Führende Banken setzen auf die Stabilität des Sektors – Die Risiken der Branche gelten als kalkulierbar
Telekombonds haben noch etwas Luft

Die Anleihen von Telekomkonzernen sind bei Analysten und Investoren seit über zwei Jahren sehr gefragt. Seit die Firmen begannen, ihre im Bieterstreit um UMTS-Lizenzen angehäuften Schuldenberge abzutragen, stiegen die Kurse der Bonds deutlich, und ihre Renditen sanken.

FRANKFURT/M. Aktuell bieten die Papiere im Schnitt nur noch 0,55 Prozentpunkte mehr Rendite als sichere Staatsanleihen, Mitte 2002 lag die Rendite von Telekomanleihen noch 2,40 Prozentpunkte höher als die von Staatsbonds.

Dennoch sind führende Analysten weiter positiv für diese Firmenbonds gestimmt. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den fünf Banken, die das Fachmagazin Euromoney, basierend auf einer Befragung von rund 1 100 institutionellen Investoren, in diesem Jahr zu den besten ihrer Zunft gekürt hat. Die Analysten von BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse First Boston und Barclays Capital gehen davon aus, dass sich Telekomanleihen besser als andere Unternehmensanleihen entwickeln werden und empfehlen deshalb, die Papiere im Anleiheportfolio leicht überzugewichten. Einzig UBS rät zu einer neutralen Gewichtung des Sektors. Analyst Duncan Warwick-Champion sieht Telekombonds zwar auf Grund der starken Fundamentaldaten als sicheren Hafen an. Nach der vorangegangenen Rally sieht er aber nur noch wenig Potenzial.

Drastische Kursgewinne für Telekombonds erwarten auch die Analysten der anderen Häuser nicht mehr. Leicht sinkende Risikoaufschläge seien in den nächsten Monaten aber durchaus noch drin. „Wir halten das Verhältnis von Risikoaufschlägen und tatsächlichen Risiken der Telekombonds weiter für attraktiv“, sagt Tom Crawley von der Citigroup. Auch Jean-Yves Guibert von BNP Paribas und Rob Lambert von Credit Suisse First Boston (CSFB) loben die positiven Fundamentaldaten der Telekomunternehmen, gerade im Vergleich zu Autobonds. „Anders als Autokonzerne verdienen die Telekomunternehmen in ihrem Kerngeschäft noch richtig Geld. Das macht sie zu stabilen Investments“, sagt Guibert.

Auf der Favoritenliste der Banken stehen vor allem Deutsche Telekom, France Télécom und Telecom Italia. „Diese Unternehmen haben den Entschuldungsprozess noch nicht abgeschlossen, von daher sind positive Nachrichten für die Unternehmen und ihre Bonds zu erwarten“, sagt Laura Winchester von Barclays Capital. Lambert von CSFB erwartet sogar, dass die drei Unternehmen, die von den Ratingagenturen mit Bonitätsnoten im Bereich Dreifach-B eingestuft werden, in den nächsten anderthalb Jahren wieder Ratings im Bereich Einfach-A bekommen könnten.

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