Finanzinstrumente mindern Risiken aus starken Kursschwankungen
Zertifikate finden Balance zwischen Sicherheit und Performance

Viele Anleger fragen sich, unter welchen Bedingungen es sinnvoll ist, Discount-Zertifikate und wachstumsorientierte Sprint-Zertifikaten in einem Depot zu mischen. Der „durchschnittliche“ Anlageberater würde hiervon eindeutig abraten. Seine Argumentation lautete wahrscheinlich: Wer auf Grund einer klaren Marktmeinung investieren will, für den ist der zeitgleiche Einsatz von Sprint- und Discount-Zertifikaten in einem Depot ein klarer Widerspruch.

HB DÜSSELDORF.Denn defensive Discounter sind ideal für die Marktmeinung „stagnierend bis leicht fallend“. Ein Sprint-Zertifikat, das in einer gewissen Bandbreite über dem aktuellen Indexstand die doppelte Performance ermöglicht, geht aber von steigenden Märkten aus.

Der Denkfehler bei dieser Überlegung steckt in dem schönen Wort „klare Marktmeinung“. Denn es impliziert, dass die Börse in der Zukunft das tun würde, was schlaue Analysten vorhergesagt haben – doch gerade das tun sie oft nicht.

Historische Rückrechnungen haben ergeben, dass ein Portfolio, in dem die klassische Aktienallokation zu 50 Prozent mit Discountern und zu 50 Prozent mit Sprint-Zertifikaten ersetzt wird, im Durchschnitt eine wesentlich höhere Performance als das Direktinvestment erzielt hätte. In steigenden Märkten wie den Jahren 1996 bis 1999 hätte der Anleger keinen Performance-nachteil hinnehmen müssen, da die Performance-Begrenzung der Discounter durch den Einsatz von Sprint-Zertifikaten kompensiert wurde. In den schwierigen Jahren 2000 bis 2002 konnte die Strategie ihren vollen Nutzen ausspielen. Die Discounter haben den Kursrückgang deutlich bremsen können und in der Kurserholung 2003/2004 diesen Vorteil weiter ausgebaut.

Mit einem innovativen Portfolio, das indirekt über Discounter und Sprint-Zertifikate in den Euro Stoxx 50 investiert, wurde über die vergangenen neun Jahre im Schnitt eine Performance von 9,6 Prozent jährlich erzielt im Vergleich zum Direktinvestment in den Euro Stoxx 50, der nur 7,7 Prozent jährlich erreicht hat. Viel wichtiger als die absoluten Werte ist jedoch das subjektive Empfinden, das heißt: Wie viel Risiko musste mit den gewählten Strategien in Kauf genommen werden. Beim Direktinvestment betrug die durchschnittliche jährliche Schwankung 21,8 Prozzent, beim innovativen Depot nur 15,1 Prozent.

Es gibt beispielsweise Anlageprodukte, die in einer einzigen Konstruktion auf steigende und fallende Märkte setzen. Ein derartiges Produkt ist beispielsweise das S2mart-Plus-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50. Es bietet gegenüber der Direktanlage zwei Vorteile: Über einen Sicherheitspuffer ist der Anleger gegen fallende Kurse geschützt, wenn der Index bis zur Endfälligkeit um maximal den Prozentsatz des Puffers fallen sollte. Der Anleger erhält trotzdem sein Kapital zu 100 Prozent zurück. Sollte der Basiswert weiter fallen, erleidet der Anleger einen anteiligen Verlust, der allerdings immer geringer als bei der Direktanlage in den Basiswert ist. Zweitens genießt der Anleger einen Vorteil bei steigenden Märkten, da er an einer positiven Wertentwicklung überdurchschnittlich partizipiert. Der Anleger fährt also immer besser, egal ob die Aktien fallen oder steigen. Wie kann das funktionieren? Die Erklärung liegt im Kursindex Euro Stoxx 50: Dividenden werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Für diesen Verzicht erhält der Käufer entsprechender Zertifikate den Sicherheitspuffer und die überproportionale Partizipation.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Anleger, welche die Wertentwicklung der Aktienmärkte zuverlässig vorhersehen können, sollten Discounter- und Sprint-Zertifikate in einem Depot nicht mischen und auch keine S2Mart-Plus-Zertifikate kaufen. Für all diejenigen, die rationale Lösungen für eine unsichere Zukunft suchen, stellen diese innovativen Kombinationen jedoch eine sinnvolle Alternative zur Standard-Anlage dar.

Werner Humpert ist Managing Director Investment Produkte bei der UBS Investment Bank AG.

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