Finanzmärkte

Warum sich Aktien trotzdem lohnen

Die Euro-Krise: ungelöst. Die USA: mitten im Schuldensumpf. China: Wachstum schwächelt. Die Welt steuert auf die nächste große Krise zu. Wir stellen die größten Risiken vor - und warum die Börsen trotzdem steigen.
12 Kommentare
Börsenhändler in New York: Rettung in letzter Minute? Quelle: dapd

Börsenhändler in New York: Rettung in letzter Minute?

(Foto: dapd)

Mit rechten Dingen geht das nicht zu. So denken viele, die nicht gleich umschalten, wenn kurz vor der Tagesschau die Börsenberichte im Ersten laufen. Erstaunlich häufig berichteten  die Moderatoren in den vergangenen Wochen von steigenden Aktienkursen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte auf Sicht von drei Monaten um zehn Prozent zu. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die Nachrichten sonst wenig Anlass zum Jubeln geben. Zählen Sie nur mal mit, wie häufig das Wörtchen „Krise“ genannt wird, kaum ein Beitrag über Europa oder die Weltwirtschaft kommt ohne aus.

Man könnte es sich einfach machen, und sagen: Die Börse hat jeden Bezug zur Realität verloren. Nur noch Zocker sind dort unterwegs. Gerade in Deutschland ist diese Meinung populär. Die Deutschen misstrauen der Börse. Aktien sind ihnen suspekt. Wenn die Kurse steigen, fürchten sie den nächsten Absturz; wenn die Kurse fallen, wollen das alle schon vorher gewusst haben.

Die kleine Börsenrally der vergangenen Wochen ist an den Privatanlegern völlig vorbeigegangen. Das belegen Zahlen von Comdirect. Die Online-Bank wertet regelmäßig die Depots ihrer Kunden aus. Ergebnis: Die Bereitschaft, Aktien zu verkaufen, war zuletzt deutlich höher, als die Lust zu kaufen. „Die Privatanleger misstrauen der aktuellen Entwicklung – auf große Einkaufstour gehen derzeit nur wenige“, sagt Stefan Wolf, Produktmanager bei Comdirect. Ein Großteil der Anleger sehe keine begründete Basis für eine weitere solide Entwicklung. „Von einem langfristigen Engagement in Aktien sehen viele daher derzeit ab“, meint Wolf.

Fest steht: Es gibt gute Gründe, skeptisch zu sein. Und trotzdem könnten diejenigen, die zu vorsichtig sind, am Ende die Dummen sein. Auf den folgenden Seiten stellen wir die größten Risiken für die Börsen vor – und einen Grund, warum sich Aktien trotzdem lohnen.

Risiko Europa: Krise ohne Ende
Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Finanzmärkte - Warum sich Aktien trotzdem lohnen

12 Kommentare zu "Finanzmärkte: Warum sich Aktien trotzdem lohnen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Aktie ist nicht gleich Aktie.-Aktien lohnen sich immer,aber es können nun mal nicht alle Gewinner sein.Wer vor 5 Jahren in Apple investierte ist fein raus,mit ner Coba-Aktie aber nicht.Es kommt auf die Auswahl,den richtigen Kauf-und Verkaufszeitpunkt an.
    Selbst Nemax-Aktien(97 bis März 00) und Nikkei-Aktien (79- Ende 89) liefen gut,man musste sie nur rechtzeitig wieder abstoßen.Hört sich einfach an,ist aber verdammt schwer.

  • Aktien lohnen deswegen nicht, weil sie keinen Inflations-Ausgleich bieten und auch extrem spekulativ sind.

    Laut den Zahlen vom Handelsblatt hat der Aktienbesitzer in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8,8% Rendite p.a. erzielt.

    Dies entspricht der wahren Inflation in Deutschland.

    Die 2%, die man uns immer nennt, sind was für Dummies und Bahnhofsbesetzer.

    Eine Rendite, bei der die Inflation keine Rolle spielt, haben nur Edelmetall-Besitzer:

    Gold 31,4% p.a., Silber 42,8% p.a., mit weiter ansteigender Tendenz. (Zahlen lt.Handelsblatt).

  • Ich halte es volkswirtschaftlich für nicht schlecht, dass Sparer gezwungen werden richtig zu investieren und nicht nur ihr Geld bei einer Institution abliefern und dann risikolos kassieren. Gerade die deutsche Vollkaskomentalität sorgt dafür dass Geld in letztlich unproduktive Staatsanleihen fließen. Nur Investitionen in die Realwirtschaft mir entsprechendem Risiko bringt die Wirtschaft voran. Und dieses Risiko sollte breit gestreut von allen Anlegern möglichst direkt eingegangen werden und nicht nur von institutionellen Anlegern. Endlich werden die kleinen Sparer aus der Reserve gelockt und müssen sich selbst etwas anstrengen, wie man dies früher tun musste in dem man z.B. in den eigenen Laden investierte.

  • Siehe Empfehlungen von mir im HB:Commezbank plus 24%,
    eine andere Postion plus 12%.Wer es gelesen hat weiß es!
    Bin Privatanleger und sorge für meine Altersvorsorge vor!
    Habe die Facebook Aktie vor dem Listing auf Halbierung gestuft.
    Hatte recht! Einstieg bei 18 bis 19 Dollar für mich nicht schlecht! Bin allerdings noch nicht investiert.Wünsche allen hier im Blog viel Glück!
    MfG
    Walter Schmid
    P.S: Commerzbank hat noch viel Luft nach oben!Übernahmekandidat,sogar möglich von DBank!

  • Gold ist zu Zeiten wie jetzt auch prima

  • Deutsche Qualitäts-Aktien, wie eine BASF, VW etc., kann man immer und zu jeder Zeit kaufen, wenn man sie 15, 20 (oder länger) Jahre im Portfolio gedeihen lässt.
    In mageren Jahren ernährt man sich halt von der Dividende. Es gibt KEINE bessere Asset-Klasse zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien.

  • Dream your dream.
    Gewinne können fluchtartig in den Keller gehen (wie 2008) und urplötzlich haben wir KGV's von 20, 30, 40,...

    Gerade läuft die 2. US-Berichtssaison hintereinander, wo reduzierte Gewinnprognosen (durch Sparmßnahmen) noch übertroffen werden, die Einnahmen aber wieder sinken.

    Ergo, lange geht das nicht mehr gut.

    Aber, glaubt ruhig weiter den Analysten ... und dem KGV-Märchen von 10 ...

  • Natürlich war es 1999/2000 anders, vergleichen sie doch nur die KGV-Bewertungen und sie erkennen sofort einen riesigen Unterschied.

  • Ganz genau. Seit Monaten geht der IFO Geschäftsklima-Index nach unten (Vergleiche von 2008 sind da angebracht) und die Unternehmenszahlen werden auch immer schlechter. Wie weit es noch nach unten geht, kann doch keiner sagen. Und wenn das dann auf einmal einigen mehr bewußt wird, kommt der Crash. Dann erst kann man wieder einsteigen. Haben wir doch 2008 auch so erlebt.

  • Kinder, 1999/2000 war's nicht anders ... ist halt nur die Frage, wie lange sich das Lügen-Gebilde halten kann ... der Rest ergibt sich dann von alleine.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%