: Er muss Bilanzen lesen, Branchendynamiken erkennen, die ganze BWL hoch und runter. Das ist wie beim Gitarre spielen, da muss man schon Notenlesen können und Akkorde erkennen. Deswegen ist die differenzierte Aktienauswahl auch nichts für Privatanleger. Früher habe ich das noch anders gesehen, aber ohne Finanzmathematik geht es einfach nicht.

Kommentare zu " Finanzexperte einmal anders: „Beim Gitarrespielen kann ich die Sau rauslassen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Unn noch einer :)

    Otte hat natürlich vollkommen RECHT, dass die GROKO NUR DER BEDUDELUNG DER MASSEN DIENT UM SIE RUHIG ZU STELLEN!!

    Denn wenn hier keine Strukturen verändert werden, wird sich auch nichts verändern! Geschweige sich zum Positiven wenden. Wir leben schliesslich in der Realität und nicht in Hollywood!

    EINE HERRSCHENDE KLASSE HATTE SCHON IMMER IHR VOLK GEPLÜNDERT!!


    Schöne Weihnachten ALLEN! :-)

  • Ach ja....Politiker sind ALLE SCHAUSPIELER. wie halt die meißten Menschen!! Ein jeder fange bei sich selber an. Wie oft er sich zu seinen gunsten anderen gegenüber verstellt. Die Menschheit hat sich schon immer belogen und betrogen. Und diese ganze inszenierte Krise ist PURE STRATEGIE. KOLLATERALSCHÄDEN AN MENSCHENMATERIAL VOLL INBEGRIFFEN!

    Die NEUE WELT IST FÜR MICH GEPALNT! Es gibt KEINE ZUFÄLLE IN DER POLITIK. Selbst im Handeln des Einzelnen Menschen gibts keine Zufälle!

  • Als Gitarrenspieler und Bluesrockfan mag ich Otte.

    Lustig ist aber doch immer, wie Millionäre (Otte, Augstein usw.) über Wahrheiten reden und kritisieren. Dabei profitieren diese doch voll vom System!! Und werden demzufolge einen Teufel tun, dies zu ändern.

    Interessant ist Ottes Vortrag bei dem ein Mann aus dem Publikum unangenehme Fragen zu seiner Firma stellt.

    Und über Egoisten reden, selber einer sein und voll mit für das desaster verantwortlich zu sein und dies auch nicht beenden zu wollen, ist eigentlich lachhaft. Denn das Desaster konnte ja erst mit dem Afbau von Vermögen, Fonds usw. entstehen!!!

    Hätten einige nicht zuviel Geld, würde wir in einer besseren, gerechteren Welt leben!!

    Die GELDVERMERHUNG GEHÖRT VERBOTEN!! Denn die meißten Menschen sind nunmal käuflich! Und unsere Herrschenden Politiker haben sich bisher IMMER!! verkauft!!

    Man muß dazu nur mal Silvio Gesell lesen! Dieser Mann hatte den 2. WK einst deswegen vorausgesagt. Globalisierung ist nichts NEUES! Und gELDVERMEHRUNG AUCH NICHT! Auch Marx sagte vorher, dass das Kapital immer an sich selbst scheitert. Die Krisen sind nicht durch Menschen gemacht! SONDERN DURCH BESTEHENDE MITTELALTER STRUKTUREN!!

    Otte als intelligentem Menschen hat soviel Weitsicht. Will er aber gar nicht. Denn leichter sein Geld verdienen wie er es macht, gibts nirgendwo. Otte ist wie auch Dirk Müller ein großer Profitierer des Geldvermehrungssystem. Jeder hat mal Klein angefangen. Sei es mit Aktien, LV oder Fonds usw. Und deswegen werden diese Menschen auch KEIN INTERESSE HABEN, die Wahrheit zu sagen!

    Otte, Müller u.a. Beiträge (und nicht ausschließlich mit diesem) liegen zwischen deftiger Theaterezension und angemessener, substanzieller Kritik am Bestehenden.
    Stilistisch ist die Theaterrezension natürlich ein hervorragendes Mittel, diese Dinge treffend zu beschreiben. Jedoch muss man dann unbedingt explizit mit dazu sagen, dass es sich bei der Krise um Theater, eine schlechte Vorstellung, handelt. Um ein Schauspiel

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%