Geldanlage in den USA
Die Gebühren fressen die Rendite auf

Amerikanische Investoren tun sich schwer, auf die Herausforderung niedriger Zinsen zu reagieren. Aber sie haben doch noch ein paar Ideen parat – manche davon sind durchaus überraschend.

New YorkMark Carhart hat eine schlechte Nachricht für Anleger. „Bei der in den USA üblichen Aufteilung des Vermögens auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen ist nur noch eine Rendite von etwa 2,8 Prozent zu erreichen – die Hälfte von dem, was es früher gab“, sagt der Chef-Investor von Kepos Partner. Er rät Anlegern, sich auf niedrigere Renditen einzustellen.

Das ist nicht nur für die Anleger ein Problem, sondern auch für Vermögensverwalter. „Wenn die Renditen lange so niedrig bleiben, dann sind die Gebühren aller Anbieter zu hoch“, sagt Mary Callahan Erdoes, die Chefin von J.P. Morgan Asset Management. Fünf bis sechs Prozent Rendite seien kaum noch zu erzielen. Sie weist darauf hin, dass die Vermögensverwalter ihren Kunden gegenüber verpflichtet sind, die Gebühren deutlich unterhalb der Renditen zu halten. Listig fügt sie hinzu: „Die Frage ist allerdings, auf welchen Zeitraum sich das bezieht.“ Ross Margolies von Stelliam Investment schlägt vor, den Kunden Preisnachlass zu bieten, wenn sie sich auf eine langfristige Bindung des Kapitals einlassen.

Was tun, wenn es fast keine Zinsen mehr gibt? Grundsätzlich gibt es vier Wege darauf zu reagieren. Einmal können Investoren sich an niedrige Renditen gewönnen. Oder sie gehen höhere Risiken ein, verzichten auf Liquidität oder achten mehr auf die Kosten. Oder alles zugleich. Bei der Investoren-Konferenz „Delivering Alpha“ versuchten Anlageprofis, sich in diesem schwierigen Umfeld zurecht zu finden.

Bill Miller, Gründer und Chef von LMM Investments, setzt unverdrossen auf US-Aktien, auf den gesamten Index Standard & Poor’s 500. Dagegen sollten die Anleger US-Schatzanleihen verkaufen. Er vergleicht die heutige Situation mit der vom September 1987, kurz vor dem damaligen Aktiencrash. Der S&P 500 war damals mit dem 15,6 fachen der Unternehmensgewinne bewertet, etwas weniger als zurzeit mit 18,5. Die Dividendenrendite lag bei 3,57 Prozent, die Gewinnrendite (also die gesamten Gewinne auf den Kurs bezogen) bei 6,4 Prozent. Die heutigen Werte liegen dagegen bei 2,13 und 5,41 Prozent. Insgesamt sind die Aktien heute also etwas höher bewertet als damals.

Aber viel drastischer fällt der Vergleich der zehnjährigen US-Staatsanleihen aus. Die Rendite lag damals bei 9,09 Prozent, die Papiere waren also mit Elf-fachen des Gewinns bewertet. Heute dagegen erreicht die Rendite nur 1,57 Prozent. Damit sind die Papiere mit dem 63,8fachen des Kurses bewertet.

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