Fonds
Bill Miller rät zum Kauf

Er schlug 15 Jahre den Vergleichsindex S&P 500, dann wurde es ruhiger um die Fondslegende Bill Miller. Jetzt war er zu Besuch in Deutschland. Für die Anleger bringt er optimistische Botschaften mit.

Bill Miller ist wieder da: Groß, kräftig, hemdsärmelig, tiefe, volle Stimme, breiter amerikanischer Akzent. Der einstige Star-Fondsmanager beim US-Anbieter Legg Mason, der derzeit ein Volumen von drei Milliarden Dollar verwaltet, war seit Jahren nicht mehr hier – was auch daran liegen kann, dass sein Ruf als Star-Manager für US-Aktien in der Finanzkrise stark gelitten hat.

Nachdem er mit seinem Fonds 15 Jahre hintereinander besser als der US-Aktienindex S&P 500 abgeschnitten hatte, verspekulierte sich Miller mit Finanz- und Bauaktien. Doch nun ist der Fondsmanager zurück. Sein aktueller Aktienfonds entwickelt sich seit rund drei Jahren besser als die meisten Konkurrenzprodukte.

Und der Mittsechziger, lässig im dunklen Rundhals-T-Shirt unter dem schwarzen Jackett, hat Optimismus mitgebracht: „Es ist möglich, dass sich der US-Aktienmarkt in seiner längsten Aufschwungphase überhaupt befindet“, sagte Miller in Frankfurt.

Schließlich seien die Kurse in der Finanzkrise extrem herunter geprügelt worden. Die aktuelle Korrekturphase schaffe nur neue Chancen für Anleger. Denn der Börsenrutsch folge „dem typischen Muster in Phasen vor einer US-Leitzinserhöhung“. Die Konsolidierungsphase sei mehr oder weniger vorbei. Die Kurse könnten allerdings weiter stark schwanken, zumal es anhaltende Unsicherheit in Schwellenländern wegen China gebe und Algotrader für höhere Kurssprünge sorgten.

Doch das Umfeld für US-Aktien sei so „günstig wie vermutlich nie zuvor“: Ein stabiles, nicht übertriebenes Wachstum, auch der Beschäftigung, dazu niedrige Inflation und Zinsen - die nur langsam steigen dürften, solides Gewinnwachstum bei Firmen und gute Dividenden, freut sich Miller. Eine vorsichtige Haltung der Anleger gegenüber Aktien schütze zudem vor Übertreibungen an den Börsen.

Miller hat die jüngste Börsenkorrektur genutzt, um aufzustocken. Zu seinen Favoriten gehören vor allem die zuletzt gebeutelten US-Fluglinien, wie Delta und American Airlines, die nach einer Sektorkonsolidierung nun gut dastünden. Technologiekatien wie Apple und Amazon gehören zu seinen gewichtigsten Fondsaktien. Auch Finanz- und Baufirmen mag er wieder. Zurück hält sich der US-Amerikaner bei Rohostoffaktien. Es geh aktuell vor allem darum, „schlechte aktien zu vermeiden“, meint Miller. Und die meisten Rohstoffaktien seien noch nicht billig genug.

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