Geldanlage: Anlegen in der Minus-Gesellschaft

Geldanlage
Anlegen in der Minus-Gesellschaft

Wer spart, der verliert. Das muss im neuen Jahr nicht so sein. Es gibt Auswege aus der Zinsmisere. Denn Geld kann sich selbst vermehren – wenn auch langsamer. Wie Anleger noch Rendite erzielen können.

FrankfurtEigentlich gibt es gar keinen negativen Zins. In den ökonomischen Lehrbüchern jedenfalls fehlen solche Kapitel. Es scheint auch wenig Sinn zu machen. Wer als Sparer sein Geld eine bestimmte Zeit hergibt, der will für dieses Leihgeschäft entlohnt werden. So jedenfalls ist die Theorie.

Die Praxis sieht heute anders aus. Tiefe Zinsen sind Verbraucher bereits gewohnt. Aber jetzt rutschen auch immer mehr Zinsanlagen in den Negativbereich. Beispiel Bundesanleihen: Bei den Restlaufzeiten von bis zu fünf Jahren herrscht die Minus-Rendite. Das ist nicht nur historisch einmalig. Es heißt auch schlicht: Der Käufer verliert Geld – garantiert.

Nur sehr langsam beginnen die Deutschen auf diese Form der Enteignung zu reagieren. Das belegen beispielsweise die Statistiken der Bundesbank. Die Deutschen werden zwar immer reicher. Die Bundesbank gibt ihr Geldvermögen zur Jahresmitte mit 5,2 Billionen Euro an.

Doch die Struktur dieses großen Betrages ist noch längst nicht an die neue Tiefzins-Welt angepasst. Allein zwei Billionen Euro sind Bargeld und sind auf Bankeinlagen in unterschiedlicher Form konzentriert. Dazu kommt eine fast gleich hohe Summe an Ansprüchen aus Versicherungen und Alterssicherungssystemen. Diese Kapitalanlagen sind ebenfalls stark auf Zinsanlagen ausgerichtet.

Das bedeutet: Rund drei Viertel des Geldvermögens bringen kaum Zinsen. Laut Statistik haben die Deutschen im ersten Halbjahr weniger als 20 Milliarden Euro aus Termineinlagen, Spareinlangen und Sparbriefen abgezogen. Das ist angesichts der genannten Gesamtbeträge der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Die Deutschen geben ihre Gewohnheiten nur widerstrebend auf. Umfragen belegen, dass das Niedrigzins-Problem zwar wahrgenommen wird. Doch die Verbraucher reagieren bisher nur zögernd, schichten eher selten in andere Anlagen um – auch das zeigt die Bundesbank-Statistik.

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