Gefährliche Euro-Debatte
„Viel schlimmer als die Lehman-Pleite“

Was passiert, wenn der Euro scheitert? Das wäre ein Schock für die Weltwirtschaft, sagt Franz Wenzel, Anlagestratege von Axa Investment Managers. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum er weiter an die Eurozone glaubt und wie sich Anleger positionieren sollen.
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Herr Wenzel, die Investoren machen einen Bogen um Anleihen der Schuldenstaaten. Können Sie das nachvollziehen oder übertreiben die Märkte?

Ich kann nicht sagen, ob die Risikoaufschläge übertrieben sind oder nicht. Machen wir uns nichts vor, die Schulden sind da. Die Situation wird auch noch eine ganze Weile angespannt bleiben. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Panik.

Was raten Sie Anlegern?

Aus Staatsanleihen sollte man sich langsam verabschieden - einmal aufgrund der Schuldenkrise, aber auch aus zyklischen Gesichtspunkten. Eine Alternative sind Rohstoffe, eine andere Aktien. Wir haben vor zwei Monaten Aktien übergewichtet. Für Aktien sprechen die günstige Bewertung und die steigenden Unternehmensgewinne.

Wird der Dax weiter zulegen?

Der Dax kann im nächsten Jahr auf 7 500 bis 8 000 Punkte steigen. Und das ist - gemessen an den Gewinnsteigerungen der Unternehmen - vorsichtig geschätzt. Wir erwarten, dass die Gewinne in der Eurozone um 10 bis 15 Prozent steigen werden.

Was halten Sie von Gold?

Es wäre nicht verkehrt, davon etwas im Depot zu haben. Wie viel muss jeder mit sich selbst ausmachen. Das ist ein Stück Glaubenssache. Gold dient als reine Versicherung; für den Fall, dass alles andere schief geht und die Inflation aus dem Ruder laufen sollte.

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Kommentare zu " Gefährliche Euro-Debatte: „Viel schlimmer als die Lehman-Pleite“"

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  • Den Wirtschaftlich schwachen Peripherieländern (manchmal von der boulevardpresse Pleitestaaten genannt) konnte geholfen werden wenn sie selbst weniger importieren und mehr eigene Produkte kaufen. Dadurch würden Arbeitsplätze entstehen, auch die Steuereinnahme würden steigen und die Sozialausgaben fallen. Auch wir Deutsche sollten Solidarität zeigen und deren Produkte vorzugsweise kaufen. Unser Export wurde kaum darunter leiden da wir sehr viel nach China und Russland exportieren. Es wäre sinnvoller als einfach, über den Rettungsfond, Hilfe zu leisten ohne Gegenleistung. Auch für die betroffen Länder.
    @ [13] Hans-Theo Voß  WKN: 113538 2,868% heute
    Kurs am 09.12.2010 EUR 104,69
    Kurs am 26.08.2010 EUR 111,53
    das sind fast 7%

  • zu ONDORON
    sorry, aktuell per jetzt rentiert die 4,0% bund mit der kennnummer 113527 bei 2,61%
    mehr rendite gibt´s beim bund nicht.

  • @[10] Ondoron
    Sorry, ich dachte Sie wollten eine Lösung der Krise!
    bedenken Sie aber dass man die Eurozone nur verlassen kann, laut EU-Vertrag, wenn man auch die EU verlässt. Man kann nicht einfach so rein und raus nach bedarf.
    Sie müssen bedenken dass die EU nicht geschaffen wurde im interesse Deutschland allein, es sollten alle Europäische Länder gleichermaßen von der EU profitieren. Zur Zeit profitiert aber Deutschland von der EU. ich habe schon in einem früheren Kommentar vorgeschlagen dass Deutschland die EU verlässt. ich bin überzeugt dass wir besser ohne Deutschland zu recht kommen. Deutschland verursachte eine Unwucht innerhalb der EU.

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