Geldanlage
Szenarien für Renditejäger

Bei Termin- oder Festgeld springt derzeit kaum noch eine nennenswerte Rendite ab. Die erneute Zinsenkung der Europäischen Zentralbank wird diesen Trend noch verstärken. Wer seinen Zinsertrag trotz der schlechten Rahmenbedingungen erhöhen will, sollte die wirtschaftlichen Perspektiven im Auge behalten. Das Handelsblatt beschreibt drei mögliche Szenarien.

Szenario 1: Anspringende Konjunktur, neidrige Inflation

Rein in Aktien und Devisen

Die alte Börsenweisheit, dass in Krisenzeiten wie diesen extrem viel Geld zu verdienen ist, hat sich in den vergangenen zwei Monaten bereits bewahrheitet. Diejenigen, die im März alle Unkenrufe, die den Rückfall in die Zeiten der Großen Depression ausgerufen haben, beiseitegewischt und mutig zugelangt haben, gehören heute zu den großen Gewinnern. Ein Beispiel: Die Aktie der Deutschen Bank gab es vor zwei Monaten für weniger als 17 Euro, heute ist sie 42 Euro wert. Dass nicht nur eine Handvoll Spekulanten zugegriffen hat, zeigt eine andere Zahl. Die Aktie der Deutschen Bank war im April die umsatzstärkste unter allen 30 Dax-Titeln, obwohl gut zehn andere Unternehmen mehr Börsengewicht auf die Waage brachten.

Sollten die weltweit angeschobenen Konjunkturmaßnahmen tatsächlich wie erhofft greifen, sollten sich die Banken allmählich wieder mit ihrem Kerngeschäft, nämlich dem Hereinnehmen und Ausleihen von Geld, beschäftigen statt mit sich selbst, und sollten Schlüsselindustrien wie Automobil, Chemie oder Maschinenbau gestärkt aus der Krise kommen, dann sehen gerade langfristig orientierte Investoren jetzt die Gelegenheit zum Einstieg.

Gleiches gilt für Devisen und Immobilien, wo Kurse und Preise im Verlauf der Krise so übertrieben stark zurückgegangen sind, dass eine spürbare Erholung bei halbwegs besseren Zeiten absehbar ist. Sogenannte "Rohstoff-Währungen" wie der Kanada-Dollar, der südafrikanische Rand oder der russische Rubel haben bereits in den vergangenen Wochen kräftig angezogen. Setzt sich doch am Markt die Einsicht durch, dass mit einem Anspringen der Konjunktur auch der Rohstoffhunger zurückkehren wird, der noch vor einem Jahr schier übermächtig zu sein schien. Gleiches gilt im Immobiliensektor, wo die Preise lange Zeit suggerierten, es könne nur noch bergab gehen. Mag sein, dass viele Anleger in einigen Jahren reumütig auf diese Zeit zurückblicken und seufzen: "Hätten wir doch damals ..."

Seite 1:

Szenarien für Renditejäger

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%