Fintechs
Wenn der Roboter nicht reicht

Ein Fünftel der deutschen Finanzkunden ist mit rein digitalen Bankgeschäften zufrieden. Aber so ganz trauen sie Maschinen bei der Geldanlage doch nicht. Die Unternehmensberatung McKinsey schlägt ein anderes Modell vor.
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FrankfurtDie Anlage-Roboter sind in der Finanzbranche schon etabliert und haben bereits einen „Fan-Club“, der offenbar ganz ohne menschliche Berater auskommt. Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey bevorzugt nämlich mittlerweile jeder fünfte Kunde ein „komplett digitales Erlebnis“ – ihm reicht also ein standardisiertes, auf Algorithmen gestütztes Anlageportfolio vollkommen aus.

Für die Banken heißt das eigentlich „Alarmstufe Rot“. Es besteht akuter Handlungsbedarf, sonst verlieren Sie ihr traditionelles Stammgeschäft an die jungen Wilden aus der Fintech-Szene. „Rund ein Fünftel der Kunden sind echte Fans der Möglichkeiten eines virtuellen Robo-Beraters. Hier besteht die Gefahr, dass diese Klientel für die Banken dauerhaft verloren geht“, sagt Philipp Siebelt, Experte für das Thema Digital Banking bei McKinsey.

Die Top-Manager der Kreditinstitute, Privatbanken und Vermögensverwalter hätten nicht mehr jahrelang Zeit, um hier gegenzusteuern. Fast 40 Prozent der Bankkunden können sich laut McKinsey mittlerweile vorstellen, die Beratung und den Kauf von Finanzanlageprodukten über digitale Kanäle abzuschließen. Vor drei Jahren seien es erst 23 Prozent gewesen. Das könne man schon jetzt als Durchbruch für den Robo-Advisory-Markt bezeichnen.

Fast alle Berater und Fachleute prognostizieren für den Markt des „Robo-Advisory“ stürmische Wachstumsraten in den kommenden Jahren. Weltweit dürften im laufenden Jahr 95 Milliarden Dollar von den Anlage-Robotern verwaltet werden, bis 2020 sollen es bei einer durchschnittlichen Wachstumsrate von gut 50 Prozent bereits 430 Milliarden Dollar werden.

In Deutschland steckt die Branche der digitalen Vermögensverwaltung noch in den Kinderschuhen. Schätzungen zufolge verwalten etwa zehn deutsche Robo-Advisors heute erst insgesamt rund 200 Millionen Euro.

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  • Ich wiederhole mich, aber egal:

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