Finanzstabilitätsbericht des IWF
Die drei wesentlichen Risiken für die Märkte

Der Internationale Währungsfonds warnt vor neuen Risiken für das Finanzsystem, die im Extremfall das Wachstum der Weltwirtschaft massiv belasten – und gibt den großen Notenbanken gleich etliche Hausaufgaben mit.

FrankfurtJosé Viñals versucht gar nicht erst hübsch zu verpacken, was er zu sagen hat: „Ich habe eine Hauptbotschaft, und die lautet, dass die Stabilität des globalen Finanzsystems noch immer nicht gesichert ist, und dass die Abwärtsrisiken vorherrschen“. Mit diesen wenig optimistischen Worten stellte der Chef der Kapitalmarktabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF) den aktuellen Bericht zur Finanzmarktstabilität vor.

Viñals sieht drei wesentliche Risiken für die Märkte: Die größten Sorgen macht sich der IWF über die wachsenden Risiken in den Schwellenländern. Inzwischen gehe dort das Wachstum bereits im fünften Jahr in Folge zurück, dazu kommt der massive Preisverfall an den Rohstoffmärkten und das Ende „eines nie dagewesenen“ Kreditbooms. Nach Einschätzung des IWF haben die Banken in den Emerging Markets bis zu drei Billionen Dollar mehr verliehen, als gut für sie wäre.

Erst am Dienstag hatte die Wachstumsflaute in den Schwellenländern den IWF dazu veranlasst, den Ausblick für das globale Wachstum 2015 auf 3,1 Prozent zu senken, gegenüber der Juli-Prognose von 3,3 Prozent.

Vor allem China sehen Viñals und seine Kollegen vor einer delikaten Aufgabe. Die Volksrepublik müsse nicht nur ihr Wachstumsmodell von Export in Richtung Konsum umbauen sondern gleichzeitig die hohe Verschuldung abbauen und die marktwirtschaftlichen Reformen vorantreiben. Das chinesische Wirtschaftswachstum werde 2016 mit 6,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren fallen, prognostiziert der neue Chefvolkswirt des IWF Maurice Obstfeld.

Aber auch den Industriestaaten geben Viñals und seine Kollegen Hausaufgaben mit auf den Weg. Die USA und Europa müssten die Aufräumarbeiten nach der Finanzkrise dringend weiter vorantreiben. Dabei gehe es vor allem um die Anfälligkeit von Staaten und Banken gegenüber neuen Schocks.

Große Sorgen macht sich der IWF auch um die die schwindende Liquidität an den Märkten und die dadurch verstärkte Anfälligkeit für Schocks. Die ultralockere Geldpolitik der Notenbank habe dazu geführt, dass die Risikoprämien rund um den Globus und quer durch alle Vermögensklassen massiv geschrumpft sind, jetzt befürchten die IWF-Experten, dass sich diese Prämien schlagartig wieder ausweiten könnten die Folge wäre „ein Teufelskreis aus Notverkäufen, Rückzug der Investoren und steigender Volatilität.“

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Schwindelerregende Achterbahnfahrt

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