Fondsmanager Christoph Bruns
„Negative Zinsen kommen – auch für kleinere Summen“

Die Misere für Sparer wird noch größer werden, ist Fondsmanager Bruns überzeugt. Er hofft, dass die Deutschen ihre Sturheit überwinden und sich doch noch von Aktien überzeugen lassen. Welche Titel er jetzt kauft.
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Deutschland ist einigermaßen empört: Nach Skatbank und Commerzbank, kündigt am Freitag auch die Düsseldorfer WGZ-Bank Strafzinsen für Spareinlagen einer gewissen Höhe an. Einem dürfte die Diskussion rund um Negativzinsen jedoch gerade recht kommen: Fondsmanager Christoph Bruns. Der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys und Kolumnist für Handelsblatt Online ist überzeugter Aktionär und trommelt nun schon seit Jahrzehnten für die Aktie. Im Interview betont er auch dieses Mal, warum er wenig von Immobilien und nichts von Sparbüchern als Geldanlage hält. Im gemütlichen Café des Museum Ludwig in Köln warnt Bruns außerdem vor einer gigantischen Anleiheblase, gibt aber Entwarnung für die Märkte. Derzeit sei kein Crash zu erwarten. Gefahren sieht er aber doch.  

Herr Bruns, wann kommt der Crash?
Der Crash kommt, wenn die Notenbank ihn beschließt. Und er kommt so lange nicht, wie die Notenbanken kein Interesse an ihm haben. Wenn er aber kommt, knallt es zuerst auf der Zinsseite, also bei den Anleihen. Und dieser Knall reißt dann alle mit, auch die Aktienmärkte.

Notenbanker als offizielle Dompteure der Finanzmärkte?
Wir müssen uns von alten Denkgewohnheiten verabschieden. Die Finanzkrise war eine ähnliche Zäsur wie der Zweite Weltkrieg, nach dem ja auch alles anders war als vorher. Die Krise hat die Koordinaten für die Finanzmärkte verändert. Die Notenbanken halten die Zügel fest in der Hand. Die Europäische Union hat Nullzinsen bis 2018 quasi garantiert. Das beeinflusst die Märkte natürlich enorm.

Stichwort Anleiheblase…
Diese Blase gibt es natürlich, keine Frage. Aber ich glaube nicht, dass sie demnächst platzt. Das kann sie nämlich nur mit Hilfe der EZB, doch die will bekanntlich niedrige Zinsen, um Staaten zu sanieren und die Kreditvergabe in der Privatwirtschaft anzukurbeln. Sie hat zwar mit beidem nur mäßigen Erfolg, bleibt ihrer Strategie aber sicher treu.

Trotzdem gibt es immer wieder Warnungen vor einer Anleiheblase, warum?
Was wir am Anleihemarkt erleben, ist die größte Hausse des Jahrhunderts….

Wir haben doch erst 2014!
Ja, aber eine Blase dieses Ausmaßes hat es noch nie gegeben und wird es auch ganz sicher so schnell nicht mehr geben. Das Geld, das die Notenbanken in den vergangenen Krisenjahren in die Märkte gepumpt haben, ist eben vor allem in Anleihen geflossen.

Kommentare zu " Fondsmanager Christoph Bruns: „Negative Zinsen kommen – auch für kleinere Summen“"

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  • Nun wird es auch kleinen Vermögen an den Kragen gehen. Wenn man ein totes Pferd reitet, soll man absteigen! Ich persönlich als sehr positiv denkender Mensch sage, rettet euer Kapital!

  • Wer gegen das System schreibt wird einfach entlassen.

    Die Wirtschaftswoche löste Chefredakteur Roland Tichy durch die im politischen System aufgestiegene Miriam Meckel ab weil er sich für die Sparer einsetzte. Die neue Kollegin schrieb gleich ein Artikel über die nidrigen Zinsen als richtiges Signal für offensivere Anlagestrategien. Offensichtlich sollen die Spareinlagen der Bevölkerung in die Aktie umgeleitet werden um die Bilanzen der überinvestierten Banken zu retten. Das Aktienkreditvolumen ist auf Rekordhoch. Wenn jetzt die Börse fällt dann sind die Banken wieder pleite.

  • Etwas unklare Gedankenführung aber als erster Versuch ins neurophatologische Nirvana abzudriften immerhin akzeptabel.

    lol

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