Finanzmärkte Warum sich Aktien trotzdem lohnen

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Fazit: Ein gefährliches Spiel

Wer eins und eins zusammenzählen kann, muss zu dem Schluss kommen: Im aktuellen Umfeld ist es nicht besonders schlau, sein Geld an der Börse zu investieren. Zu viel spricht für einen großen Crash. Allerdings leben wir in einer Welt, in der die normale Arithmetik außer Kraft gesetzt ist. Eins und eins ergeben nicht zwei. Dafür sorgen diejenigen, die die Regeln an den Finanzmärkten bestimmen, die Notenbanken.

Ende Juli kündigte der Präsident der EZB an, dass er alles in seiner Macht stehende tun werde, um den Euro zu erhalten. Im Klartext hieß das: Er wird im Notfall so viel Geld drucken wie nötig, um Anleihen zu kaufen, die sonst keiner mehr haben will. Inzwischen hat die EZB sogar offiziell erklärt, dass sie unter Umständen unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen wird. Die Zentralbanken der USA, Chinas und Japans lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Auch sie werden großzügige Anleihekauf- oder Konjunkturprogramme auflegen.

Weltweit überschwemmen die Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld - damit die Schuldenstaaten in Europa noch ein wenig länger über die Runden kommen, damit die US-Wirtschaft neue Jobs schafft, damit China weiter wachsen kann.

Ob das sinnvoll oder auch gesund ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Fakt ist: Das Geld muss irgendwo hin, aber zumindest ein Teil kommt nicht in der Realwirtschaft an, sondern versickert an den Finanzmärkten. Dort treibt es die Kurse von Aktien, Anleihen oder Rohstoffen.

Die Geldpolitik mit der Notenpresse hat einen unangenehmen Nebeneffekt für Sparer: Weil die Zinsen auf historisch niedriges Niveau gesenkt wurden, werfen festverzinsliche Anlagen kaum noch etwas ab. Für eine zehnjährige Bundesanleihe gibt es nur noch eine Rendite von 1,5 Prozent, bei zweijährigen kann man froh sein, wenn man nicht noch draufzahlen muss. Wer sein Geld auf dem Konto oder dem Sparbuch liegen lässt, verliert stetig an Kaufkraft. Auch die Lebensversicherung mit Garantiezins von aktuell 1,75 Prozent kann die Inflation nicht ausgleichen. Der Mangel an Alternativen lässt Aktien auf einmal attraktiv erscheinen, die Dividenden bringen verlässliche Erträge sogar unabhängig von der Kursentwicklung.

Die Kritiker, die davor warnen, dass die Notenbanken gigantische Vermögensblasen aufblähen, haben deshalb nicht unrecht. Aber was kann der kleine Anleger dagegen tun? Wer dieses Spiel nicht mitspielen will, hat gute Gründe auf seiner Seite. Es ist ein gefährliches Spiel. Und es ist ein perverses Spiel, weil schon verloren hat, wer nicht mitspielt.

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12 Kommentare zu "Finanzmärkte: Warum sich Aktien trotzdem lohnen"

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  • Aktie ist nicht gleich Aktie.-Aktien lohnen sich immer,aber es können nun mal nicht alle Gewinner sein.Wer vor 5 Jahren in Apple investierte ist fein raus,mit ner Coba-Aktie aber nicht.Es kommt auf die Auswahl,den richtigen Kauf-und Verkaufszeitpunkt an.
    Selbst Nemax-Aktien(97 bis März 00) und Nikkei-Aktien (79- Ende 89) liefen gut,man musste sie nur rechtzeitig wieder abstoßen.Hört sich einfach an,ist aber verdammt schwer.

  • Aktien lohnen deswegen nicht, weil sie keinen Inflations-Ausgleich bieten und auch extrem spekulativ sind.

    Laut den Zahlen vom Handelsblatt hat der Aktienbesitzer in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8,8% Rendite p.a. erzielt.

    Dies entspricht der wahren Inflation in Deutschland.

    Die 2%, die man uns immer nennt, sind was für Dummies und Bahnhofsbesetzer.

    Eine Rendite, bei der die Inflation keine Rolle spielt, haben nur Edelmetall-Besitzer:

    Gold 31,4% p.a., Silber 42,8% p.a., mit weiter ansteigender Tendenz. (Zahlen lt.Handelsblatt).

  • Ich halte es volkswirtschaftlich für nicht schlecht, dass Sparer gezwungen werden richtig zu investieren und nicht nur ihr Geld bei einer Institution abliefern und dann risikolos kassieren. Gerade die deutsche Vollkaskomentalität sorgt dafür dass Geld in letztlich unproduktive Staatsanleihen fließen. Nur Investitionen in die Realwirtschaft mir entsprechendem Risiko bringt die Wirtschaft voran. Und dieses Risiko sollte breit gestreut von allen Anlegern möglichst direkt eingegangen werden und nicht nur von institutionellen Anlegern. Endlich werden die kleinen Sparer aus der Reserve gelockt und müssen sich selbst etwas anstrengen, wie man dies früher tun musste in dem man z.B. in den eigenen Laden investierte.

  • Siehe Empfehlungen von mir im HB:Commezbank plus 24%,
    eine andere Postion plus 12%.Wer es gelesen hat weiß es!
    Bin Privatanleger und sorge für meine Altersvorsorge vor!
    Habe die Facebook Aktie vor dem Listing auf Halbierung gestuft.
    Hatte recht! Einstieg bei 18 bis 19 Dollar für mich nicht schlecht! Bin allerdings noch nicht investiert.Wünsche allen hier im Blog viel Glück!
    MfG
    Walter Schmid
    P.S: Commerzbank hat noch viel Luft nach oben!Übernahmekandidat,sogar möglich von DBank!

  • Gold ist zu Zeiten wie jetzt auch prima

  • Deutsche Qualitäts-Aktien, wie eine BASF, VW etc., kann man immer und zu jeder Zeit kaufen, wenn man sie 15, 20 (oder länger) Jahre im Portfolio gedeihen lässt.
    In mageren Jahren ernährt man sich halt von der Dividende. Es gibt KEINE bessere Asset-Klasse zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien.

  • Dream your dream.
    Gewinne können fluchtartig in den Keller gehen (wie 2008) und urplötzlich haben wir KGV's von 20, 30, 40,...

    Gerade läuft die 2. US-Berichtssaison hintereinander, wo reduzierte Gewinnprognosen (durch Sparmßnahmen) noch übertroffen werden, die Einnahmen aber wieder sinken.

    Ergo, lange geht das nicht mehr gut.

    Aber, glaubt ruhig weiter den Analysten ... und dem KGV-Märchen von 10 ...

  • Natürlich war es 1999/2000 anders, vergleichen sie doch nur die KGV-Bewertungen und sie erkennen sofort einen riesigen Unterschied.

  • Ganz genau. Seit Monaten geht der IFO Geschäftsklima-Index nach unten (Vergleiche von 2008 sind da angebracht) und die Unternehmenszahlen werden auch immer schlechter. Wie weit es noch nach unten geht, kann doch keiner sagen. Und wenn das dann auf einmal einigen mehr bewußt wird, kommt der Crash. Dann erst kann man wieder einsteigen. Haben wir doch 2008 auch so erlebt.

  • Kinder, 1999/2000 war's nicht anders ... ist halt nur die Frage, wie lange sich das Lügen-Gebilde halten kann ... der Rest ergibt sich dann von alleine.

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