Geldanlage in den USA Die Gebühren fressen die Rendite auf

Amerikanische Investoren tun sich schwer, auf die Herausforderung niedriger Zinsen zu reagieren. Aber sie haben doch noch ein paar Ideen parat – manche davon sind durchaus überraschend.
Der Chairman von Blackstone im Interview auf der „Delivering Alpha conference“. Quelle: PR
Stephen A. Schwarzman

Der Chairman von Blackstone im Interview auf der „Delivering Alpha conference“.

(Foto: PR)

New YorkMark Carhart hat eine schlechte Nachricht für Anleger. „Bei der in den USA üblichen Aufteilung des Vermögens auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen ist nur noch eine Rendite von etwa 2,8 Prozent zu erreichen – die Hälfte von dem, was es früher gab“, sagt der Chef-Investor von Kepos Partner. Er rät Anlegern, sich auf niedrigere Renditen einzustellen.

Das ist nicht nur für die Anleger ein Problem, sondern auch für Vermögensverwalter. „Wenn die Renditen lange so niedrig bleiben, dann sind die Gebühren aller Anbieter zu hoch“, sagt Mary Callahan Erdoes, die Chefin von J.P. Morgan Asset Management. Fünf bis sechs Prozent Rendite seien kaum noch zu erzielen. Sie weist darauf hin, dass die Vermögensverwalter ihren Kunden gegenüber verpflichtet sind, die Gebühren deutlich unterhalb der Renditen zu halten. Listig fügt sie hinzu: „Die Frage ist allerdings, auf welchen Zeitraum sich das bezieht.“ Ross Margolies von Stelliam Investment schlägt vor, den Kunden Preisnachlass zu bieten, wenn sie sich auf eine langfristige Bindung des Kapitals einlassen.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
Xetra

+0,11 +0,14%
+77,87€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

0,00 0,00%
+36,21€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

+0,35 +0,28%
+125,68€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

-0,47 -0,97%
+47,88€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
Xetra

-0,01 -0,01%
+138,40€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
FSE

+0,07 +0,29%
+24,39€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
FSE

-0,40 -0,88%
+45,00€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Was tun, wenn es fast keine Zinsen mehr gibt? Grundsätzlich gibt es vier Wege darauf zu reagieren. Einmal können Investoren sich an niedrige Renditen gewönnen. Oder sie gehen höhere Risiken ein, verzichten auf Liquidität oder achten mehr auf die Kosten. Oder alles zugleich. Bei der Investoren-Konferenz „Delivering Alpha“ versuchten Anlageprofis, sich in diesem schwierigen Umfeld zurecht zu finden.

Bill Miller, Gründer und Chef von LMM Investments, setzt unverdrossen auf US-Aktien, auf den gesamten Index Standard & Poor’s 500. Dagegen sollten die Anleger US-Schatzanleihen verkaufen. Er vergleicht die heutige Situation mit der vom September 1987, kurz vor dem damaligen Aktiencrash. Der S&P 500 war damals mit dem 15,6 fachen der Unternehmensgewinne bewertet, etwas weniger als zurzeit mit 18,5. Die Dividendenrendite lag bei 3,57 Prozent, die Gewinnrendite (also die gesamten Gewinne auf den Kurs bezogen) bei 6,4 Prozent. Die heutigen Werte liegen dagegen bei 2,13 und 5,41 Prozent. Insgesamt sind die Aktien heute also etwas höher bewertet als damals.

Aber viel drastischer fällt der Vergleich der zehnjährigen US-Staatsanleihen aus. Die Rendite lag damals bei 9,09 Prozent, die Papiere waren also mit Elf-fachen des Gewinns bewertet. Heute dagegen erreicht die Rendite nur 1,57 Prozent. Damit sind die Papiere mit dem 63,8fachen des Kurses bewertet.

Aktien versprechen mehr als Anleihen
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