Geldverwalter von Hausse überzeugt
Bill Miller setzt auf Aktien

Bill Miller ist einer der Top-Geldverwalter weltweit. Trotz der jüngsten Einbußen vertraut er fest darauf, dass sich der Aufwärtstrend insgesamt hält. In Miller und seinen Optimismus wiederum vertrauen seine Kunden nunmehr seit 15 Jahren - und das vollkommen zu Recht.

MÜNCHEN. Bill Miller zählt zu den Großen im Geschäft mit dem großen Geld. 68 Milliarden Dollar haben ihm die Anleger anvertraut. Und der Fondsmanager des Investmenthauses Legg Mason hat ihr Vertrauen damit belohnt, dass er überdurchschnittliche Renditen erzielt hat. Mit seinem Flaggschiff-Fonds "Value Trust" für Substanzaktien hat er 15 Jahre in Folge besser abgeschnitten als der marktbreite S&P-500-Index. Bis letztes Jahr. Da unterschätzte er unter anderem die Rohstoff-Hausse und musste sich geschlagen geben.

Gleichwohl verbreitet der 57-Jährige bei einem Zwischenstopp im Münchener Hotel "Vier Jahreszeiten" Optimismus und gute Stimmung - er beschwört den Bullenmarkt. Auf die Frage, ob die jüngsten Rückschläge der Auftakt zu einer Baisse seien, antwortet er mit einem kurzen und bestimmten "Nein". Die jüngsten Einbußen hätten noch nicht einmal das Ausmaß der Korrektur des Frühjahrs 2006 erreicht - also kein Grund zur Panik. Angesprochen auf die Prognose des prominenten Vermögensverwalters Marc Faber, der eine große Baisse erwartet, reagiert er spontan: "Nein, nein, nein." Auch eine Rezession hält der Fondsmanager des weltweit fünftgrößten Anlagehauses für unwahrscheinlich. "Aber wir werden in Zukunft viele kleinere Korrekturen sehen."

Er interpretiert die aktuellen Abschläge wie auch die des vergangenen Jahres als Warnschüsse der Märkte, die steigende Leitzinsen befürchten. Ökonomisch sei alles in Ordnung. Dafür sorgten steigende Gewinne, ansprechende Dividenden, Aktienrückkäufe von Firmen - um nur einige Argumente zu nennen. "Aus historischer Sicht müssten wir das laufende Jahr mit einem Aktienertrag von 19 Prozent beenden", sagt er für die Wall Street voraus. SeinerAnsicht nach werden Aktien mit großem Börsenwert ein Comeback feiern: "Mega-Caps wie General Electric oder der Versicherer AIG laufen besser, deren Anteile erhöhen wir im Fonds."

Die Wall Street blickt respektvoll auf den Experten für unterbewertete Aktien - auch wenn der mit dem Begriff "Value" etwas anders umgeht als einige seiner Konkurrenten. Hauptsache eine Aktie ist billiger als der von ihm errechnete faire Wert. So kommt es, dass Miller auch typische Wachstumstitel im Depot hat, etwa die der Suchmaschine Google.

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