Geldanlage
Raus aus dem Euro – so geht's

Die unsichere Zukunft des Euros befeuert Investitionen in fremde Währungen. US-Dollar, Schweizer Franken und britisches Pfund sollen Anleger vor Verlusten schützen. Doch die Streuung eines Depots ist aufwendig.
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FrankfurtReiche tun es, Vermögensberater empfehlen es: einen Teil ihres Finanzvermögens nicht in Euro anzulegen. Zu unsicher ist vielen die Zukunft der Euro-Zone und ihrer gemeinsamen Währung. Ohnehin gehört es zu den Grundregeln umsichtigen Geldanlegens, nicht alles auf eine Karte zu setzen und damit das Risiko eines Verlusts im Depot zu verringern. Dazu gehört auch, in verschiedenen Regionen zu investieren. Eine solche Diversifikation über Länder und Währungen bietet vor allem Sicherheit. Denn die Wertentwicklung von Geldanlagen in verschiedenen Regionen unterliegt unterschiedlichen Einflüssen, so dass Anleger sich mit einem breit aufgestellten Depot wenig anfällig für Verluste machen. Allerdings erkennen Experten in bestimmten Ecken der Erde aktuell auch besondere Chancen.

Grundsätzlich sollte ein Depot – ausgerichtet nach der persönlichen Renditeerwartung und dem Risikoempfinden des Anlegers – über verschiedene Anlageklassen und auch Währungen gestreut sein, erklärt Peter Reichel, Leiter private Vermögensverwaltung bei der Hamburger Privatbank Berenberg. „Die Frage, welche Währungen ich in meinem Depot spielen will, ist auch die Frage, welche Risiken möchte ich eingehen?“, mahnt Tom Friess, Chef der unabhängigen Vermögensberatung VZ Vermögenszentrum in München. Denn man kauft sich Währungsschwankungen ins Depot. Selbst wenn sich der Euro gegenüber dem US-Dollar nur von 1,20 auf 1,30 Dollar erhole, bedeute das für einen Anleger aus der Euro-Zone einen Verlust von acht Prozent, sagt Friess.

Aktuell bestimmen vor allem die Erwartungen über die weitere Entwicklung der europäischen Schuldenkrise den Fremdwährungsanteil im Depot. Und dies ist nach Ansicht der Anlageexperten höchst individuell. Für am wahrscheinlichsten halten viele Strategen, dass der Euro erhalten bleibt und das Vertrauen der Anleger auf die richtigen politischen Entscheidungen allmählich wieder zurückkehrt, auch wenn die Kapitalmärkte weiter stark schwanken dürften.

So empfiehlt Berenberg-Banker Reichel seinen Kunden, die nur mit begrenzten Verlusten leben können, einen Anteil Fremdwährungen im Depot von zehn bis fünfzehn Prozent. Auch Wolfgang Degenkolb, Leiter Vertrieb private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse, stellt in Kundengesprächen ein solches Szenario in den Vordergrund. Wer einen langen Anlagehorizont hat und stärkere Kursausschläge verkraftet, kann nach Ansicht von Reichel auch stärker auf andere Währungen setzen. Vermögensberater Friess etwa steuert aktuell Kundenvermögen mit einem Fremdwährungsanteil von rund einem Drittel.

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Devisenmärkte schwanken am meisten

Kommentare zu " Geldanlage: Raus aus dem Euro – so geht's"

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  • wer geschrieben hat "in den südländern gabs in den letzten 50 jahre auch keine hyperinfaltion" der hat wohl vergessen das wir erst seid 10 jahren den euro haben & seid ein paar jahren die südländer mit hunderten von milliarden von euros geflutet werden. die leider nicht in der wirtschaft sondern nur bei banken & anderen verbrechern ankommen.
    die ezb will jetzt unbegrenzt schrottpapiere kaufen für milliarden von steuergeldern.
    nee da kommt keine inflation, ist ja vor 50 jahren auch nix passiert!
    schon gemerkt das die welt sich in den letzten paar jahren rasant verändert hat? die zahlenjongleure der banken haben höhen erreicht die früher nur astronomen vorbehalten blieben.
    das wird uns in europa vllt. sogar der welt das genick brechen! das ist eine exponentialrechnung. die kurve fängt sehr langsam an zu steigen. geht dann aber in kürzester zeit die vertikale über. reichen dies jahr noch 750 milliarden (esm) sind es nächstes jahr vllt. schon 10 billionen die gebraucht werden. die zeiten haben sich geändert, der wahnsinn hat methode macht euch das klar!

  • Was fehlt?

    Siehe Wirtschaftskammer Österreich- Inflationsraten der Länder.

  • Völlig richtig. Die "Investition" in Kontakte und Freundschaften fehlt, meiner Meinung nach, noch in der Liste. Momentan wird mir ausserdem verdächtig viel über eine Inflation geredet. Rückblick: 1929 kamen folgende Faktoren zusammen 1)Absolute Deregulierung der Märkte 2)Dadurch eine viel zu hohe Bewertung der Aktienmärkte, welche sich von der Realwirtschaft abgekoppelt hatten 3)Ungleiche Vermögens-und Einkommensverhältnisse 4)Entscheidungsträger, welche Warnhinweise scheuten, aus Angst vor Panikreaktionen. In der Folge waren Sachwerte nichts mehr wert, das Geld floss nicht mehr. Eine Deflation trat ein. Und die ist viel, viel schlimmer als jede Inflation. Ich erinnere noch gut die Anrufe panischer Lieferanten in 2008, ob es denn weiter Aufträge geben würde. Mal sehen, ob wir 2012/2013 genau soviel Glück haben werden. Aber irgendwie geht´s immer weiter, und etwas Gold und Silber habe ich auch.

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