Furcht vor steigenden Zinsen
Teures Öl macht Investoren nervös

Analysten errechnen nach dem Preisanstieg beim Öl eine Überbewertung der Dax-Titel von bis zu vier Prozent.

DÜSSELDORF. Der starke Anstieg der Rohölpreise beunruhigt die Börsianer weltweit. Denn das teure Öl belastet Analysten zufolge die Aktienmärkte direkt und indirekt. Dies gilt vor allem dann, wenn die Hochpreisphase am Ölmarkt noch länger anhält.

Zu den indirekten Auswirkungen zählt die wachsende Furcht vor steigenden Zinsen. Denn wegen der hohen Ölpreise habe „der Markt Angst vor Inflation“, sagt Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Schwerwiegender dürften aber die direkten Auswirkungen des Ölpreisanstiegs sein. „Der Ölpreis wirkt über zwei Hebel auf die Unternehmensgewinne“, sagt Frank Bulthaupt, Ökonom der Dresdner Bank. Zum einen drücke ein hoher Preis auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum, zum anderen stiegen die Kosten der Unternehmen. Und weil diese die Kosten nicht oder nur mit einer Zeitverzögerung auf die Verbraucher überwälzen können, sinken die Gewinne der Unternehmen.

„Erste kleinere Bremsspuren“ in den Unternehmensgewinnen erwartet Stefan Rausch, Leiter der Sektor- und Unternehmensanalyse bei Helaba Trust deshalb schon in den Zahlen für das zweite und dritte Quartal – auch, weil für einige Gesellschaften die Absicherung gegen weiter steigende Ölpreise teurer wird. Denn „je länger der Ölpreis auf dem hohen Niveau bleibt, desto höher ist die Gefahr, dass die Absicherung auf einer höheren Basis erfolgen muss“, sagt Rausch.

Erst auf Sicht von einem Jahr schwächt sich nach Meinung von Ökonom Bulthaupt der negative Einfluss des teuren Öls etwas ab, selbst falls der Preis bei 40 Dollar bleiben sollte. Denn mit der Zeit gelinge es den Unternehmen mehr und mehr, die Preise an die Kunden weiterzugeben. Doch das dauere mindestens zwei Jahre.

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