Geldanlage und Griechenland
„Auf den Grexit zu wetten, ist sehr risikoreich“

Die drohende Staatspleite Griechenlands versetzt die Märkte in Aufregung. Die Reaktionen der Börse auf einen Grexit könnten heftig ausfallen. Einen Crash erwarten Experten nicht – aber starke Kursschwankungen.
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DüsseldorfDie Hoffnung auf eine rasche Lösung des Schuldenstreits mit Griechenland schwindet. Stattdessen müssen die Anleger der Gefahr eines Abschieds der Griechen aus der Euro-Zone ins Auge blicken. Die Grexit-Angst geht um. Das Schuldendrama hat auch den deutschen Aktienmarkt fest im Griff. Der Dax rutschte am Montag weiter ab und näherte sich wieder der Marke von 11.000 Punkten. Die Nervosität ist groß. „Bei einem Grexit handelt es sich für die Finanzmärkte um Neuland“, sagt Marcel de Gavarelli, Investmentmanager bei Laureus Privat Finanz, einer Tochter der Sparda-Bank. Neuland bedeutet Unsicherheit, und Unsicherheit mögen Börsianer nicht.

Über das Wochenende hatte sich die Lage im Schuldenstreit nochmals zugespitzt. Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis dringt auf einen Schuldenerlass. Ein Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker scheiterte. Die Gespräche will die EU-Kommission nur dann wieder aufnehmen, wenn es neue Vorschläge aus Athen gibt. Die weiteren Verhandlungen müssen jetzt in der Euro-Gruppe geführt werden. Das nächste Treffen der Euro-Finanzminister ist am Donnerstag geplant.

Am 30. Juni läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht dem Land der Staatsbankrott. Ende Juni muss Athen zudem rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Die Zeit für eine Einigung wird eng, eine Lösung ist nicht in Sicht. Trotzdem glaubt Philipp Dobbert nicht, dass der Grexit kommt. „Den aktuellen Seiltanz kennen wir schon aus den vergangenen Jahren“, sagt der Chefvolkswirt der Quirin Bank. „Das geht nur mit vorher hitzigen Debatten.“

Die Stimmung an den Märkten zeigt jedoch, dass die wenigsten Börsianer derart gelassen sind. Sollte der Grexit doch kommen, erwartet Laureus-Experte de Gavarelli noch deutlichere Schwankungen als aktuell und Verluste in vielen Segmenten des Kapitalmarktes. „Die Aktienmärkte werden vermutlich eine weitere Korrektur vollziehen und die Renditen und Risikoprämien im Anleihesegment weiter steigen“, sagt er. „Am Anleihemarkt könnten lediglich als ‚sicherer Hafen‘ eingestufte Länder wie Deutschland von einer erhöhten Nachfrage profitieren.“

De Gavarelli räumt allerdings ein, dass die Euro-Zone heute deutlich besser aufgestellt sei, als noch vor einigen Jahren zu Beginn der Euro-Krise war. „Europäische Banken halten kaum noch Staatsanleihen aus Griechenland“, sagt er. Zudem könnten die etablierten Sicherungsmechanismen wie die europäischen Rettungsfonds ESM und EFSF zur Stabilisierung beitragen.

Auch beim Bankhaus Metzler bleibt man relativ gelassen. „Es sind weder eine Destabilisierung des europäischen Finanzsystems, noch nachhaltige Verwerfungen bei südeuropäischen Staatsanleihen zu erwarten“, sagt Frank Naab, Leiter des Portfolio-Managements Private Banking. Die ökonomischen Konsequenzen eines Grexits für die Weltwirtschaft, aber auch für die europäische Wirtschaft würden verkraftbar erscheinen.

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Kein Börsencrash, aber Einstiegschancen

Kommentare zu " Geldanlage und Griechenland: „Auf den Grexit zu wetten, ist sehr risikoreich“"

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  • Die Folgen eines GREXIT wären u. a. Prozesse vor dem EuGH.

    Man könnte gegen GR wegen Verletzung des EU-Vertrags und wegen Betrugs aller EU-Mitglieder durch gefälschte Haushaltszahlen beim erschwindelten EU-Beitritt Klagen. Die Beweislast ist erdrückend.
    GR müsste dann das Schuldendesaster alleine ausbaden und die Gläubigerländer würden alle Kredite durch Pfändung griechischen Besitzes zurückbekommen.

  • Hier drängt sich mir eine Frage auf: Was bekommen Sie für solche Kommentare? :D
    WER ist bitte der Aggressor? Russland? Womit denn bitte? Inwiefern "spaltet" denn RU die EU? Das schafft die EU doch ganz allein - mit dem Euro und auch mit den unfassbaren Sanktionen, die mit etwas gerechtfertigt werden, das bis heute nicht bewiesen wurde und die daher auch nicht rechtmäßig sind. Die EU-Länder leiden unter diesen Sanktionen sehr viel mehr als RU. Und? Wer hat sie beschlossen?
    Und wem nützt denn so eine Aggression eigentlich? Haben Sie nicht auch gelesen, dass der Handel zwischen den USA und RU trotz der verhängten Sanktionen richtig schön brummt? Es proftieren die USA, während die EU leidet.

    Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit der Krim. Falls doch, verweise ich auf das Völkerrecht, dem deutlich zu entnehmen ist, dass eine Volksabstimmung, wie sie auf der Krim stattfand, NICHT den Tatbestand des Völkerrrechtsbruchs erfüllt. Das wird zwar immer wieder gern behauptet, aber es wird auch durch die ständige Wiederholung nicht richtiger. Im Übrigen haben EU und USA haargenau das Gleiche mit dem Kosovo gemacht... DA war es natürlich kein Völkerrechtsbruch...
    Falls Sie bei Ihren Behauptungen bleiben möchten, darf ich um nähere Begründung bitten. Dankeschön.

  • Man kann vor der Verhandlungsakrobatik der Griechen eigentlich nur den Hut ziehen: Egal was passieren wird, Griechenland erhält einen guten Start in eine Zukunft, die wieder auf Pump aufbaut. Tolles Lehrstück für Italien und Spanien und....und...
    Entweder steigt GR aus dem Euro aus und startet mit > 100 Milliarden € an ELA-Geldern, respektive dem Geld das die Griechen im Ausland gebunkert haben plus den allfälligen Nothilfen der EU über die angesichts der großen Not in GR noch großzügig entschieden wird oder GR erhält einen Schuldenschnitt, der mehr oder weniger genauso gut ist und Ihnen wieder Spielraum für neue Schulden eröffnet.

    Super.. und wo bleibt die Umsetzung der Forderungen, dass Strukturen in GR geschaffen werden müssen, die finanziell tragfähig sind, inkl. der Eintreibung der Steuerschulden, dem Aufbau einer schlagkräftigen Steuerverwaltung, eines Katasteramtes....usw. Bis jetzt wurden doch nur Nebelkerzen gezündet und das Publikum ermüdet.
    Wenn Tsipras und Co. mit Ihrer Taktik durchkommen sollten, dann kann man das nur unter der Rubrik......Über den Tisch gezogen ....verbuchen. MItleid brauchen wir mit dem griechischen Staat aktuell nicht zu haben, mit den vielen Griechen, die unter Ihrem System leiden, wahrscheinlich sogar ohne die eigentlichen Übeltäter zu erkennen, schon.....

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