Fonds verzeichnen starke Zuflüsse – Analysten sehen bessere Wachstumsaussichten als bei Blue Chips
In Brasilien boomen die Nebenwerte

In Brasilien halten die Investoren derzeit Ausschau nach Nebenwerten. Meist sind sie von Automobilzulieferern, Lebensmittelverarbeitern sowie Petrochemiefirmen, kleineren Telekom- und Rohstoffkonzernen. Das Interesse an Small Caps begann vor einem halben Jahr und wächst seit dem ständig, beobachtet der Finanzdienstleister Thompson Financial. Fast alle großen Privatbanken verzeichnen Zuflüsse in ihren Nebenwert-Fonds. Neben den führenden Banken wie Bradesco, Itaú und Safra sind darunter auch ausländische Geldhäuser wie Boston oder Santander (BSCH).

HB SAO PAULO. Der Grund ist das Kurspotenzial, das sich in den Small Caps verbirgt. „Die Wachstumsaussichten sind derzeit besser für einen Nebenanbieter etwa im Konsumbereich, als für ein breit aufgestelltes Unternehmen, das in mehreren Märkten führt“,sagt Walter Mendes, Stratege von Itaú Investimentos.

Die derzeitige Statik an der Börse in São Paulo verhilft den Nebenwerten zu zusätzlicher Attraktivität: Denn der Index der wichtigsten Börse Lateinamerikas bewegt sich seit fast drei Monaten seitwärts. Seit Jahresbeginn hat der Index in Dollar kaum zugelegt (+1,9  %). Das liegt an der nicht überzeugenden Konjunkturerholung sowie den politischen Schwierigkeiten der Regierung. Andererseits hat die Börse auch nicht die hohen Gewinne des Vorjahres verloren. In zwölf Monaten hat der Index in São Paulo rund 110  % zugelegt. „Die Wertsteigerungen des letzten Jahres verhelfen nun auch den Nebenwerten zu mehr Liquidität“, sagt Valdir Rendolh Celestino von Safra Asset Management.

Für ausländische Investoren, die an den Chancen teilhaben wollen, ist das nicht einfach: Zwar hat jetzt die britische HSBC einen reinen Brasilien-Off-Shore Fond angekündigt und rechnet mit einem Anlagevolumen von 100 Mill. Dollar in einem Jahr. Doch rein brasilianische Fonds ausländischer Banken, die an der Bovespa investieren, gibt es nicht viele. Außerdem bleibt das Wechselkursrisiko. Ein anderer Weg bieten die US-Börsen, wo rund 40 brasilianische Unternehmen ihre Aktien als ADR (American Depositary Receipt) gelistet haben. Darunter befinden sich auch einige interessante Nebenwerte. Der Vorteil: Das Wechselkursrisiko reduziert sich auf das Euro-Dollar-Risiko. Außerdem hat sich das Handelsvolumen der brasilianischen ADR an der Wall Street gegenüber dem Vorjahr verdreifacht und nähert sich den Tagesvolumen der Bovespa. Einige brasilianische Aktien werden in New York inzwischen mehr gehandelt als in São Paulo, etwa die des Zellstoffherstellers VCP oder Unibanco, die Nummer Drei unter den brasilianischen Privatbanken. Mit der Investition in einen brasilianischen Nebenwert in den USA verschärft sich derzeit das Problem der niedrigen Liquidität der Nebenwerte nicht zusätzlich. „Außerdem sind die brasilianischen Aktien trotz des Booms von 2003 immer noch preiswert“, sagt Luis Eduardo Assis, Direktor von HSBC Investment Bank.

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