Flossbach und der nächste Crash
Gold und Bares sind Wahres

Der Fonds des Kölner Vermögensverwalters Bert Flossbach ist milliardenschwer. Nun erklärt er, wie er das Vermögen seiner Kunden gegen den nächsten Kurseinbruch am Aktienmarkt absichern will.

FrankfurtMit Gold kann man diesen Zeiten nichts falsch machen. „Es ist eine Versicherung, die nichts kostet“, sagte Bert Flossbach, Gründer und Chef des Vermögensverwalters Flossbach von Storch. Die vielfach vorgetragene Kritik, das glänzende Edelmetall sei keine sinnvolle Anlage, weil es keinen Ertrag bringe, „gilt in einer Welt mit negativen Zinsen nicht mehr“, erklärte der bekannte Fondsmanager bei einem Pressegespräch in Frankfurt. In seinem gut zehn Milliarden Euro schweren Flaggschiff-Fonds „FvS Multi Opportunities“ hat der den Goldanteil in den vergangenen zwölf Monaten massiv hochgefahren von acht auf 14 Prozent.

Das sind fast 1,5 Milliarden Euro Fondsvermögen in Gold, wie Flossbach vorrechnet. Und die Lagerung von physischem Gold kostet 0,1 Prozent des Wertes im Jahr. Dagegen zahlten Großanleger für kurzfristige Einlagen auf Bankkonten bereits 0,45 Prozent Strafzinsen, moniert Flossbach  - für ihn Ausdruck einer „invertierten Zinswelt“ als Folge der anhaltenden Tiefzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Zwar kann er sich vorstellen, dass die massiv anziehende Nachfrage nach dem Edelmetall dessen Preis weiter treibt. „So beginnen Investoren, das Thema Vertrauensverlust und Tiefzins ernst zu nehmen“, erklärt der Fondsmanager. Doch er verknüpfe mit Gold keine konkrete Renditeerwartung. Mit dem Goldanteil wolle er das Vermögen seiner Kunden gegen Verwerfungen im Finanzsystem schützen. „Gold ist kein Rohstoff, sondern eine Währung“, erklärt er. Weil sich diese aber nicht beliebig vermehren lasse, bleibe Gold relativ stabil im Wert.

Hochgefahren hat der Vermögensverwalter zudem seine Liquiditätsquote auf immerhin gut 16 Prozent des Fondsvermögens. Diese Bar-Mittel dienen ihm als Reserve, um nach einem Kursrutsch wieder preisgünstig  Aktien nachkaufen zu können. Die Strafzinsen, die er für die immerhin rund 1,4 Milliarden Euro liquider Mittel zahlen muss, nimmt er in Kauf. Es wäre falsch, das Geld nur zu investieren, um negative Zinsen zu umgehen, meinte der Fondsmanager.  

Der Grund für diese Maßnahmen: „Wir wappnen uns dafür, dass es rappelt“, erklärte Flossbach. Angesichts der in den vergangenen Wochen immer weiter gestiegenen Aktienkurse hat er seine Aktienquote verringert und Kursgewinne versilbert, „um den Fonds robust aufzustellen“. Der Aktienanteil liegt nun erstmals seit zwei Jahren unter 60 Prozent. Für Flossbach bietet die Verfassung der Welt jeden Menge Sprengstoff für ein Börsenbeben - im Umfeld des schwachen globalen Wachstums, immer wieder negativen Nachrichten aus China, der anhaltenden Schuldenkrise in der Euro-Zone, dem polarisierenden US-Präsidentschaftswahlkampf und dem politisch-militärischen Konflikt im Nahen Osten.   

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