Finanzwerte
Heftige Ausschläge verunsichern Anleger

Heftige Schwankungen am Aktienmarkt vergraulen die Anleger. An eine langfristige Strategie ist momentan nicht zu denken. Wie groß die Unsicherheit ist, zeigt ein Blick auf den VDax - das Nervenbarometer der Börse. Solange sich dieser Index nicht beruhigt, kann es keine Erholung am Markt geben.

FRANKFURT. Extreme Kursschwankungen an den Aktienmärkten - allen voran bei den Finanztiteln - sind mittlerweile an der Tagesordnung. Ein gutes Beispiel dafür war der gestrige Handelstag. Nachdem der Dax zunächst kräftig zugelegt hatte, drehte die Stimmung am Nachmittag innerhalb weniger Minuten. Der Dax rutschte tief ins Minus, unter die Marke von 4 000 Punkten.

Viele Anleger schrecken die heftigen Schwankungen ab. Eine langfristige Strategie lässt sich in solchen Zeiten kaum aufrecht erhalten. "Wir brauchen zuallererst niedrigere Volatilitäten, damit Aktien überhaupt wieder als attraktiv erachtet werden", sagt Alain Bokobza, Chefstratege der französischen Société Générale.

Die extremen Kursschwankungen sind auch eine Folge Ergebnis geringer Aktienumsätze. Die Deutsche Börse meldet für Januar nur noch 15 Mio. Aktiengeschäfte ("Trades"). Ein Jahr vorher waren es im Januar 28,5 Mio. Zur Hochphase der Marktturbulenzen im Oktober war die Zahl gar auf knapp 35 Mio. gestiegen.

Wie groß die Unsicherheit am Markt ist, zeigt ein Blick auf den VDax. Er misst die implizite Volatilität des Dax in Prozentpunkten und gilt als Nervenbarometer der Börse. Je höher der VDax, desto größer die erwarteten Schwankungen. Ein niedriger Wert lässt hingegen auf einen ruhigen Handel schließen. Grundlage für die Berechnung sind die Dax-Optionskontrakte.

Zuletzt hat sich der VDax zwar etwas stabilisiert. Im vergangenen Herbst erreichte der Wert noch einen Rekord von über 80 Prozent. Jetzt liegt er aber mit rund 47 Prozent immer noch hoch. Das bedeutet, dass die Marktteilnehmer auf Sicht von 30 Tagen mit einer Schwankungsbreite von fast 50 Prozent für Dax-Aktien rechnen - nach oben wie nach unten. Zum Vergleich: In normalen Zeiten liegt der VDax im Schnitt bei 15 Prozent.

"Die Unsicherheit gemessen an den impliziten Volatilitäten liegt weiterhin gefährlich hoch", sagt Gerhard Schwarz, Aktienstratege der Unicredit. In einer solchen Situation sei die Gefahr groß, dass es in kurzer Zeit zu heftigen Kursverluste kommen kann. Oder anders ausgedrückt: Wenige schlechte Nachrichten reichen aus, schon geraten die Anleger in Panik.

Seite 1:

Heftige Ausschläge verunsichern Anleger

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%