Geldanlage

Frauen können's einfach besser

Bei der Geldanlage wollen es Frauen ganz genau wissen und nichts übereilen. Neugier und Gelassenheit zahlen sich aus. Viele Männer haben das Nachsehen, und auch bei der Beratung geht das Modell der Frauen auf.
18 Kommentare
Frauen können's besser. Im Zweifel nämlich fragen sie mehr nach.

Frauen können's besser. Im Zweifel nämlich fragen sie mehr nach.

DüsseldorfWie genau funktioniert dieses Finanzprodukt? In welche Unternehmen investiert der Fonds? Wie groß sind die einzelnen Positionen? Wie hoch sind die Risiken? Wie sieht die langfristige Entwicklung aus? Diese Fragen sollte eigentlich jeder Kunde seinem Anlageberater stellen. Doch so viel Interesse für die Details zeigen vor allem Frauen. Sie legen ihr Geld anders an als Männer – und sind damit häufig erfolgreicher.

„Frauen machen sich mehr Gedanken über ihre Geldanlage und wünschen eine ausführliche Aufklärung über die Chancen und Risiken“, sagt Constanze Hintze, Geschäftsführerin des Finanzdienstleisters Svea Kuschel und Kolleginnen in München. Männlichen Kunden dagegen gehe es vor allem um die Rendite. Wie die zustande kommt, sei häufig Nebensache.

Frauen legen dagegen mehr Wert auf Sicherheit, doch das heißt längst nicht mehr, dass sie Wertpapiere scheuen. „Früher bedeutete ‚sicherheitsorientiert’ meist Sparbuch und Festgeld, inzwischen sind Frauen aber auch den Kapitalmärkten gegenüber aufgeschlossener“, so Hintze.

Dennoch gibt es zwischen den Depots von Männern und Frauen noch deutliche Unterschiede. Das zeigen etwa die Depotvergleiche der Direktanlagebank (DAB). Im vergangenen Jahr hatten die Frauen einen etwas geringeren Aktienanteil (48,8 Prozent) als die Männer (53,3 Prozent), setzten jedoch stärker auf Investmentfonds (35,4 im Vergleich zu 31,6 Prozent) und Anleihen (11,2 im Vergleich zu 10,2 Prozent). Bei Zertifikaten, Optionsscheinen und Gold waren sie dagegen etwas zurückhaltender als die Männer. Die Rendite war 2012 mit rund 7,7 Prozent etwa gleich.

Doch gerade in schwierigen Börsenjahren waren Frauen den Männern in der Vergangenheit überlegen. So erzielten sie laut DAB-Depotvergleich in den Jahren 2001 bis 2008 mehr Rendite als die männlichen Anleger. In den starken Börsenjahren 2009 und 2010 mussten sich die Damen jedoch geschlagen geben. „Frauen wählen Produkte, die weniger riskant sind, dadurch hinken ihre Depots in starken Marktphasen leicht hinterher, brechen aber in schwierigen Zeiten nicht so stark ein“, sagt Hintze.

Zudem nehmen sich Frauen für ihre Entscheidungen mehr Zeit. „Während Männer häufig schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren, sind Frauen gelassener“, so die Beobachtung von Renate Kewenig, die gemeinsam mit Friederike Fuchs 1996 die Anlageberatung Frauinvest in Rheinbach gegründet hat.

Auch der DAB-Vergleich zeigt: Die Zahl der durchschnittlichen Transaktionen lag bei Männern mit 6,9 pro Jahr zuletzt mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (3,2). „Männer lassen sich eher vom Spieltrieb oder von Renditeversprechen leiten“, so Kewenigs Einschätzung. Doch häufiges Kaufen und Verkaufen kann teuer werden.

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18 Kommentare zu "Geldanlage: Frauen können's einfach besser"

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  • VERGLEICH.weibl.männl.BANKBERATER/INNEN
    .......................................
    es heisst nicht umsonst - die börse.!! - und die weibl.
    herangehensweise mag kundenorientierter sein - aber....
    der beste ratgeber ist der eigene sachverstand, denn die
    banken arbeiten provisionorientiert..
    ..
    seit jahren erledige ich börsengeschäfte deshalb allein
    online ab. kauf-vk-ratschläge dienen nur der provisions-
    maximierung..

  • Viele Frauen lassen sich aber zu sehr emotional leiten, anstatt rational an die Sache ranzugehen. Die wollen meist nix wissen, von Märkten, Kursen und dem Theoretischem Kram. Außerdem gibts auch dieses pedantischen Frauen, die emotional reagieren, statt rational, wenn man sagt "So isses und nich anders" dann geht es nämlich los ... "ja, warum ist das so ... verstehe ich nicht..."

  • Hätte das Warren Buffet gewusst, der hätte sicher seine Frau rangelassen, dann wäre der laden noch besser gelaufen.

  • Der empirische Beweis liegt in den Posts hier.

  • Ach bitte, das ist ja mal wirklich einer der enttäuschendsten HB Artikel seit langem. Da von einer Frau geschrieben müssten die Hintergrundinformationen eigentl. genau hinterfragt, sprich gut recherchiert worden sein. Ein genaues Nachlesen der DAB Studie zeigt: Der durchschnittliche Unterschied der Depotrendite von 2009- 2012 beträgt gerade mal 0,3 % (2012 im Übrigen sogar nur 0,06 %). Das ist, sie raten es, statistisch nicht signifikant. Die Studie schließt daher auch mit dem Fazit: "Das Ergebnis der aktuellen
    Studie macht deutlich, dass Männer und Frauen bei der Geldanlage mit unterschiedlichen Ansätzen
    gleichermaßen erfolgreich sein können – genau wie im richtigen Leben auch."
    Dazu noch so "seriöse" und "objektive" Meinungen von bspw. FrauInvest einfließen zu lassen topt das Ganze dann noch.
    Wenn Ihnen keine guten Artikel einfallen, die auch gut recherchiert sind, dann lassen sie es doch besser...

  • lustigerweise schneiden die beiden Damen bei den vom Handelsblatt geführten Musterdepots deutlich schlechter ab, als ihre männlichen Zeitgenossen. Und die Damen sollten doch ob ihres Jobs bei einer renommierten Wirtschaftszeitung viel Ahnung von der ganzen Materie haben. Irgendwie dumm, wenn die eigenen Angestellten das Gegenteil beweisen. :D

  • "Wenn ich als Frau auf Finanzveranstaltungen ohne Mann im Schlepptau auftauche, erregt dies immer noch Aufsehen."

    Vielleicht leiden Sie ja an Verfolgungswahn? Ich komme aus der Branche, und weder bei meine Kolleginnen noch Kollegen erregt es irgendein Aufsehen, wenn eine Frau ohne "Mann im Schlepptau" erscheint. Das hat selbst vor 15 Jahren kein Aufsehen bei uns erregt. Ok, ausser der Frau aus dem Osten. Aber da damals lag es eher an ihrem froschgrünen Kostüm. Arrrrghhh...

  • na siehste

  • Hm, ich als Frau finde es erfreulich, dass Frauen hier endlich mal ermutigt werden, sich mit Kapitalanlagen zu beschäftigen. Leider ist die Überschrift unpassend gewählt: Frauen machen es nicht besser, sondern anders! Ich kenne übrigens fast nur Männer, die sich mit Kapitalanlagen bzw. Depots bzw. Geld befassen.
    Hier wird viel Kundinnenkapital übersehen.... Und leider sind viele Frauen noch viel zu banksterhörig...

    Kleine Anekdote am Rande: Wenn ich als Frau auf Finanzveranstaltungen ohne Mann im Schlepptau auftauche, erregt dies immer noch Aufsehen. Wieso eigentlich? Wir leben im 21 Jhd. und nicht in Dino- Land.

  • Wer es glaubt wird selig

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