Finanzmarktforum
Das sind die wichtigsten Fragen der Anleger

Viele Fragen zu Märkten und Chancen der kommenden Monate hatten die Besucher des Handelsblatt-Finanzmarktforums in Hürth. Aber es ging nicht nur um Tipps für Spekulanten; auch Konservative kamen auf ihre Kosten.
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Wie groß ist der politische Wille in Europa, Reformen durchzusetzen?
Ulrich Stephan: Der Druck zu Reformen muss schon sehr groß sein. Am Beispiel Italiens sieht man: Das Drohpotenzial von Regierungschef Mario Monti reicht nicht. Italien macht zu wenig, um verkrustete Strukturen aufzubrechen und etwa wettbewerbsfähigere Unternehmen zu schaffen.

Gabor Steingart: Es muss ein Wachstumsprogramm dazukommen: Wir brauchen einen Marshall-Plan für Europa - Anreizstrukturen für starke Firmen, Joint Ventures zu bilden, so dass Wachstum entstehen kann. In Deutschland hat das relativ gut geklappt nach der Wiedervereinigung - wenngleich wir es noch nicht vollendet haben. Daran erkennt man, dass wir über ein Vorhaben für Jahrzehnte sprechen.

Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahl?

Ulrich Stephan: Die Umfragen sprechen derzeit für Barack Obama. Sein Wahlsieg ist in den Aktienkursen auch bereits eingepreist und dürfte die Märkte nicht mehr gravierend bewegen. Ein Sieg Mitt Romneys sollte die Aktienkurse dagegen beflügeln, zumal der Konservative das wirtschaftsfreundlichere Programm vorgestellt hat. Von ihm erwartet man im Vergleich zu Obama beispielsweise eine unternehmensfreundlichere Steuerpolitik und keine schärfere Besteuerung von Kapitalgewinnen für Investoren.

Was erwarten Sie generell von den US- Aktienmärkten?

Ulrich Stephan: Im globalen Vergleich sind US-Unternehmen hervorragend aufgestellt. Zudem generieren die Unternehmen aus dem S&P 500 einen Großteil ihrer Umsätze aus der wieder relativ starken US-Wirtschaft.

Gabor Steingart: Man muss auch bei den US-Werten ganz genau hinsehen. Ich denke da nur an Schaumschläger wie Facebook. Außerdem ist der Dollar dabei, eine Inflationswährung zu werden. Ich glaube eher an China. Man kann Aktien auch danach sortieren, wer in China investiert.

Was bedeutet es für deutsche Anleger, wenn in China wie zuletzt die Wirtschaft weniger wächst?

Ulrich Stephan: Anleger sollten sich in Asien breit aufstellen, da Chinas Wirtschaft abkühlt und die politische Lage schwer einzuschätzen ist. Das gilt erst recht, da die neue Regierung erst im Frühjahr antritt. Dennoch gilt, dass Anleger auch in Zukunft große Werte aus dem Exportbereich wählen sollten.

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