Gerüchte um Schieflage von Hedge-Fonds und Finanzierungsprobleme für Beteiligungsfirmen verunsichern Investoren
Wall Street schaut wieder auf die Risiken

So schnell kann der Wind sich drehen. Bis vor wenigen Tagen erschienen die Manager von Hedge-Fonds und Beteiligungsfirmen als neue Herren der Wall Street. Kein Übernahmeziel schien ihnen zu groß, keine Anlagestrategie zu gewagt. Doch plötzlich knirscht es im Getriebe der Geldmaschine.

NEW YORK. So ranken sich Gerüchte um eine Schieflage einiger Hedge-Fonds, die sich mit einer Spekulation auf Aktien und Anleihen des weltgrößten Autoherstellers General Motors die Finger verbrannten. Mehrere Hedge-Fonds wetteten darauf, dass General-Motors-Anleihen sich besser entwickeln als die Aktie.

Doch genau das Gegenteil geschah, weil die Ratingagentur Standard & Poor?s die Bonds herabstufte und ein Kaufangebot des US-Milliardärs Kirk Kerkorian den Aktienkurs beflügelte. Die Sorge, dass Hedge-Fonds nun solche und ähnliche Position gezwungenermaßen auflösen, belastete zum Wochenbeginn den gesamten US-Aktienmarkt.

"Monatelang kannte die Zuversicht der Investoren kaum Grenzen. Jetzt erinnern die Leute sich plötzlich daran, dass an den Finanzmärkten auch mal was schief läuft", sagt Robert Kessler, Chef des US-Anleihehauses The Kessler Companies. Wenn Anleger nervös werden, leiden darunter häufig die Aktienkurse, während vergleichsweise sichere Staatsanleihen profitieren. Dieses Muster war in den vergangenen Tagen an den US-Finanzmärkten zu beobachten.

Von einer "panikartigen Stimmung" spricht Tobias Levkovich, oberster US-Anlagestratege der Citigroup. "Die Anleger sehen die Aktienmärkte derzeit durch eine sehr negative Brille", sagt Levkovich. Kein Wunder. Seit Jahresbeginn sind die großen US-Börsenindizes gefallen. Auch Hedge-Fonds, die eigentlich positive Renditen unabhängig vom Markttrend anpeilen, liegen im Minus. Das zeigt eine Auswertung des New Yorker Beratungshauses Hennessee Group, wonach die verschiedenen Hedge-Fonds-Strategien im Schnitt von Anfang Januar bis Ende April ein Minus von 1,6 Prozent erzielten.

"Die meisten Anleger sitzen zwar nicht auf hohen Verlusten", sagt Anlageexperte Jerry Byrne vom Geldhaus Phibro Capital. "Aber das richtungslose Auf und Ab der Börsen wirkt ermüdend."

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