Finanzmesse in Dortmund
Die lukrativen Risiken des Lebens

Auf der Messe DKM in Dortmund präsentieren Finanzdienstleister ihr Zukunftsgeschäft. Zielgruppe sind die rund 10 000 Vermittler, die sich an den beiden Kerntagen an den Ständen vorbeischieben.

DORTMUND. Träume und Ängste trennt oft nur ein schmaler Grat. Auf der Finanzmesse DKM in Dortmund ist der begehbare Abstand zwischen zwei Ständen gerade einmal drei Meter breit: Auf der einen Seite sind da die lachenden Senioren zu sehen, die sich auf den Plakaten einer Fondsgesellschaft an den Renditen ihrer Geldanlagen erfreuen. Gegenüber prangen die Schlagworte der Versicherer über die Risiken, die den Kunden im Laufe ihres Lebens drohen.

Früher, als sich Lebensversicherungen noch gut verkaufen ließen, schien es keine Lebensrisiken zu geben. Ein Blitzschlag, ein übergelaufener Keller oder ein selbst verschuldeter Autounfall – das war es weitgehend. Heute fährt die Branche größere Kaliber auf: Altersarmut, Pflegebedürftigkeit, Berufsunfähigkeit, Schutz und Ausbildung der Kinder oder Krankheitskosten, für die die Kasse nicht aufkommt.

Auf der Finanzmesse DKM in Dortmund präsentiert Deutschlands Finanzdienstleistungsbranche ihr künftiges Geschäft. Die Zielgruppe – insgesamt gibt es eine halbe Million Vertreter in Deutschland – ist attraktiv: Vermittler sind Multiplikatoren, keine Kugelschreiber- und Tütensammler, die andere Finanzmessen dominieren. „Man kann es sich fast nicht mehr leisten, nicht hier zu sein“, sagt Michael Hagen von der Crestfinanz, einem Dienstleister für Finanzierungsvermittlungen. Er ist noch nicht mit einem Stand vertreten, rechnet aber vor: „Wenn ich hier aus 15 Visitenkarten hinterher ein Geschäft mache, lohnt sich das schon für uns.“

Zwischen Träumen und Ängsten ist der Kampf um Kunden aber härter geworden; denn es gibt kein leichtes Geld mehr zu verdienen in den Herbst- und Wintertagen wie all die Jahre zuvor. Stichwort Jahresendgeschäft. 2005 mussten Männer bis 31. Dezember noch ihre Riester-Police abschließen, bevor die Unisex-Tarife diese etwas verteuerten. Ende 2004 machten die Vermittler das Geschäft ihres Lebens, als der Staat das Steuerprivileg für Lebensversicherungen kippte. Und selbst wenn keine staatlich verordnete Stichtagsregelung das Jahresendgeschäft ankurbelte, gab es immer noch einen geschlossenen Fonds, der sich vor Ende des Steuerjahres zu zeichnen lohnte – zumindest aus der Sicht der Vermittler. Auch das ist vorbei, seit die Bundesregierung die Steuerfonds Ende 2005 trocken gelegt hat.

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