Finanzinnovationen Chinesen dominieren Fintech-Szene

Die erfolgreichsten Finanztechnologiefirmen kommen aus Asien. Gleich vier der fünf besten Fintechs sind chinesisch. Aber auch zwei deutsche Start-ups haben es in einem weltweiten Ranking auf Topplätze geschafft.
Das Unternehmen landet auf Platz eines weltweiten Fintech-Rankings. Quelle: Reuters
Alipay

Das Unternehmen landet auf Platz eines weltweiten Fintech-Rankings.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer chinesische Online-Bezahldienst Alipay ist längst über seine Heimat hinaus bekannt. Auch in einigen deutschen Geschäften kann man schon per Alipay bezahlen – wobei das Angebot zunächst einmal chinesische Touristen im Blick hat, die auch auf Reisen bequem mit ihrem Smartphone einkaufen wollen. Das Bezahlen per Smartphone ist in China bereits üblich, während es beispielsweise in Deutschland noch ganz am Anfang steht.

Kein Wunder, dass junge chinesische Finanztechnologiefirmen (Fintechs) weltweit zu den besten und etablierten der Szene gehören. Ant Financial, bisher auch als Alipay bekannt, ist sogar Spitzenreiter im Fintech-Ranking der Beratungsfirma KPMG und des australischen Accelerator H2 Ventureres, der als eine Art Geburtshelfer für ganz junge Firmen einen Überblick über die Branche hat. 100 Firmen umfasst das Ranking. Ant Financial ist nicht nur ein digitaler Bezahldienst, unter seinem Label gibt es auch Fintechs mit Dienstleistungen rundum Vermögensverwaltung und das Sammeln von Daten zu Kreditnehmern.

Investments, Namen und Kooperationen 2017
ING startet Fintech-Fonds
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Die niederländische Bank ING hat am 25. Oktober bekannt gegeben, dass sie den 300-Millionen-Euro schweren Fonds ING Ventures gestartet hat, um damit in Fintechs zu investieren. Mit Fintechs zu kooperieren und in sie zu investieren gehöre zum Kern ihrer Innovationsstrategie. Weltweit hat die Bank nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren bereits 115 strategische Partnerschaften und Investments getätigt.

Deutsche Bank startet Digi-Venture-Fonds
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Die Deutsche Bank beteiligt sich mit knapp 25 Prozent am Fintech Dwins. Es ist das erste Investment des neuen Digi-Venture-Fonds der Privatkundensparte. Der Fonds soll in strategisch interessante Finanztechnologie-Unternehmen investieren und ist aktuell mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag ausgestattet. Ab Dezember sollen Deutsche Bank-Kunden den von Dwins entwickelten Finanzplaner „Finanzguru“ exklusiv nutzen können...

N26 will in die USA expandieren
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Die Smartphone-Bank N26 will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Finanztechnologie-Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. „Die USA sind ein spannender Markt für N26, der uns große Möglichkeiten eröffnet“, sagte Gründer und Geschäftsführer Valentin Stalf, der die Pläne am 23. Oktober in Las Vegas vorstellte...

Bux sammelt 10,6 Millionen Euro ein
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Die niederländische Börsen-App Bux hat 10,6 Millionen Euro von einem Investorengremium um den deutschen Fonds Holtzbrinck Ventures eingesammelt. Bux widmet sich einem sehr deutschen Problem: der weit verbreiteten Angst vor Aktien. Gründer Nick Bortot (Foto) will vor allem jungen Leuten die Börse spielerisch näherbringen. Das Amsterdamer Start-up soll bereits 1,2 Millionen Nutzer haben, ein Drittel davon in Deutschland und Österreich...

JP Morgan übernimmt WePay
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JP Morgan hat den Zahlungsdienstleister WePay übernommen. Wie am 18. Oktober bekannt wird, will die größte US-Bank damit wohl rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren...

Compeon erhält zwölf Millionen Euro
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Der auf Firmenkunden spezialisierte Kreditvermittler Compeon sammelt zwölf Millionen Euro ein. Wie die Vermittlungsplattform für Unternehmensfinanzierungen am 12. Oktober meldet, stammt das Geld von seinen Altinvestoren. Angeführt wurde die zweite Finanzierungsrunde von Tengelmann Ventures. Beteiligt sind daneben auch btov Partners und Dieter von Holtzbrinck Ventures – letztere gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt. Compeon bezeichnet sich selbst als Marktführer unter den digitalen Plattformen für gewerbliche Finanzierungen und kooperiert mit mehr als 220 Banken, Fördermittelanbietern und Spezialfinanzierern. Gegründet wurde das Fintech von Nico Peters, Frank Wüller und Kai Böringschulte (Foto: von links). Die Plattform ging Mitte 2013 an den Markt.

Element bekommt Bafin-Lizenz
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Das von dem Berliner Company-Builder Finleap gegründete Start-up „Element“ hat für sein Versicherungsgeschäft eine Lizenz von der Finanzaufsichtsbehörde Bafin erhalten. Wie das Fintech am 11. Oktober meldet, gilt die Erlaubnis für Schaden- und Unfallversicherungen, was Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherungen sowie das Reisegeschäft einschließt. Als möglichen Partner nennt Element neben anderen Start-ups aus der Versicherungsbranche – sogenannten InsurTechs – auch etablierte Marken und Händler sowie klassische Versicherungen und Vermittler. Geschäftsführer Sascha Herwig (links im Bild, mit Wolff Graulich und Henning Groß) war zuletzt Bereichsleiter bei der Nürnberger Versicherung.

Neben Ant Financial sind gleich noch drei weitere chinesische Fintechs unter den Top-Fünf der 50 etablierten Fintechs weltweit gelandet. Als Kriterien dafür haben KPMG und H2 Ventures unter anderem die Höhe des eingesammelten Kapitals angelegt sowie eine Bewertung, wie sehr die Dienstleistungen der einzelnen Start-ups den zuvor bestehenden Markt verändern. Daneben haben sie die 50 aufstrebenden Stars der Szene ausgewählt. Auf dem zweiten Platz unter den etablierten Firmen folgt Qudian, ein Anbieter von Verbraucher- und Mikrokrediten. Sie will die vielen Chinesen anlocken, die keine Kreditkarte haben.

Immerhin zwei deutsche Firmen zählen zu den 50 der am meisten etablierten Fintechs. Kreditech landete auf Platz sieben. Kreditech ist seit 2012 am Markt und hat sich auf die sogenannten „underbanked“ Kunden spezialisiert. Gemeint sind solche, die von Banken keine Kredite bekommen und kaum Zugang zu anderen Finanzprodukten haben.

Vergabe von Mikro- und Ratenkrediten
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