Finanzmärkte Warum sich Aktien trotzdem lohnen

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Risiko Europa: Krise ohne Ende

Der Wunsch der Politik, den Euro zu erhalten, ist groß. Doch er könnte an der Realität scheitern. Selten ist die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Politikern auf der einen Seite und den Menschen auf der Straße auf der anderen, so deutlich, wie bei Merkels Besuch in Athen in der vergangenen Woche.

„Ich bin nicht als Lehrerin gekommen“, sagte die Bundeskanzlerin. Stattdessen war Merkel gekommen, um Hilfe bei der Schuldenkrise zu versprechen. Ihr Gegenüber, der griechische Ministerpräsident Samars, bedankte sich artig, nannte die Deutsche „eine Freundin dieses Landes“. Während man sich drinnen um wohltemperierte Worte bemühte, ging es draußen vor der Tür weniger höflich zu. „Merkel raus, Griechenland ist keine Kolonie“ oder „Das ist nicht die EU, sondern Sklaverei“ stand auf einigen der Banner, mit denen Zehntausende Menschen gegen den Besuch der deutschen Kanzlerin protestierten. Sie sehen in Merkel, die immer wieder strenge Sparmaßnahmen angemahnt hatte, die Hauptschuldige für den wirtschaftlichen Niedergang des Landes.

Eigentlich sollen die Griechen ihren Schuldenstand bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken. Schon jetzt ist klar: Sie werden das Ziel verfehlen; wie weit, davon wird der Bericht der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) handeln. Er ist Grundlage für die Auszahlung der von Athen dringend benötigten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro.

Wenn Griechenland im Euro bleiben will, wird es auf Jahre hinaus auf die Alimentierung durch die restlichen Euro-Staaten angewiesen sein. Das wäre noch zu verkraften, steckten diese nicht selbst in ernsthaften Schwierigkeiten. Als Geberländer fallen Länder wie Spanien oder Italien jedenfalls aus, auch hinter Frankreich steht ein Fragezeichen.

„Die Fliehkräfte nehmen weiter zu und unterhöhlen das Fundament der Währungsunion“, heißt es im Finanzmarkstabilitätsbericht des IWF. „Obwohl die Politiker viele wichtige Schritte unternommen haben, ist die Gefahr einer Abwärtsspirale mit Kapitalflucht, Angst vor einem Zerfall der Euro-Zone und Rezession nicht gebannt.“ Viele Investoren haben längst die Flucht ergriffen. Immer mehr Geld fließt aus den Randstaaten ab. Allein aus Spanien haben private Investoren binnen eines Jahres fast 300 Milliarden Euro abgezogen, aus Italien 230 Milliarden.

Kapitalflucht, drohende Rezession, mangelnde Reformen - vieles spricht dafür, dass sich die Euro-Krise nicht so schnell in Luft auflösen wird. Auch die Börsen werden das nicht auf Dauer ignorieren können. Zumal die Risiken auch in anderen Teilen der Welt zunehmen.

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12 Kommentare zu "Finanzmärkte: Warum sich Aktien trotzdem lohnen"

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  • Aktie ist nicht gleich Aktie.-Aktien lohnen sich immer,aber es können nun mal nicht alle Gewinner sein.Wer vor 5 Jahren in Apple investierte ist fein raus,mit ner Coba-Aktie aber nicht.Es kommt auf die Auswahl,den richtigen Kauf-und Verkaufszeitpunkt an.
    Selbst Nemax-Aktien(97 bis März 00) und Nikkei-Aktien (79- Ende 89) liefen gut,man musste sie nur rechtzeitig wieder abstoßen.Hört sich einfach an,ist aber verdammt schwer.

  • Aktien lohnen deswegen nicht, weil sie keinen Inflations-Ausgleich bieten und auch extrem spekulativ sind.

    Laut den Zahlen vom Handelsblatt hat der Aktienbesitzer in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8,8% Rendite p.a. erzielt.

    Dies entspricht der wahren Inflation in Deutschland.

    Die 2%, die man uns immer nennt, sind was für Dummies und Bahnhofsbesetzer.

    Eine Rendite, bei der die Inflation keine Rolle spielt, haben nur Edelmetall-Besitzer:

    Gold 31,4% p.a., Silber 42,8% p.a., mit weiter ansteigender Tendenz. (Zahlen lt.Handelsblatt).

  • Ich halte es volkswirtschaftlich für nicht schlecht, dass Sparer gezwungen werden richtig zu investieren und nicht nur ihr Geld bei einer Institution abliefern und dann risikolos kassieren. Gerade die deutsche Vollkaskomentalität sorgt dafür dass Geld in letztlich unproduktive Staatsanleihen fließen. Nur Investitionen in die Realwirtschaft mir entsprechendem Risiko bringt die Wirtschaft voran. Und dieses Risiko sollte breit gestreut von allen Anlegern möglichst direkt eingegangen werden und nicht nur von institutionellen Anlegern. Endlich werden die kleinen Sparer aus der Reserve gelockt und müssen sich selbst etwas anstrengen, wie man dies früher tun musste in dem man z.B. in den eigenen Laden investierte.

  • Siehe Empfehlungen von mir im HB:Commezbank plus 24%,
    eine andere Postion plus 12%.Wer es gelesen hat weiß es!
    Bin Privatanleger und sorge für meine Altersvorsorge vor!
    Habe die Facebook Aktie vor dem Listing auf Halbierung gestuft.
    Hatte recht! Einstieg bei 18 bis 19 Dollar für mich nicht schlecht! Bin allerdings noch nicht investiert.Wünsche allen hier im Blog viel Glück!
    MfG
    Walter Schmid
    P.S: Commerzbank hat noch viel Luft nach oben!Übernahmekandidat,sogar möglich von DBank!

  • Gold ist zu Zeiten wie jetzt auch prima

  • Deutsche Qualitäts-Aktien, wie eine BASF, VW etc., kann man immer und zu jeder Zeit kaufen, wenn man sie 15, 20 (oder länger) Jahre im Portfolio gedeihen lässt.
    In mageren Jahren ernährt man sich halt von der Dividende. Es gibt KEINE bessere Asset-Klasse zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien.

  • Dream your dream.
    Gewinne können fluchtartig in den Keller gehen (wie 2008) und urplötzlich haben wir KGV's von 20, 30, 40,...

    Gerade läuft die 2. US-Berichtssaison hintereinander, wo reduzierte Gewinnprognosen (durch Sparmßnahmen) noch übertroffen werden, die Einnahmen aber wieder sinken.

    Ergo, lange geht das nicht mehr gut.

    Aber, glaubt ruhig weiter den Analysten ... und dem KGV-Märchen von 10 ...

  • Natürlich war es 1999/2000 anders, vergleichen sie doch nur die KGV-Bewertungen und sie erkennen sofort einen riesigen Unterschied.

  • Ganz genau. Seit Monaten geht der IFO Geschäftsklima-Index nach unten (Vergleiche von 2008 sind da angebracht) und die Unternehmenszahlen werden auch immer schlechter. Wie weit es noch nach unten geht, kann doch keiner sagen. Und wenn das dann auf einmal einigen mehr bewußt wird, kommt der Crash. Dann erst kann man wieder einsteigen. Haben wir doch 2008 auch so erlebt.

  • Kinder, 1999/2000 war's nicht anders ... ist halt nur die Frage, wie lange sich das Lügen-Gebilde halten kann ... der Rest ergibt sich dann von alleine.

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