Geschäft der Vermögensverwalter in Deutschland wächst
Banken buhlen um wohlhabende Klientel

Das Vermögen, das deutsche Sparer und Anleger Banken, Sparkassen und Fonds zur Verwaltung anvertrauen, steigt. Damit wächst hierzulande zugleich der Wettbewerb unter institutionellen und privaten Vermögensverwaltern.



Für das kommende Jahr rechnet die WGZ Bank aus Düsseldorf mit einer weiteren Steigerung der Geldvermögensbildung – auf bereits historisch hohem Niveau. Mit einer neuen Preissystematik will die Westdeutsche Genossenschafts-Zentralkasse (WGZ) den angeschlossenen Banken zwischen Porta Nigra und Porta Westfalica deshalb jetzt zu einem offensiveren Marktauftritt verhelfen. Aktuell, so stellen Beobachter fest, können nicht alle Volksbanken Anschluss an das umkämpfte Geschäft halten.

Wie heftig um den provisionsträchtigen Wachstumsmarkt gerungen wird, zeigt sich fast täglich an internem Zank im Sparkassenlager. Die WestLB aus Düsseldorf hat jüngst die Weberbank in Berlin gekauft, ein Institut des privaten Bankensektors – das Ziel: Verstärkung der Aktivitäten im Vermögensverwaltungsgeschäft. Genau dieses Geschäft hatte die WestLB Jahre zuvor an die Privatbankiers von Merck Finck & Co verkauft. Jetzt wird es wieder neu aufgebaut.

Die nordrhein-westfälischen Landesbanker verbinden mit der Weberbank bundesweite Ambitionen. Gleichzeitig liebäugelt die LBBW offensichtlich mit HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. Der Ableger der früheren Hongkong & Shanghai Bank ist ausgewiesener Vermögensverwalter mit bundesweiten und internationalen Ablegern. Gleichzeitig drängt die Bayerische Landesbank expansiv in Richtung Norden. Sparkassen-Strategen treten jedoch auf die Bremse, wenn private Banken in eine Sparkasse einkaufen wollen. Die Privaten vermuten, die Kassen würden das Potenzial des Wertpapier- und Vermögensberatungsgeschäfts nicht vollständig ausschöpfen.

Laut Branchenkennern messen die Anleger den privaten Banken in puncto Wertpapier-Anlagen besonders hohe Kompetenz zu. Über dem Image der privaten Banken rangieren noch die Privatbanken. So hat etwa die Deutsche Bank zum Jahresende 2004 die Wilhelm von Finck Vermögensverwaltungs AG aufgekauft. Die Münchner Verwalter sollen sich jedoch nicht mit der Großbank vereinen, die gerade das Gebiet Asset Management als eine ihrer Stärken bezeichnet. Vielmehr will die Deutsche Bank besonders anspruchsvolle Anlagekunden an die private Bank in München abgeben, um ihnen dort eine individuellere Betreuung zukommen zu lassen. „Wealth Management“ heißt diese Steigerung der Vermögensverwaltung, die Wilhelm von Finck liefert. Individualität ist das Pfund, mit dem private Vermögensverwalter wuchern.

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