Geldanlage: „Eine Party ohne Gäste“

Geldanlage
Rein ins Risiko!

„Eine Party ohne Gäste“

Und noch eine Anlageklasse, die in der Vergangenheit nicht den besten Ruf hatte, erlebt ein Comeback: die Aktie. „Die Hälfte der Investoren plant, Staatsanleihen zu verkaufen, um in Aktien umzuschichten“, erklärt Michael Hartnett, Chefstratege bei Bank of Amerika Merrill Lynch.

Das ist das Ergebnis der Umfrage unter 250 internationalen Fondsmanagern, die die Bank monatlich durchführt. Hartnett sieht sich durch das Ergebnis bestätigt. Wenn jemand die Urheberrechte für den Begriff der „Great Roation“ geltend machen könnte, dann wäre er es wohl. Bereits vor zwei Jahren sagte er die Umschichtung von Anleihen in Aktien voraus. Jetzt sei die große Rotation im Gange, meint Hartnett.

Das vergangene Jahr war bereits ein sehr gutes für Aktien. Der Dax legte knapp 30 Prozent zu, die 8.000 Punkte liegen in Reichweite. „Aktien sind im vergangenen Jahr so gut gelaufen – das hat mich selbst überrascht. Aber es war eine Party ohne Gäste“, sagte Wöhrmann von der DWS auf dem Fondskongress in Mannheim. Viele hätten die Rally verpasst, weil sie nicht investiert waren. Die Aktienquoten vieler Großinvestoren befänden sich auf einem Tiefstand. Das wiederum stimme zuversichtlich, dass noch einige in den Aktienmarkt einsteigen werden. „Wenn alle schon drin wären, dann würde ich Sie sicherlich nicht reinlocken“, verspricht er.

„Wenn die Mehrzahl der Anleger zu der Erkenntnis gelangt, dass die Finanzrepression anhält und die Anleiherenditen auf tiefem Niveau zementiert sind, wird die Karawane weiter in Richtung Aktienmarkt ziehen“, sagt Bert Flossbach. Noch werde vor allem darüber geredet, aber nicht gehandelt. Das sei bislang alles „Verbalerotik“. Aber immerhin stellt der Vermögensverwalter im Gespräch mit Kunden eine wachsende Bereitschaft fest, künftig mehr in Aktien zu investieren. Er legt den Vermögenden die Aktien erstklassiger Unternehmen wie Nestlé, Unilever, Reckitt Benckiser, 3M oder Roche ans Herz.

Gut möglich, dass ihm Wöhrmann da zustimmen wird. Der ist zwar von Hause aus eigentlich ein Anleiheexperte, doch inzwischen hat er das Lager gewechselt. Auch er setzt auf Unternehmen mit stabilen Dividenden sowie Firmen mit Markt- oder Technologieführerschaft. „Aktien sind die besten Instrumente im gesamten Finanzuniversum“, sagt Wöhrmann. Vielleicht sollten er und Flossbach mal gemeinsam Karneval feiern.

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Kommentare zu " Geldanlage: Rein ins Risiko!"

Alle Kommentare
  • Welche Demokratie ? Welche Freiheit ?

    Wurden Sie gefragt, als die jeweiligen Regierungschefs der Nachkriegszeit die Schulden aufgenommen haben ?
    Wurden Sie gefragt, als der Euro eingeführt wurde ?
    Hatten Sie bei überhaupt mal bei was ein Mitspracherecht ? Bei was ?

    Was würde passieren, wenn es knallt ?
    Dann wird Frau Merkel ( oder wer auch dann am Ruder ist) die Augen nach oben verdrehen und sagen: "Hach, die bösen Griechen, und hach, Trichet und Draghi. Die haben einfach zuviel Geld gedruckt. Wir haben ja den Weidmann geschickt, aber der konnte sich da nie durchsetzen."
    ( So wie Peer die Augen nach oben verdreht und "Hach, die bösen Banken" sagt, wenn er kaschieren will, daß er nicht den Mumm gehabt hat "Nein" zu sagen.)

    Dann wird man vielleicht ein Kozessiönchen machen, den ESM abwerfen oder so. Aber die Parteiokratie bleibt unangetastet. Die Bürger werden enteignet, aber die, die uns das eingebrockt haben, regieren weiter.

    Was letztendlich vielleicht keine gute - aber nicht mal die allerschlechteste Variante ist. Denn man hört ja, daß Regierende bei innenpolitischen Problemen auch schon zu außenpolitischer Eskalation bis hin zum Krieg gegriffen haben, um an der Macht zu bleiben.
    Aber da wir ja notfalls die Eu-Strukturen doch noch zum Sündenbock machen können, bleibt uns das wahrscheinlich wenigstens erspart.

  • da wo die Karawane hinzieht wird es riesige Blasen geben.

    Anleihen, Imobillien, Aktien, Gold, Rohstoffe.

    Bei jedem Umzug geht ein Teil des Geldes im Durchschnitt verloren.

    Das geht so lange, bis die Geldblase weg ist...

    Ich persoenlich schaue mir das Ganze von der Seite an, und mische erst wieder mit, wenn sich die Wolken verzogen haben. Und wenn es 10 oder mehr Jahre dauern wird...

  • Natürlich wird die Karawane weiterziehen. Die meisten Investoren können nun noch Kursgewinne bei "Altanleihen" realisieren. Sie haben zu niedrigen Renditen ihr Geld geparkt und haben dann beobachtet, daß die Kurse wahnwitzigerweise immer weiter steigen. Nun können sie die Gewinne realisieren und müssen das Kapital in einer anderen Assetklasse unterbringen. Viel bleibt da zur Zeit nicht übrig: Rohstoffe, Aktien und Immobilien. Auf allen Märkten sind schon liquiditätsgetriebene Blasenbildungen zu beobachten. Für Privatanleger gilt: Wenn sie eine Rendite von mehr als 2% p.a. wollen, müssen sie heute schon einiges riskieren! D.h. selbst der Kapitalerhalt ist schwer zu schaffen! Von Kapitalvermehrung sollte man Abstand nehmen. Der Tipp mit Nestle und Co. ist deswegen problematisch, weil a l l e Vermögensverwalter unisono die gleichen Aktien empfehlen. Was wird das zur Folge haben? Also Leute: Viel Glück im Umfeld der finanziellen Repression, wir können es gebrauchen!
    @azaziel: Nach der Wahl werden ab dem 1.1.2014 heftige Steuererhöhungen auf uns zu kommen. Danach werden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Fremdwährungen und Gold für Privatleute wird es nicht mehr so einfach geben. Wir haben noch etwa 12 Monate um die Weichen zu stellen ...

  • ... angewendeten Instrumente ist gross.

    Sollte es zum ganz grossen Crash kommmen, verlieren wir damit wahrscheinlich auch unsere Wirtschaftsordnung, unsere Demokratie und unsere Freiheit.

  • Es gibt aus der Staatsschuldenkrise keinen Ausweg mehr. Wenn private Anleger aus der Staatsfinanzierung aussteigen, ergeben sich folgende Probleme: 1) Die Zentralbanken muessten noch mehr Geld drucken um private Anleger zu ersetzen und Zinsen niedrig zu halten. Dieser Prozess laesst sich seit geraumer Zeit beobachten. 2) Wo soll eigentlich das Geld hinfliessen was man aus dem Verkauf von Staatsanleihen erloest? Die Aktien- Rohstoff- und Immobilienmaerkte koennen das gar nicht alles aufnehmen. Und die Schwellenlaender auch nicht. Trotzdem werden die Mitttel in diese Richtung fliessen. Auch das koennen wir bereits beobachten, aber noch nicht in dem Masse, wie von vielen Beobachtern erwartet.

    Insbesondere steigende Rohstoffpreise werden die Inflation anfachen. Es ist ein Irrglaube, wir koennten keine Inflation haben, weil die Nachfrage gering ist. Kein Unternehmer kann dauerhaft seine Produkte unter Kosten anbieten. Er passt zunaechst seine Produktion der sinkenden Nachfrage an und stellt sie schliesslich ganz ein. Sinkende Produktion bei gleichzeitiger Geldvermehrung wird die Inflation zum Galoppieren bringen.

    Dabei steigert die sinkende Produktion und das damit sinkende reale Steuereinkommen die Notwendigkeit zu weiterem Gelddrucken nur noch weiter. Einmal damit begonnen, kann man mit dem Gelddrucken nicht mehr aufhoeren. Das geht solange, bis das Geld seine wesentlichen Funktionen fuehrt und damit die Guetermaerkte zum Erliegn bringt.

    Ob man den Gang der Dinge mit “finanzieller Repression” aufhalten kann ist hoechst fragwuerdig. Man muesste praktisch die Marktwirtschaft abschaffen. Tendenzen hierfuer lassen sich ebenfalls bereits beobachten, wie beispielsweise die Verpflichtung finanzieller Institutione,n Staatsanleihen zu kaufen, oder die Aushebelung der Glaeubigerhaftung. Es wird weiter gehen mit Devisenkontrollen, Verbot von Edelmetallbesitz, Zwangsanleihen, Mietstopp und vielen anderen Mitteln. Die Zahl der bekannten und in der Vergangenheit schon angewendet

  • Es gibt keine risikofreien Anlagen!

    Haben wir gesehen bei span. und argent. Staatsanleihen. Spanien ist Weltrekordhalter für Staatsinsolvenzen, verfolgt von Argentinien.
    Rentenmarkt=Armenhausmarkt: Leute die ihr Geld eigentlich selber brauchen leihen es Leuten die eigentlich insolvent sind, und hoffen auf Rückzahlung!
    Alles über 0% Zins ist die Zitterprämie! Weil Staaten prinzipiell nicht wirtschaftlich agieren können.

    Jetzt werden die Staaten die Spargelder der eigenen Bürger kalt entwerten qua Inflation. Alle die in Geldanlagen gefangen sind haben verloren. Auch kapitalgedeckte Altersvorsorgeprogramme sind betroffen!

    Jetzt hilft nur noch Kant: "...wenn die erprobten Shemata nicht mehr funktionieren, hilft nur noch selberdenken..."

    Also selber Anlagen analysieren und nicht auf Leute vertrauen die nicht die Interessen der investierenden Bürger vertreten.

  • Jedem sollte die Stoßrichtung der Notenbanken
    klar sein - Schuldenabbau durch Vernichtung
    der Guthaben.

    Diabolische Abgründe tun sich auf!

  • ".....Wer kein Geld verlieren will, muss raus aus sicheren Anleihen, rein ins Risiko......"
    Dann verliert er oder sie halt eben ALLES!!
    Richtig, der hat dann bereits seinen Verstand verloren, und höchstwahrscheinlich Haus und Hof auch gleich verjubelt, wenn er oder sie denn Haus und Hof hatte.
    Seit wann verliert man denn Geld in sicheren Anleihen? Ja, der WERT des GELDES verliert, aber DAS GELD an sich doch nicht, oder??? Nur mit Risiko machen wir richtig Gewinn?? Es gefällt wohl den Herren Bangster und Zocker nicht so richtig, daß zumindest das "Fußvolk" noch weiß, wie man den Wertverfall des Geldes am meisten mindert. Na, dann noch viel Spaß mit Zertifikaten und schön in Holz und Kautschuk investieren, bringt ja 8 % bis 12 % ??
    8 % Brennholz und 12 % Gummi....

  • "Bereits vor zwei Jahren sagte er die Umschichtung von Anleihen in Aktien voraus."

    Bereits vor zwei Jahren? Das sind im Anlageuniversum Jahrhunderte!
    Besser gesagt: Die Voraussage von Hartnett war Mist.
    Und auch der Rat, auf dem Höhepunkt einer liquiditätsgetriebenen Hausse in Aktien zu investieren, wirft kein sonderlich gutes Licht auf die sogenannten "Experten". Übrigens auch nicht auf's HB, das solche gefährlichen Ratschläge unkritisch publiziert.

  • Gute Zusammenfassung!

    Sehe ich ähnlich! Wenn die Zinsen steigen sollten, werden Aktien uninteressant (Unternehmen haben höhere Zinskosten, machen weniger Gewinn). Gleichzeitig werden noch die Zinskosten für die Aktiengeschäfte auf Pump höher... - und schon "...fließt das Blut in den Straßen..." (auf den Aktienmarkt bezogen).

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