Frauen legen vorsichtiger an als Männer
Sozialabbau zwingt Anleger zur Vorsicht

Die Deutschen legen ihr Geld vorsichtiger an. Auslöser dieses Trends sind die aktuellen Debatten um die Arbeitsmarktreform Hartz IV und die private Altersvorsorge. Das ist das Ergebnis des jüngsten Anlegerbarometers des Meinungsforschungsinstituts AMR im Auftrag der Investmentbank Trinkaus & Burkhardt und in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass die Hartz-IV- und Rentendiskussion ihr Anlageverhalten beeinflusse. 44 Prozent tendieren daher zu defensiveren Strategien. Nur drei Prozent wollen nun offensiver an den Finanzmärkten agieren. „Gerade bei der Altersvorsorge setzen die Anleger die Erfahrungen der Vergangenheit um“, sagt Joachim Goldberg vom Finanzdienstleister Cognitrend. „Zwischen 2000 und 2003 haben sie gelernt, risikoreichen Anlagen zu misstrauen.“ Um für ihre Sicherheit im Alter vorzusorgen, setzten sie daher auf konservativere Investments. Klassischerweise gilt die Konzentration auf Staatsanleihen und Rentenfonds als defensive, der Aktienkauf als offensive Strategie.

Dem Barometer zufolge werden Frauen vorsichtiger anlegen als Männer. Während bei den Männern 37 Prozent zurückhaltend investieren wollen, ist mehr als die Hälfte der Anlegerinnen auf der Hut. Ein Blick auf das Verhalten der Altersgruppen zeigt, dass sich die 40- bis 49-jährigen Anleger von der Debatte am wenigsten beeinflussen lassen. Über 60 Prozent wollen an ihrer bisherigen Strategie festhalten.

Nahezu die Hälfte der Befragten stellt beim Vermögensaufbau Aktien, Anleihen und Immobilien in den Mittelpunkt. Entgegen der konservativen Grundtendenz will ein gutes Fünftel der Interviewten kurzfristig spekulieren. Besonders ausgeprägt ist diese Neigung unter den Jüngeren. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen spekulieren 36 Prozent, bei den über 50-Jährigen gerade mal 14 Prozent. Es sind auch die 18- bis 29-Jährigen, die der Umfrage zufolge trotz der unsicheren Aussichten mehr Risikobereitschaft zeigen. Jeder Zehnte dieser Gruppe lege sein Vermögen nun offensiver an. Ihr Vorteil: Sie haben mehr Zeit, eventuelle Verluste auszugleichen. Allerdings sollte das Portfolio mit zunehmendem Alter defensiver werden.

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