Fondsmanagement
Währungsstrategien kennen keine Baisse

Das kommende Jahr könnte Währungsinvestments einen Aufschwung bescheren. Die winterschlafähnliche Ruhephase an den internationalen Devisenmärkten ist zuletzt abrupt beendet worden. Kräftige Kursausschläge einzelner Währungspaare gehören zunehmend zur Tagesordnung, zumal etablierte makroökonomische Muster in Frage gestellt und die globalen Kapitalströme neu geordnet werden.

HB FRANKFURT. Aber weshalb eignen sich gerade Währungsinvestments als Alternative zu konventionellen Renditequellen? Hier gilt: Je breiter und tiefer die Märkte, desto bessere Chancen bieten sie – und in genau diesem Punkt sind die Devisenmärkte mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als einer Billion US-Dollar und mehreren hundert investierbaren Währungspaaren unschlagbar. Für aktive Manager bietet auch das strukturell angelegte ökonomische Fehlverhalten bedeutender Marktteilnehmer eine perfekte Vorlage: Zentralbanken, Unternehmen, Portfoliomanager und andere bewegen täglich Milliarden, ohne dass dabei die Suche nach Ertragschancen im Vordergrund stünde.

Bis 2004 beschränkte sich nach Maßgabe des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) der Entscheidungsspielraum des Managers auf das einseitige Hedging der in Fremdwährung denominierten Assets. Der weit verbreiteten Wahrnehmung von Währungen als Risiko wurde damit Rechnung getragen, die Chancen aber kamen zu kurz. Die Liberalisierung des deutschen Investmentrechts hat aber alle Voraussetzungen geschaffen, mit Fonds aktiv von Wechselkursbewegungen zu profitieren.

Im Portfoliozusammenhang kann ein aktives Währungsmanagement stabilisierend wirken. Die erzielten Renditen sind unter bestimmten Voraussetzungen weitgehend unabhängig von zyklischen Renten- oder Aktienmarktentwicklungen. Währungsstrategien, die von steigenden wie fallenden Kursen gleichermaßen profitieren können, kennen keine zermürbenden Baissephasen, da diesen spiegelbildlich eine Hausse der jeweils anderen Währung gegenübersteht. Überdies können Investoren implizit an Globalisierungsthemen – etwa Rohstoff- oder Konvergenztrends – partizipieren, ohne dass sie sich direkt und dauerhaft diesen Themen widmen müssen.

Zudem liegt das Risiko eines Währungsinvestments meist unter dem von Aktienfonds, wenngleich zwischenzeitliche Verluste einkalkuliert werden sollten. Der in diesem Zusammenhang oft strapazierte Begriff des Absolute Return oder Geldmarkt Plus ist daher fehl am Platz. Allerdings sollte man sich über zu starke Schwankungen einzelner Währungen nicht beschweren. Sie sind die Basis für ein erfolgreiches aktives Management.

Richard Zellmann, CFA, ist Sales Director Institutional Clients bei First Private Investment Management KAG mbH.

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