Fünf Fragen an: Peter Podesser: „Es wird weitere Börsengänge geben“

Fünf Fragen an: Peter Podesser
„Es wird weitere Börsengänge geben“

Peter Podesser ist Vorstandschef des Brennstoffzellenanbieters SFC Smart Fuel Cell. Im Interview spricht er über Einsatzgebiete der Technologie und Börsengänge in der Branche.

Handelsblatt: Herr Podesser, wie wird die Brennstoffzelle das Leben der Menschen verändern?

Peter Podesser: Die Brennstoffzelle wird es den Menschen ermöglichen, immer mobiler zu werden. Durch diese Technologie kann eine Stromversorgung überall gewährleistet werden. Probleme wie bei den meisten heute eingesetzten Akkus, deren Kapazitäten noch sehr begrenzt sind, wird es dann nicht mehr geben.

Welche Einsatzgebiete für diese Technologie gibt es heute schon?

Über Jahre hinweg war vor allem von der Brennstoffzelle auf Wasserstoff-Basis die Rede. Diese sollte Autos und Busse antreiben, konnte sich bis heute aber noch nicht richtig durchsetzen. Wir setzen daher auf Methanol als Brennstoff, da dieser vor allem leichter zu transportieren ist. Bisher wird die Technik im Freizeitbereich – beispielsweise in Yachten, Wohnmobilen und Berghütten – eingesetzt. Zudem werden mit der Brennstoffzelle schon viele verschiedene Messinstrumente beispielsweise zur Vorhersage von Hochwasser an der Elbe betrieben.

Welche Einsatzgebiete können Sie sich denn in der Zukunft noch vorstellen?

Da die Brennstoffzellen insgesamt immer kostengünstiger, kleiner und leistungsstärker werden, sind die Einsatzmöglichkeiten fast unüberschaubar. Zu den nächsten Innovationen werden sicher Anwendungen im Bereich der Consumer Electronic gehören. Aber auch Rollstühle, Motorroller und beispielsweise kleine Einsatzwagen an Flughäfen werden demnächst sicher auch mit Brennstoffzellen angetrieben. Einige Jahre länger wird es aber noch dauern, bis sich die Technik schließlich bei herkömmlichen Bussen und PKW ebenfalls durchsetzen wird.

Die Aktien der notierten Unternehmen sind dennoch weit von ihren Höchstständen entfernt. Wird die Brennstoffzelle in den kommenden Jahren dann auch wieder ein wichtigeres Thema für Anleger?

Wenn man sich die Entwicklung der anderen alternativen Energien anschaut und die verschiedenen Windkraftunternehmen und Solarkonzerne an der Börse, bin ich sicher, dass auch die Brennstoffzelle wieder ein Thema für die Kapitalmärkte wird. Wichtig wird sein, dass die bisher bereits an den Börsen gelisteten Unternehmen aus dem Konzeptstadium herauswachsen und serienreife Produkte anbieten.

Rechnen Sie in den kommenden Jahren mit neuen Börsengängen in dem Gebiet?

Darüber möchte ich im Einzelfall nicht spekulieren. Ich bin mir aber sicher, dass weitere Unternehmen angesichts der guten Zukunftsaussichten an die Börse gehen werden. Und gerade deutsche Konzerne sind in dem Bereich der alternativen Energien ja häufig auch sehr gut aufgestellt.

Die Fragen stellte Patrick Mönnighoff.

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