Fusionspoker
Anleger reiten die Übernahmewelle

Das große Spiel geht wieder los. Nachdem die Unternehmen lange Zeit still gehalten haben, wagen sich nun die ersten wieder an Übernahmen heran. Im Fusionspoker können auch die Anleger gewinnen - vorausgesetzt sie sind rechtzeitig mit von der Partie.
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FRANKFURT. "Die Gelegenheit für Übernahmen ist extrem günstig. Erstens haben die Unternehmen viel Cash gesammelt, zweitens sind die Finanzierungsbedingungen günstig und drittens sind potenzielle Übernahmeziele niedrig bewertet", sagt Markus Plümer, Head of Equity Brokerage der Commerzbank.

Reihenweise machen Firmen in diesen Tagen mit Übernahmeplänen von sich Reden, oft sind es große Konzerne, mehr und mehr mischen aber auch Unternehmen aus den Schwellenländern mit. Sie schnappen sich kleinere Spezialisten, um so neue Märkte zu erschließen oder sich unabhängiger vom Kerngeschäft zu machen. Das Geld für Übernahmen ist da. Nach Angaben des Datenlieferanten Bloomberg haben die 1000 größten Unternehmen der Welt rund drei Billionen Dollar an Cash gehortet.

Wer Aktien eines Übernahmekandidaten hält, kann sich glücklich schätzen. Denn in der Regel wird bei einer Übernahme ein kräftiger Aufschlag auf den Börsenkurs gezahlt. Am meisten springt für Anleger heraus, wenn sich mehrere Unternehmen einen Bieterwettbewerb liefern. So wie zuletzt im Fall von 3Par. Der Spezialist für Datenspeicherung aus Kalifornien war bis vor kurzem nur Kennern ein Begriff - bis die beiden Computerhersteller Hewlett-Packard und Dell sich für das Unternehmen zu interessieren begannen. Beide wollten 3Par unbedingt übernehmen und überboten sich gegenseitig. Am Anfang kostete ein Aktie von 3Par knapp zehn Dollar, am Ende bot HP stolze 33 Dollar. Ob solche Preise gerechtfertigt sind, ist fraglich. Doch zumindest die Aktionäre der Firma dürfte es freuen.

Auch in anderen Branchen kehrt die Übernahmefantasie zurück, wie es im Börsenjargon heißt. Der Bergbauriese BHP Billiton strebt die feindliche Übernahme des Düngemittelherstellers Potash für fast 40 Mrd. Dollar an. BHP könnte durch die Übernahme ein Viertel des weltweiten Kali-Marktes kontrollieren. Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis will sich die US-Biotechfirma Genzyme einverleiben. Ein erstes Angebot in Höhe von 18,5 Milliarden Dollar lehnten die Amerikaner ab. Die Kurse der Übernahmeziele - Potash und Genzyme - stehen rund 50 Prozent höher als vor drei Monaten.

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