Finanzinstitute beraten mit Wissenschaftlern über die Auswirkungen der globalen Erderwärmung
Banken nehmen Klimarisiken ernst

„Nichtstun beim Klimaschutz wird so richtig teuer!“ Unter diesem Motto beraten ab heute deutsche Finanzinstitute und Wissenschaftler in Berlin über Risiken und Chancen des Klimawandels beim Roundtable des Vereins für Umweltmanagement in Banken, Sparkassen und Versicherungen (VfU) und der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI).
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DÜSSELDORF. Es werden einige Strategien und Innovationen vorgestellt, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen.

So beschloss die Klimagruppe der Allianz eine konzernweite Klimastrategie mit 17 Zielen und 80 konkreten Vorhaben für alle Geschäftsbereiche, wie Armin Sandhövel berichtet, Umweltmanager der Allianz-Tochter Dresdner Bank. Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten und –produkte werden integriert und aufeinander abgestimmt. Die Klimagruppe entstand 2005, als der Allianz durch eine Studie mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) Klimarisiken erst richtig klar wurden.

Die BayernLB stellt sich dem Thema, „weil in entsprechenden Projekten sehr viel Geld gesammelt wurde, das jetzt investiert wird“, erläutert Umweltreferent Wolfgang Kugler. So fordert das „Carbon Disclosure Project“ (CDP), ein Zusammenschluss von 200 institutionellen Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 32 Billionen Euro, von den 2100 weltgrößten Konzernen Transparenz zu Klimaaktivitäten und Klimastrategien.

Um den Kunden ein Vorbild zu sein bezieht die BayernLB ab 2007 nur noch Strom aus Wasserkraft und kompensierte 2006 die mit dem Papierverbrauch verbundenen Emissionen Ankauf und Stilllegung von Zertifikaten für ein Klimaschutzprojekt. Zum Jahresende legt sie den ersten nachhaltigen Publikumsfonds für institutionelle Anleger auf, den sie in Berlin vorstellt. Die Chancen des Klimawandels nutzt sie zum Beispiel mit der Finanzierung der weltgrößten Photovoltaik-Anlage ihrer Art.

Eine große niederländische Bank will ihre 2,5 Millionen Privatkunden aufrütteln und bietet ihnen ab Februar 2007 ein „Klimakonto“. Über die Check- oder Kreditkarte werden die CO²-Emissionen ihrer Einkäufe berechnet und von der Bank durch Finanzierung von Klimaschutzprojekten kompensiert, erläutert Ingo Puhl, Geschäftsführer von 500ppm. Er hat das Konzept inhaltlich und technisch für die britische Ice Organisation entwickelt. Die Verhandlungen mit drei ausländischen Banken seien bereits fortgeschritten, sagt Puhl. Die Bank koste das ähnlich wie Miles & More-Karten weniger als ein Prozent des Umsatzes. Die Kontoauszüge informieren über die Klimapunkte, deren Neutralisierung, und geben kundenspezifische klimafreundliche Verhaltens- und Produkttipps.

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