Für Privatanleger empfiehlt sich Engagement in Fonds
Osteuropa-Aktien bieten große Chancen

Für den Anleger sind Kapitalanlagen in den EU-Beitrittsländern noch immer sehr interessant. Investments in Osteuropa, Russland und China erwiesen sich bereits während der vergangenen drei Jahre als eine große Erfolgsgeschichte. Diese werde sich nach Meinung von Analysten der DZ Bank weiter fortsetzen, wenn die in diesen Staaten eingeleiteten Reformen das Wachstum in nächster Zeit weiter beschleunigen werden.

FRANKFURT/M. In den Staaten, die an der EU-Osterweiterung teilnehmen werden, dürften sich in den nächsten Jahren gute Anlageresultate einstellen. Dem Anleger könne geraten werden, derzeit zwischen zehn und 15 Prozent seines Portefeuilles in osteuropäischen Wertpapieren anzulegen, sagte Klaus Holschuh, der bei der DZ Bank den Bereich Research und Volkswirtschaft leitet, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Aktien seien dabei in Osteuropa im Vergleich zu Anleihen zum gegenwärtigen Zeitpunkt die interessantere Anlageform. „Die nächsten zwei Jahre werden wegen der an Fahrt gewinnenden Konjunktur an den internationalen Weltbörsen eindeutig Aktienjahre sein“, sagte Holschuh. Vor diesem Hintergrund empfehle sich auch in jenen Ländern, die Kandidaten für die Ost-Erweiterung der Europäischen Union seien, ein starkes Engagement an den jeweiligen Aktien. Große Chancen würden sich für Anleger auch in den Aktienmärkten der Länder China und Russland bieten.

Für den privaten Anleger empfehle sich jedoch nicht so sehr das direkte Investment in osteuropäischen Aktien, sondern vielmehr ein Engagement in auf Osteuropa-Aktien spezialisierten Aktienfonds. An den Aktienbörsen dieser Staaten gebe es für Privatanleger trotz der eingeleiteten Deregulierung und Liberalisierung noch immer zahlreiche Hürden. Zudem biete sich nach Meinung der DZ Bank-Analysten der Erwerb von Aktien deutscher Unternehmen an, die sich bereits stark in den osteuropäischen Staaten engagiert hätten.

Dies gelte zum Beispiel für Henkel, MAN, Metro, RWE, Deutsche Telekom und auch für VW. Bei all diesen deutschen Unternehmen lägen die auf das Osteuropageschäft entfallenden Umsatz-, Produktions- und Investitionsanteile bereits auf einem Niveau von durchschnittlich etwa jeweils zehn Prozent.

Bei Investments in Euro-Anleihen osteuropäischer Schuldner sollten sich die Anleger derzeit auf mittlere Laufzeiten von zwei bis vier Jahre konzentrieren, riet Holschuh. Es sei davon auszugehen, dass die Kapitalmarktzinsen in den beiden großen Währungsräumen US-Dollar und Euro während der kommenden Jahre wegen der sich bessernden Konjunkturperspektiven weiter steigen. „Osteuropa-Anleihen hängen eindeutig an diesem Zinstrend und werden keine eigenständige Entwicklung vollziehen“, sagt Holschuh. Bei den mit Ratings von A bis BBB versehenen Anleihen dieser Staaten mit mittleren Laufzeiten dürften sich Anleger gut untergebracht fühlen – auch deshalb, weil hier noch leicht höhere Zinsen geboten werden als bei Bundesanleihen.

Größere Kursgewinne auf Grund der notwendigen Anpassung der Kapitalmarktzinsen dieser Staaten an das im Euro-Raum geltende Niveau seien indes nicht mehr möglich. „Das Konvergenz-Spiel in Osteuropa ist längst gelaufen“, sagte DZ-Bank-Volkswirt Hans Jäckel. Die Zinsunterschiede zu westeuropäischen Anleihen seien vor allem auf die bestehenden Bonitätsunterschiede zurückzuführen. Die Bonitäten würden sich in den nächsten Jahren bei anhaltender Reformfreudigkeit dieser Staaten jedoch noch weiter verbessern, sagte Jäckel.

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