Fonds erzielen Renditen von 10 Prozent nach Steuern
Privatanleger entdecken Beteiligung an Schiffen

Vermögende Privatleute haben offenbar wieder Schiffsbeteiligungen als Kapitalanlage entdeckt. Davon ist Harald Christ, Vorsitzender der Geschäftsführung der HCI Holding GmbH in Hamburg überzeugt. „Wir erwarten in 2003 für den deutschen Markt ein Platzierungsvolumen von 1,6 Mrd. Euro“, betont Christ. Damit würde der deutsche Markt für Schiffsbeteiligungen das Rekordjahr von 1996 mit 1,55 Mrd. Euro übertreffen.

HAMBURG. HCI gehört nach eigenen Angaben in Deutschland zu den führenden Emissionshäusern für Schiffsfonds. Die Konkurrenten sind Nordcapital, Norddeutsche Vermögen, Hansa Treuhand, MPC und Dr. Peters.

Vorrangig investieren die Fondsgesellschaften in Containerschiffe verschiedener Größen – zunehmend aber in größere Einheiten von mehr als 8 000 TEU (Stellplatzkapazität für 20-Fuß-Standardcontainer).

Positiv sieht auch Nordcapital das gegenwärtige Marktwachstum. Hans-Jürgen Kaiser-Blum, geschäftsführender Gesellschafter des Hamburger Emissionshauses, sieht hierfür mehrere Gründe: „Die Anleger investieren verstärkt in direkte Sachwerte. Grund hierfür sind vor allem die sinkenden Zinsen und die starken Schwankungen an den Aktienmärkten“, meint der Nordcapital-Chef.

Als weiteren Grund führt HCI-Chef Christ die Entwicklung der Frachtraten bei den Containerschiffe an. Sie hätten sich seit Ende 2002 nahezu verdoppelt. Anlass hierfür sei die weltweit anziehende Konjunktur, die die Containerschifffahrt beleben würde.

Trotz des derzeitigen Platzierungswachstums bei Schiffsfonds dürfen die Anleger nicht erwarten, Traumrenditen von 20 bis 30 % nach Steuern erzielen zu können wie dies noch in den Jahren vor 2000 der Fall war. Denn diese Zeiten seien vorbei. Der Grund: Der Gesetzgeber hat die hohen Verlustzuweisungen für Schiffsbeteiligungen abgeschafft.

Kapitalanleger können deshalb nach Angaben des HCI-Chefs nur noch mit Renditen von rund 8 bis 10 % nach Steuern rechnen. „Bei den Schiffsfonds steht nur noch der betriebswirtschaftliche Gewinn im Vordergrund“, sagt Christ. Trotz der geringeren Renditen bleiben die Schiffsbeteiligungen nach seiner Ansicht für Anleger attraktiv: „Die Ausschüttungen bei Schiffsfonds können bis auf weiteres nahezu steuerfrei vereinnahmt werden“, erklärt der HCI-Chef.

Die HCI will im Geschäftsjahr 2003 Gelder in Höhe von rund 180 Mill. Euro platzieren, die Norddeutsche Vermögen 112 Mill. Euro und Nordcapital rund 90 Mill. Euro. HCI hat bis Ende August 2003 Beteiligungskapital in Höhe von rund 113 Mill. Euro eingesammelt. Die Norddeutsche Vermögen verfügt über ein Platzierungsvolumen im ersten Halbjahr von 70 Mill. Euro, Nordcapital über 30 Mill. Euro.

Die meisten Fondsgesellschaften bestellen ihre Schiffe vor allem in Südkorea. Grund hierfür sind die deutlich geringeren Baukosten gegenüber deutschen Schiffsbauern. Erstmals hat die Norddeutsche Vermögen auch den chinesischen Markt für sich entdeckt. „Wir haben hier zwei Schiffe mit 3 500 TEU bestellt,“ erklärt Thomas Böcher, Geschäftsführer der Norddeutschen Vermögen.

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