Finanzplanung: Gute Vorsätze für das Portemonnaie

Finanzplanung
Gute Vorsätze für das Portemonnaie

Wo ist bloß das Geld geblieben? Der Monat ist noch längst nicht rum und schon herrscht wieder Ebbe auf dem Konto? Das muss nicht sein, mit diesen kleinen Tricks legt man die Grundlagen für eine ordentliche Finanzplanung.
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DüsseldorfNiedrige Zinsen für Sparkonten, Schuldenkrise, unsichere Aktienmärkte – kein Tag vergeht, ohne dass Finanzexperten auf das schwierige Umfeld für Kapitalanleger hinweisen. Doch für viele potenzielle Anleger beginnt das Problem schon viel früher: Am Ende des Monats bleibt einfach kein Geld übrig, für das sie eine Anlagestrategie ersinnen könnten.

Im Durchschnitt hatte 2012 zwar jeder Deutsche ein Geldvermögen von knapp 60.000 Euro. Doch die insgesamt 4.811 Milliarden Euro sind nunmal nicht gleichmäßig verteilt und viele Menschen sind mit ihrem Konto im Minus. So zeigt der Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, dass etwa 9,65 Prozent der Deutschen überschuldet sind. Für sie wirkt die Frage nach der richtigen Anlageform wohl eher wie ein Luxusproblem.

Die häufigsten Gründe für ausufernde Schulden sind Arbeitslosigkeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit. Doch hinter den finanziellen Engpässen steckt noch mehr. „Vielen Menschen fehlt es an Finanzkompetenz, das ist nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen ein ernstes Problem“, sagt Corina Lechner, Leiterin des Vereins Schuldnerhilfe Bremen. Laut Schuldneratlas ist Bremen das Bundesland mit der höchsten Schuldnerquote (13,62 Prozent) und seit dem Jahr 2000 haben Lechner und ihre Kollegen bereits mehr als 3.600 Schuldner beraten.

„Viele können nicht planen und wissen nicht, wie viel Geld ihnen nach Abzug der fixen Kosten überhaupt noch bleibt“, sagt Lechner. „Dazu kommt, dass viele Händler massiv dafür werben, auf Pump zu kaufen.“ Dabei werde der Eindruck vermittelt: „Wer sich das entgehen lässt, ist langweilig oder dumm.“ Den Weg zu den Beratern finden die meisten erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist, wenn der Stromanbieter droht, die Versorgung einzustellen oder das Inkassounternehmen Druck macht.

Doch auch, wenn es nicht bei allen gleich zu einer Überschuldung kommt, sich mit dem Thema Geld zu beschäftigen, fällt vielen schwer. „Für viele ist Geld ein Tabuthema, das mit zahlreichen ambivalenten Gefühlen verknüpft ist. Einerseits wünschen wir uns, frei von finanziellen Sorgen zu sein, andererseits haben wir immer wieder Angst davor, dass es nicht reicht, dass wir nicht sicher genug sind.“, sagt Petra Bock, Buchautorin und Managementberaterin. Und das sei sogar unabhängig davon, wie viel Geld man tatsächlich habe. „Wichtig ist, Ängste loszuwerden und sich dem Thema mutig zu stellen. Sie werden entdecken, dass es Spaß macht!“, ermutigt sie.

Kommentare zu "Gute Vorsätze für das Portemonnaie"

Alle Kommentare
  • Kann mir mal jemand vorrechnen wie man bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 3758 EURO auf ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2922 EURO kommt?

  • Erstaunlich, das sie ausgerechnet die Berufsunfähigkeitsversicherung als Lebenswichtig bezeichnen.

    Die Menschen für die dieser Artikel in Frage kommt, haben kein Geld dafür und meistens auch keine Arbeit, die genug einbringt.

    Abgesehen davon beschäftigen die Versicherer ein Heer von Anwälten - damit sie nur zahlen müssen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt...

  • "Wir" haben eine Inflation von 8%. Können Sie für diese Behauptung eine Quelle angeben oder ist das ihre persönliche, "gefühlte" Inflationsrate, die sich ausschließlich am Heizöl orientiert? Tip: Das stat. Bundesamt ermöglicht es mit einem Inflationsrechner, die "persönliche Inflationsrate" zu berechnen. Dabei hat man die Möglichkeit, den vom Bundesamt angenommenen Warenkorb auf seine tatsächlichen, individuellen Verhältnisse abzuändern. Versuchen Sie es mal, www.destatis.de.

  • @Daddy
    Wie schafft man es eine Familie mit 3 Kinder mit 100 Euro pro Woche zu ernahren? Das sind 20 Euro pro Nase pro Woche.

  • @Daddy

    Bei einer Familie mit 3 Kinder und einem Monats-
    verdienst von 2000 Euro
    ist ihr Vorschlag m. E. nicht gut. Man verliert bei öfterer Kartenzahlung zu schnell den Überblick.
    Besser ist feste Kosten ( Miete, Nebenkosten, Benzin, Werkstatt, Zeitung, Versicherungen, etc) monatlich, vierteljährlich, etc + Reserve ermitteln.
    Einen festgelegten Betrag am Monatsanfang für Haushalt und Ernährung abheben und damit muß man auskommen. Wenn zu viel Monat bei Ende des Geldes übrig ist, Gefrierschrank plündern und Besserung geloben.
    Ich weis aus eigener Erfahrung, das System funktioniert.
    Kartenzahlung nur für eine Sparte z. B. Tanken verwenden. Quittungen monatlich sammeln.
    Wichtig ist, daß Sie jenen Monatsletzten wissen wo Sie stehen, um sofort reagieren zu können. Macht ein bischen Arbeit, aber Handling mit Geld macht immer Arbeit, egal ob zu wenig oder zu viel.

    Schönen Abend noch.

  • Hier mal ein Klitzekleiner Tip zum Sparen !Bei einem Einkauf
    (Lebensmittel,Baumarkt u.s.w. )niemals bar bezahlen sondern
    immer mit Checkkarte. Warum ?Hat jemand z.B. vor, am Wochen-
    ende für ca 100 Euro Lebensmittel zu kaufen dann machen viele
    heute noch den Fehler ,vorher zum Bankautomaten zu gehen und
    Geld abzuheben.Was ist,wenn der Einkauf nur 85 Euro kostet ?
    Klar ,dann bleiben 15 Euro übrig die man dann anderswo schnell auf den Kopf haut.Passiert das nur 6 mal im Monat
    sind das schon immerhin 90 Euro.Bei einem Gutverdiener ist
    das egal.Bei einer Familie mit 3 Kinder und einem Monats-
    verdienst von 2000 Euro aber nicht !

  • Nicht unwichtig: § 12 II SGB (Arbeitslosengeld II)

    "(2) Vom Vermögen sind abzusetzen

    1. ein Grundfreibetrag in Höhe von 200 Euro je vollendetem Lebensjahr des erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und seines Partners, mindestens aber jeweils 4 100 Euro; der Grundfreibetrag darf für den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und seinen Partner jeweils 13 000 Euro nicht übersteigen (...)"

    Vielleicht bei der Vermögensplanung als abhängig Beschäftigter auch das Arbeitslosigkeitsrisiko einbeziehen.

  • Die überwiegende Mehrheit der gemeinen Steuerzahler hat dieses Grundwissen als Selbstverständlichkeit im Kopf und lebt danach.

    Doch wer bringt das unseren Staatenlenkern bei??

    Der kleine Strich vor der Zahl in der Bilanz heisst nicht "Bis dahin darfst Du noch Geld ausgeben" sonder der heisst "Das Geld must Du noch bezahlen, bis Du grade KEIN Geld mehr hast."

    Wer bringt das unseren Politikern bei?



  • Nun, die Begründung ist schnell gefunden:

    WIR HABEN EINE INFLATION VON ETWA 8 %, daher bleibt am Ende des Geldes noch soviel Monat!

    Nachdem wir durch die Währungsreform 2002 ohne Grund und Not schon um die Hälfte unseres Geldes enteignet worden sind, folgt jetzt die Inflationsspirale, und der Goldman-Sachs-Heini läßt zur Not einfach die Druckerpresse noch schneller laufen - echt clever der Kerl, so hilft er seinem Stammesbruder, und das für ganz kleine Zinsen!

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