Fintech des Jahres: Ein Bankenhelfer und ein bisschen Korea

Fintech des Jahres
Ein Bankenhelfer und ein bisschen Korea

In Frankfurt wurde das Fintech des Jahres gekürt: Gini nimmt Bankkunden das lästige Abtippen von Rechnungsdaten ab. Ein zweiter Preisträger will die Altersvorsorge revolutionieren, gab sich aber auch geheimnisvoll.

FrankfurtJede Branche vergibt seinen Preis – da dürfen junge Finanztechnologie-Unternehmen natürlich keine Ausnahme sein. Am Dienstagabend wurde zum zweiten Mal das Fintech des Jahres gekürt. Initiiert hat den Preis André Bajorat, der von manchen schon als Fintech-Guru bezeichnet wird und selbst das Hamburger Unternehmen Figo führt.

Gemeinsam mit einer Jury kürte er das Münchener Start-up Gini zum Sieger. Es habe innerhalb von zwei Jahren eine Technologie entwickelt, die jetzt schon von nahezu allen großen Banken genutzt werde, lobte Bajorat. Gini „versteht Dokumente in Echtzeit und bekämpft Papierkram“, so das Versprechen. Dahinter steckt eine sogenannte semantische Analyse. Die Software erfasst die Bedeutung von Wörtern und Zahlen in Schriftstücken.

Zum Einsatz kommt Gini unter anderem schon beim Online-Banking. Bei der Fotoüberweisung fotografieren Kunden zunächst eine Rechnung, die Software analysiert das Dokument und überträgt die Daten in die Online-Überweisung. Anschließend muss der Kunde die Angaben bloß noch überprüfen. Möglich ist das beispielsweise schon bei der Deutschen Bank, Comdirect und ING Diba. Weitere sollen folgen. Auch in E-Post, einem Angebot der Deutschen Post, steckt Gini bereits drin, ebenso wie in Billomat, einer Software zum Organisieren von Rechnungen.

Auf die Suche nach dem Fintech des Jahres hatte sich Bajorat vorab mit einer Jury aus Vertretern von Banken, Fintechs und Investoren begeben, darunter zum Beispiel Arnulf Keese von PayPal, Christian Hoppe von Main Incubator, Ramin Niroumand von Finleap und Sebastian Diemer von Kreditech, dem Vorjahresgewinner. Gesucht wurde das Fintech, welches das Jahr 2015 am meisten geprägt hat, die beste neue Idee hatte oder am meisten beeindruckt hat.

Während die Auszeichnung im Vorjahr noch in Hamburg überreicht wurde, traf man sich dieses Jahr bei „Between the Towers“ in Frankfurt. Zu dieser Veranstaltung lädt einmal im Monat der Main Incubator ein, eine Commerzbank-Tochter, die Fintechs fördert und in sie investiert. Mehr als 300 Gäste kamen zu dem Branchentreffen an den Campus Westend, wo man sich angesichts des wachsenden Zuspruchs bald wohl nach einem größeren Raum umsehen muss.

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