Fünf Fragen zum Thema Anlagestrategie an Marcus Vitt
„Unser Modell funktioniert in vielen Phasen“

Marcus Vitt ist Vorstand der Conrad Hinrich Donner Bank. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er unter anderem darüber, warum Fonds wie der Optimix auf technische und fundamentale Analyse verzichten.

Handelsblatt: Fonds wie der Optimix verzichten auf technische und fundamentale Analyse. Warum?

Marcus Vitt: Basis für unsere Entscheidung bildet ein ausgeglichenes Portfolio zweier Assetklassen, beispielsweise Aktien und langlaufende Anleihen. Wir nehmen im Laufe einer Periode, typischerweise ein Jahr, eine Optimierung vor. Beginnend mit einer Gleichgewichtung ist für die Anpassung der jeweiligen Quoten die Entwicklung der Assetklassen relevant. Die Kalkulation geschieht mittels der Best-of-Two-Methode über eine Austauschoption. Das ist eine Weiterentwicklung der Optionspreistheorie von Black und Scholes. Auf diesem Wege investieren wir immer stärker und mit zunehmender Aggressivität in das jeweils besser performende Investment, erzielen sehr attraktive Renditen und vermeiden sehr schlechte Aktienentwicklungen.

Haben Sie sich so in der Finanzindustrie Feinde gemacht?

Der Verzicht auf fundamentale Prognosen hat insbesondere bei stark Research behafteten Häusern Misstrauen ausgelöst. Die Befürchtungen liegen in der Konkurrenzsituation und der Sorge, Aufgaben und Verantwortung zu verlieren. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass ein Nebeneinander der Ansätze eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann.

Gibt es neben Aktien und Anleihen andere Varianten, die ebenfalls geeignet sind?

Ja, die gibt es. Aktien und Anleihen sind aufgrund ihrer langjährigen Wechselwirkung ideal für diesen Ansatz. Als besonders attraktiv haben sich auch die Devisenmärkte herausgestellt und hier der Euro gegenüber dem Dollar. Neben einer recht stabilen Rendite weist dieses Investment eine nahezu unabhängige Entwicklung gegenüber Aktien und Renten auf.

Wie gehen Sie bei der Auswahl geeigneter Fonds vor?

Ein wesentlicher Teil des Investments erfolgt in passiv gesteuerten Produkten, bei denen die laufenden Kosten und die Spesen für Kauf und Verkauf ein wesentliches Kriterium darstellen. Darüber hinaus investieren wir auch in aktiv gemanagte Produkte.

Gibt es Börsenphasen, in denen Ihr Modell nicht funktioniert?

Generell funktioniert der Best-of-Two-Ansatz in vielen Börsenphasen, lediglich in Zeiten unentschlossener Märkte fällt es dem Modell schwer, sich für die richtige Assetklasse zu entscheiden. Für eine mittelfristige Anlage, wofür unsere Fonds angedacht sind, halte ich dies für unkritisch. Eine tatsächlich sehr negative Entwicklung ist nur dann zu erwarten, wenn beide Assetklassen deutlich verlieren.

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